Raab von Neumarkt nach Szentgotthárd

Zügiger Mäander-Slalom durchs Grenzgebiet

Adresse

Neumarkt an der Raab

GPS

46.930044578727, 16.153882741928

Adresse

Neumarkt an der Raab

GPS

46.930044578727, 16.153882741928

Anspruch 2 Paddel  |  Einkehr 1 Krug |  Länge 15 km |  Dauer 2 – 3 Stunden

Gut versteckt schlängelt sich die beinahe unscheinbare Raab durch das österreich-ungarische Grenzgebiet und eröffnet Paddlern jeden Couleurs unglaubliche Einblicke in eine menschenleere Urwaldlandschaft des Naturpark Raab. Jede Flußwindung wartet mit neuen entzückenden Eindrücken auf und lässt Outdoorliebhabern keine Wünsche offen.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Zwischen 18h und 8h sollen jegliche Boots- und Paddelfahrten vermieden werden. Außerdem sind Kies- und Sandbänke sowie Zonen mit Wasserpflanzen zu meiden (Tier- und Naturschutz). Abfälle bitte mitnehmen und später an Land entsorgen.

Gefahren

Der Wasserstand ist nicht immer optimal und mit etwas Pech ist die Raab unbefahrbar. Bei ausreichend hohem Wasserstand geht es vom Einstieg unter dem Wehr gleich zügig dahin, also gut aufgewärmt aufs Wasser gehen!

Die gesamte Strecke ist von herabhängenden Bäumen, Ästen und Gebüsch zum Wasser hin gekennzeichnet. Ebenso befinden sich abgestorbene Bäume bzw. Baumstämme im Wasser. Nicht immer kann man daran einfach vorbei paddeln. Gerade in Kombination mit der angenehm zügigen Fließgeschwindigkeit ist das Paddeln auf Sicht unabdingbar.

Manchmal gleitet man über seichte Stellen. Am besten in ruhigeren Flussabschnitten immer mal mit dem Paddel die Wassertiefe überprüfen.

Beim Ausstieg in Szentgotthárd an der Betonstiege links anbooten. Knapp danach befindet sich bereits das Kraftwerk mit seinem stark abfallenden Absturz. Da es keine Begrenzung gibt, könnte man bis an und über dessen Kante gezogen werden – Lebensgefahr!

Im Grenzgebiet ist es ratsam, stets mit Reisepass zu paddeln!

Anfahrt

In Jennersdorf biegt man von der Eisenstädter Straße (gegenüber Billa Supermarkt) in die Neumarkter Straße Richtung Süden ein und kommt nach ca. 1,3 km an der kleinen Brücke über die Raab an. Nach der Brücke rechts runter zu Wehr und Parkplatz fahren.

In Szentgotthárd nimmt man vom Kreisverkehr im Stadtzentrum die Mártírok út in Richtung Südwesten und folgt dem Straßenverlauf für 10 km. Kurz vor der kleinen Brücke über die Raab geht es links weg runter zu Wehr und Parkplatz.

Parken

Vor dem Wehr in St. Martin an der Raab gibt es genügend Freifläche zum Parken. Bitte die Beschilderung beachten und die Ladezone für den kommerziellen Kanu-Anbieter freihalten (Di, Do, Sa vormittags).

Baden

Schon allein aufgrund ihrer jüngeren umweltpolitischen Geschichte ist es nicht unbedingt ratsam im Fluss zu baden. Natürlich ist es nicht schlimm, ab und zu eine Wasserlandung zu erleben, aber klassisches Badewasser findet man hier nicht vor.
Dennoch muss gesagt werden, dass die bräunliche Farbe den mitgeführten Sedimenten geschuldet ist, nicht irgendwelchen Industrieabwässern.

Allerdings gibt es um Jennersdorf und um Szentgotthárd einige Badeseen, die eine gute Alternative zum Fluss darstellen. Außerdem bietet die Therme Szentgotthárd ganzjähriges Wasservergnügen und Erholung.

