Mur – Frohnleiten

Von der Industrie durch die Kleinstadt und weiter in die grüne Idylle

Adresse

Frohnleiten

GPS

47.282169524482, 15.314554717079

Adresse

Frohnleiten

GPS

47.282169524482, 15.314554717079

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 1 Krug  |  Länge 10,2 km |  Dauer 2 – 2,5 Stunden

Der Besuch der historischen Kleinstadt Frohnleiten direkt an der Mur ist wie eine Reise in die Vergangenheit – ob zu Fuß oder mit dem SUP. Auf dem gemütlichen Flussabschnitt gibt es dank der farbenfrohen Fassaden der Stadt, ihrer Industriezone und der ruhigen Natur eine Menge Abwechslung. 

Allgemeine Infos Frohnleiten

Befahrungsregeln

Höchstens ab Frohnleiten kann man gelegentlich mit Booten rechnen. Diesen sollte man frühzeitig ausweichen. Außerdem sollten die Schilfufer nicht befahren werden, um die darin lebenden Tiere zu schützen.

Gefahren

Der Einstieg unter dem Kraftwerk Frohnleiten liegt zwar tief, jedoch dank der stufenförmig angelegten Steine recht sicher. Wir empfehlen dennoch mit griffigen Schuhen bis zur Sandbank hinunter zu gehen und im Zweifel die Boards zu zweit über die untersten Steine zu heben.

Die Fließgeschwindigkeit am Einstieg ist leicht erhöht (ca. WW I-II) und erfordert auf jeden Fall Erfahrung in solchem Wasser. Die unteren Abschnitte der Tour werden dann schnell für jedermann befahrbar (bei normalem Wasserstand).

Außerdem gilt es, auf die Brückenpfeiler entlang der Route zu achten und die von beiden Seiten etwa 15 m in den Flussverlauf ragenden Molen zu umfahren.

Die Rechtskurve nach dem Industriegebiet sollte links bewältigt werden, da rechts ein seichtes Schotterbett die Finnen aufsitzen lässt.

Die Hauptbrücke, welche ins Zentrum Frohnleitens führt verläuft schräg über das Wasser. Sie kann zu einer Seite stehend, aber zur anderen Seiten nur kniend oder gebückt passiert werden.

Am unteren Wendepunkt der Tour, hält man genügend Abstand zum Wehr am Kraftwerk Rabenstein.

Anfahrt

Von Graz bzw. Bruck an der Mur kommend die Brucker Schnellstraße S 35 bis zur Abfahrt Rothleiten nehmen. Von dort in Richtung der Brücke direkt östlich unter dem Kraftwerk Frohnleiten fahren (Kühau, links neben der SB Autowaschanlage. Über die Brücke und an deren Ende scharf nach links auf den kleinen Weg fahren. Hier kann man am linken Wegrand gut parken. 

Parken

Nach dem Überqueren der Brücke (Kühau) befindet sich an dessen Nordseite gleich links ein kleiner Weg zwischen Mur und Eisenbahntrasse. Hier gibt es am linken Wegrand ausreichend Platz zum Abstellen des KFZ.

Baden

Bis auf die obere Hälfte der Route ist das Wasser ruhig und strömungsarm und man könnte an den wenigen öffentlich zugänglichen Stellen durchaus eine Abkühlung wagen (dies ist jedoch keine Empfehlung). Andererseits verfügt die Kleinstadt sowieso über ein Erlebnisbad und es gibt in der näheren Umgebung etliche weitere Bademöglichkeiten.

Erlebnisbad im Freizeitpark Frohnleiten
Grazer Str. 20, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 51190

Sehenswert

Allemal zahlt sich der historische Rundgang durch das Zentrum Frohnleitens aus. Die sehr gut erhaltenen Bauten erzählen von der über 700 Jahre alten Geschichte der Stadt.

Über dem Murtal liegt die beinahe 900 Jahre alte Burg Rabenstein. Einst gebaut um die Verkehrswege zu überwachen und zu sichern, dient sie heute als Veranstaltungsort und ist auch für Hochzeiten sehr beliebt.

Für all jene, die einen Ort der Ruhe und Stille suchen, ist der Klostergarten einen Besuch wert. Der bewirtschaftete Garten dient der Eigenversorgung der Bewohner des Klosters und kann nach Voranmeldung auch besichtigt werden (Tel. +43 (0)3126 2488).

Am Hauptplatz von Frohnleiten findet man die Galerie Raimann. Hier man kann Bilder, Skulpturen, Installationen und Performances des Künstlers Michael Raimann aus Graz bestaunen. 