Sehenswert

Das Schloss Tabor wurde im 15. Jahrhundert erbaut, wird heute als Veranstaltungsort genutzt und beherbergt einen Heurigen. Seit 2003 finden hier jeden Sommer großartige Freiluftveranstaltungen unter der Bezeichnung JOpera statt.

Das Steirische Haus wurde ursprünglich als Arbeiterheim gebaut (1902) und ist seit 1983 ein Museum. Heute besteht das Heimat- und Slowenische Nationalitäten-Museum Pável Ágoston aus mehreren Sammlungen und ist ganzjährig geöffnet.

Das Kloster Szentgotthárd stammt aus dem 12. Jahrhundert und ein Teil seiner Räumlichkeiten – die Räume der Zisterzienser – dient heute als Rathaus. Der ehemalige Speisesaal im Erdgeschoss dient heute als Konzertraum und Eheschließungssaal.

Extra-Tipps

Der Naturpark Raab erstreckt sich über Österreich, Ungarn und Slowenien und bietet Sportlern und Naturliebhabern ein breitgefächertes Angebot. Außerdem finden in der Region regelmäßig kulturelle und informative Veranstaltungen statt.

Das urige Künstlerdorf in Neumarkt an der Raab steht auch Nicht-Künstlern offen. Man kann an diesem ruhigen und inspirierenden Ort auch Zimmer mieten und Veranstaltungen besuchen, während man den Geist von Größen wie Peter Turrini, H.C. Artmann und Rosa Pock in sich aufsaugt.

In Szentgotthárd  befindet sich in der Nähe der Zisterzienserkirche und des Klostergebäudes ein Lehrpfad. Entlang dieses Pfades stehen sieben geneigte Informationstafeln in der Form eines geöffneten Buches und geben dem Leser einen Einblick in das frühere Leben der Zisterzienser.

Tour

Von der Staustufe St. Martin an der Raab bis zum Wehr in Szentgotthárd.

Länge

15 km

Dauer

2 – 3 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg an der Staustufe St. Martin an der Raab.

Ausstieg an der Schiffsanlegestelle/Betonstiege vor dem Wehr in Szentgotthárd. 

SUP-Verleih

Verein zur Förderung des Naturpark Raab
Kirchenstraße 4
8380 Jennersdorf
Tel. +43 (0)3329 48453

Übernachtung

Stunning home in St. Martin a.d. Raab
Jennersdorfer Straße 8, 8380 Neumarkt an der Raab
Tel. +45 (0)39 14 30 80

Hotel Raffel
Hauptplatz 6, 8380 Jennersdorf
Tel. +43 (0)3329 46622

La Villa Pergola
Kossuth út 56, 9970 Szentgotthárd
Tel. +36 (0)30 9 471 559

Andante Pension & Restaurant
Füzesi út 12, 9970 Szentgotthárd
Tel. +36 (0)94 44 55 66

Hotel Zsida
Zöldlomb utca 1, 9970 Szentgotthárd

Einkehr

Burgenlandhof
Kirchenstrasse 4, 8380 Jennersdorf
Tel. +43 (0)3329 453410

Rezi Pizzeria and Restaurant
Martirok ut 5/A, 9970 Szentgotthard
Tel. +36 (0)70 263 2761

Cafe Corso
Szell Kalman ter 21/A, 9970 Szentgotthard
Tel. +36 (0)20 430 5766

Österreichisch-Ungarische Grenzerfahrung

Die Raab entspringt als rechtsufriger Donauzufluss nördlich der steirischen Landeshauptstadt Graz, fließt durch das Burgenland und mündet im Ungarischen Győr nach etwa 280 km in die Donau. Der schmale Tieflandfluss schlängelt sich in unzähligen Mäandern durch das Flachland, gräbt sich canyonartig in den Boden und bildet dann wieder große Sand- und Schotterbänke und Inseln. Paddlern bietet die Raab angenehmes, mitunter durchaus zügiges Zahmwasser.

Eine wunderschöne und landschaftlich abwechslungsreiche Route kann man zwischen dem burgenländischen Neumarkt/Raab und der kleinen Grenzstadt Szentgotthárd (Ungarn) zurücklegen. Dieser Flussabschnitt mitten im Naturpark Raab ist vor allem unter Kanufahrern sehr beliebt, weshalb vom Verein zur Förderung des Naturpark Raab zwischen Mai und Oktober bis zu drei Flusstouren pro Woche angeboten werden.

Wir nutzen die tolle Vorarbeit der Kanuten und entscheiden uns dazu, ebenso an der Staustufe St. Martin an der Raab einzusteigen. Wenn man von Jennersdorf in Richtung Neumarkt an der Raab fährt, biegt man direkt nach der kleinen Brücke über die Raab scharf rechts weg und gelangt zur ausladenden Parkzone vor dem Wehr.

Hier gilt es jedoch die Warnhinweise zu beachten, denn man wird gebeten an Dienstagen, Donnerstagen und Samstagen nicht direkt vor den Jausenbänken zu parken, da sich hier die Kanuabladestelle für die geführten Touren befinden. Das Areal bietet abseits dieser Abladezone noch genügend andere kostenfreie Parkplätze.

Unser erster Weg nach der Ankunft führt erst einmal runter zum Fluss, denn das verlockende Rauschen des Wassers unterhalb des Wehrs ist zu verführerisch, um es zu ignorieren. Also beginnen wir gleich mit einer Besichtigung und freuen uns über die Tatsache, dass es hier wider Erwarten eine deutliche, aber ruhige Strömung gibt. Sieht gut aus, dass wir die knapp 15 km bis Szentgotthárd in ungefähr zwei unterhaltsamen Stunden absolvieren können. Als wir beginnen unsere Boards abzuladen kommt auch schon die erste Fuhre mit Kanus angeliefert und so bereiten wir uns gemeinsam mit den Kanuten auf unsere bevorstehende Fahrt vor.

Zwar ist der Weg runter zum Wasser etwas steil, dafür kann man unten am Flussbett flach einsteigen und gleich mit Schwung unter der Brücke durch in das Abenteuer Raab starten. Der Fluss ist hier maximal zwanzig Meter breit und zu beiden Seiten von Bäumen überhangen. Trotz des sonnigen Wetters paddeln wir im angenehmen Schatten und bekommen vom Unterhaltungswert dieser Wasserstraße gleich einiges mit. Schlangenartig treiben wir flott von einem Mäander zum nächsten und bestaunen die unberührte Aulandschaft um uns herum. Vielleicht ist das hier nicht gerade ein Urwald, aber es kommt der Definition einen solchen schon sehr nahe. Naja, schließlich paddeln wir durch landwirtschaftliches Gebiet, aber davon bekommt man hier unten am Wasser nichts mit. Zu stark sind Wald und Gebüsch entlang beider Ufer ausgeprägt.

Immer wieder ragen tiefhängende Äste in unseren Weg, Baumstämme müssen ausgewichen werden und manchmal finden sich entlang der Strecke auch Treibholzinseln bzw. Biberdämme. Glücklicherweise können die leichten Stromschnellen auch von Einsteigern bewältigt werden, weshalb die Raab sicher eine gute Möglichkeit ist, erste Fließwassererfahrungen zu sammeln. Es bieten sich immer wieder Möglichkeiten, Kehrwasser anzufahren und das Wasser lesen zu lernen.

Nachdem es gleich mal 3 km im Zick-Zack-Kurs durch die Naturlandschaft geht, stehen wir plötzlich vor einem kleinen Schwall, dem vermutlich unsere Finnen nicht gutheißen würden. Glücklicherweise geht aus der davor liegenden Stauzone ein kleiner Seitenarm nach rechts weg, welcher durch das Dickicht führt. Aufgrund der vorherigen Satellitensichtung am Computer wissen wir, dass es sich um eine Schlaufe handelt, die knapp unter dem Schwall wieder in den Fluss mündet.