Extra-Tipps

Der Murradweg ist purer Genuss und führt entlang des Flusses nicht nur durch Frohnleiten, sondern auch durch vielfältige Naturlandschaften, vorbei an Kulturdenkmäler und netten Einkehrmöglichkeiten. 

Für die Bierliebhaber ist die Brauerei Flecks sehr zu empfehlen. Donnerstags ist THIRSTday, hier ist jeder von 9 bis 17 Uhr willkommen. 

Die Lurgrotte ist die größte wasserdurchströmte Tropfsteinhöhle Österreichs. Führungen dauern in der Regel ein bis zwei Stunden. Für besonders Unternehmungslustige gibt es auch Abenteuerführungen. 

Tour

Vom Einstieg unter dem Kraftwerk Frohnleiten bis runter zum Kraftwerk Rabenstein und wieder zurück.

Länge

10,2 km

Dauer

2 – 2,5 Stunden

Ein- und Ausstieg

Rechts unter dem Bildstock an der Brücke (Kühau), etwa 200 m unter der Wehr.

SUP-Verleih

nicht vorhanden

Übernachtung

Murhof Hotel und Restaurant
Adriach-Rabenstein 53, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 3000

Hotel Frohnleitnerhof
Hauptplatz 14, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 4150

Gasthof Lembacherhof
Bruckerstraße 1,8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 2453

Einkehr

Heiningers Schlemmerei
Brucker Str. 7, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 44444

Trend Lokal
Mauritzener Hauptstraße 1, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 51199

Gasthof Dorfwirt
Adriach 22, 8130 Frohnleiten
Tel. +43 (0)3126 3711

Durch das facettenreiche Murtal 

Diese Tour ist wieder das klassische Beispiel dafür, dass Satellitenbildern nicht immer vertraut werden kann, zumal sich die Vegetation und die bauliche Infrastruktur seit dem Zeitpunkt der Aufnahme verändern könnte. Der Einstieg, den wir im Vorfeld ins Visier genommen hatten, entpuppte sich aufgrund des Ufergefälles als nicht begehbar. Daher dauert es eine Weile, bis wir vor Ort die optimale Einstiegsstelle unter dem Kraftwerk Frohnleiten finden. Durch die Industrie sind viele Zugänge sowieso versperrt und abseits der Straße sind mögliche Wege zum Wasser durch das Dickicht unerreichbar. Letztendlich finden wir jedoch links neben der Brücke (Kühau) an der rechten Uferseite beim kleinen Bildstock einen optimalen Abstieg zur tief unten liegenden Mur. Die stufenartig angelegten Steine führen zu einer kleinen und versteckten Bucht mit Kies und groben Sand. 

Mit den Boards geht es flott hinab und wir starten direkt in die stärkste Strömung der gesamten Tour. Am Anfang noch im Knien und sobald sich das Wasser beruhigt steht man trotz leicht erhöhtem Wellengang schon auf seinen Füßen. Die ersten Meter führen Wildwasser der Stufe 1 bis 2, daher ist es ratsam, diese Tour schon mit etwas Flusserfahrung zu paddeln. 

Zu beiden Uferseiten ragen aus Felsen und Steinen aufgeschüttete Molen etwa 10 bis 20 Meter in den Flusslauf – eine optimale Spielwiese, um das Anfahren von Kehrwasser zu üben. Die Bedingungen dazu sind auch für Flussanfänger ideal.

Danach geht es vorbei an den Industrieanlagen und obwohl es nicht die schönste Kulisse ist, hat sie Potenzial für interessante und ungewöhnliche SUP-Fotos. Auch hier kann man an vielen Stellen noch ein kleines Kehrwassertraining einbauen und sich sogar am seichten linken Ufer unter den Bäumen kurz ausrasten, bevor man die Industriezone hinter sich lässt und in eine langgezogene Rechtskurve getrieben wird. Hier wird das Wasser kurz nochmal ein wenig choppy und je nach Wasserstand kann nur die linke Seite gut befahren werden. Wer dann zu weit rechts paddelt, könnte Finnen und Paddel direkt auf dem Flussbett aufsetzen.

Mit der ersten Brücke (Brucker Schnellstraße) in Sicht geht es in Richtung Stadtkern. Direkt unter der Brücke befindet sich rechter Hand eine Anlegestelle inklusive Slipanlage und Parkplatz. Wer sich die ersten zwei Kilometer dieser Route sparen und lieber gleich ins gemütlichere Wasser einsteigen möchte, findet hier beste Einstiegsbedingungen. 