Also geht es voller Vorfreude durch den schmalen Kanal, welcher wohl kaum breiter als fünf Meter ist. Unzählige Male müssen wir uns bücken, um den Baumästen und herabhängenden Büschen auszuweichen. Dennoch trägt uns das Wasser zügig durch die Umrundung und so paddeln wir hintereinander einen Extrakilometer bevor uns der Hauptstrom zur ungarischen Grenze drückt. Direkt an der Grenze gibt es noch eine weitere Schlaufe, die man gerne ausfahren kann, um den dortigen kleinen Schwall zu umgehen.

Als die Kirche des Örtchens Alsószölnök einen Kilometer vor uns sichtbar wird, wissen wir, dass wir die Grenze passiert haben und in nur wenigen Minuten am ersten Wehr ankommen werden. An der rustikalen Anlage booten wir an und genießen eine kurze Halbzeitpause. Rechts neben dem Wehr und links vom alten E-Werk führt ein kleiner Trampelpfad zur anderen Seite runter und von dort geht es gleich wieder schwungvoll in die zweite Etappe unserer Tour.

Trauerweiden und andere Bäume ragen auch weiterhin wie ein schützendes Dach über den sympathischen braunen Fluss, welcher noch bis vor einigen Jahren aufgrund von Wasserschutzversäumnissen zu einigen politischen Unstimmigkeiten der Nachbarländer Österreich und Ungarn sorgte.

Heute ist die Wasserqualität deutlich besser geworden und das braune Wasser verdankt die Raab vor allem den aufgewirbelten Sedimenten. Nach dem Wehr weiß man eigentlich nie genau, auf welchem Staatsgebiet man sich gerade befindet, weil die Staatsgrenze scheinbar diffus quer über die Raab verläuft, statt den Flussverlauf als natürliche Grenze zu nutzen.

Nicht zu unterschätzen sind die unzähligen Bäume und Baumstämme, welche an manchen Stellen den gesamten Fluss versperren. An manchen können wir uns in Bauchlage unten durchtreiben lassen, anderenorts müssen wir jedoch absteigen und die Boards auf die andere Seite tragen.

Je mehr wir uns Szentgotthárd nähern, desto mehr versinkt die Raab in der Landschaft und gräbt sich canyonartig in den Boden, während die Ufer sich zu meterhohen erdigen Wänden über uns erheben. Wir lassen uns vom Wasser wie durch Canyons treiben, während die Maisfelder über uns vorbeiziehen und glauben später Motorsägengeräusche aus der Ferne zu vernehmen. Doch je näher wir der Geräuschquelle kommen, desto klarer wird uns, dass es wohl Fahrzeugmotoren sind. Schließlich fahren wir links daran vorbei und erkennen, dass es sich wohl um Motocross-Maschinen handeln muss. Szentgotthárd verfügt ja über eine eigene Motocross-Strecke und wir sind beim Passieren selbiger nicht mehr weit vom Ausstiegspunkt unserer Tour entfernt. Rechter Hand tauchen immer mehr Häuser und Privatgrundstücke auf, teilweise mit Zugang bis zum Wasser. Bevor wir das Kraftwerk der Stadt erreichen wird es nochmals schattig und wir paddeln unter den letzten Bäumen durch, bevor wir zum lichten Ausstieg gelangen. Hier gibt es eine gute Anlegemöglichkeit an der Betonstiege am linken Ufer.

Nach dem Kraftwerk könnte man gleich weiterpaddeln und auf den restlichen 207 km bis Győr (Mündung in die Donau) noch einiges erkunden.
Für die Rückreise lässt man sich hier entweder mit dem Auto abholen, oder man geht zu Fuß binnen 10 min zum hiesigen Bahnhof.
Für uns ist diese äußerst unterhaltsame Tour jedoch hier zu Ende, aber wir kommen wieder – auf ein weiteres Abenteuer auf der Raab.

Anspruch

2

Einkehr

1

Länge

15 km

Dauer

2 – 3 Stunden

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