Ab jetzt lässt die ohnehin leichte Strömung deutlich nach und man paddelt im gemächlich fließenden Wasser vorbei an den bunten Fassaden Frohnleitens, die ihre Spiegelungen gekonnt am Wasser projizieren. Ein Blickfänger sind nicht nur diese, sondern anscheinend auch wir Paddler, denn an der zweiten Brücke, welche direkt ins Zentrum der Stadt führt, werden wir von den ersten Schaulustigen begrüßt, die an einem Lokal genüsslich ihr sicher nicht erstes Bier trinken. 

Schnell lassen wir die Stadt hinter uns und finden uns in der beinahe stillstehenden Mur mitten in der Natur eingebettet wieder. Wir begegnen vereinzelten Vögeln und Schwänen sowie Gänsen, welche ungeniert entlang der vorbeiführenden Landstraße herumwatscheln.

Da das Wasser hier spiegelglatt ist, spiegelt sich auch jeder Paddler darin und ermöglicht es uns, tolle Fotos zu machen. Zug um Zug geht es hinunter in Richtung Kraftwerk Rabenstein, wo dann auch der Wendepunkt ist. An der Staumauer angekommen sieht man die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Rabenstein, wie sie auf einem Felssporn hoch über dem Murtal thront. Im Wasser hört man zischende Geräusche, welche im ersten Moment für Verunsicherung sorgen können. Man könnte meinen, das SUP habe ein Loch und verlöre Luft. Aber unsere SUPs bleiben prall und halten auch am Rückweg. Wahrscheinlich sind es lediglich im Wasser verlegte Leitungen oder Rohre, die Luftbläschen verlieren. 

Der Rückweg beginnt gemütlich und im Prinzip ist es egal, ob man am Ufer oder in der Flussmitte paddelt. Erst nach der letzten Kurve vor Frohnleiten beginnt die Fließgeschwindigkeit wieder etwas zu steigen, jedoch kann man bis in die Stadt hinein weiterhin mittig paddeln. Da wir nicht genau einschätzen können, was im Oberlauf der Route auf uns zukommt, beginnen wir hier bereits, vermehrt am Ufer zu paddeln, um Kraft zu sparen. Nur so entdecken wir noch einen kleinen Zugang zum Wasser, welcher sich an der Hauptbrücke der Stadt am kleinen Park vor der Gesundheits- und Krankenpflegeschule befindet (linkes Flussufer).

Parken könnte man hier gleich hinter der Schule und sogleich eine verkürzte Tour direkt vom Stadtzentrum aus beginnen.

Da wir aber nicht kleckern, sondern klotzen wollen, geht es für uns weiter stromaufwärts und weiter zur nächsten Brücke (Brucker Schnellstraße S 35). Ab hier ziehen wir es definitiv vor, uferseitig zu paddeln und halten uns an der rechten Seite (linkes Ufer), um kraftsparend um die lange Linkskurve mit ihrem Schotterbankett zu kommen. Die Paddelfrequenz erhöht sich und die ersten Schweißperlen verlassen die Epidermis. Meter für Meter arbeiten wir uns neuerlich an die Kartonfabrik heran und halten stets Ausschau nach der Optimallinie, wohlwissend, dass erst die letzten ein- bis zweihundert Meter wirklich intensiv werden könnten. Bisher ist es zwar leicht herausfordernd, gegen die Strömung zu fahren, aber für ambitionierte Paddler absolut machbar. Bei Bedarf kann in den Kehrwässern zwischen den Molen nochmals pausiert und Kraft getankt werden, bevor man zum finalen Kraftakt unter die Brücke und zur Einstiegsbucht ansetzt. 

Die Mur zeigt uns auch auf diesem Teilabschnitt all ihre Facetten und so kann man entlang der zurückgelegten 10 km einen schönen Mix aus Genusspaddeln und leichtem Wildwasser erleben. So kennen und mögen wir sie, die längste Wasserstraße der Steiermark.

Alternative: Man kann die Route deutlich abkürzen bzw. den oberen Teil zwischen Kraftwerk Frohnleiten und dem Stadtkern weglassen, wenn man am unscheinbaren Wasserzugang beim Park an der Krankenpflegeschule ein- und/oder aussteigt. Das Gleiche gilt auch für den Wasserzugang über die Slipanlage unter der Autobahnbrücke.

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