Lignano Umrundung

Abwechslungsreiche Mammuth-Tour um die wohl hippste Stadt der nördlichen Adria

Address

Lignano Riviera

GPS

45.655927971334, 13.102977275848

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Lignano Riviera

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45.655927971334, 13.102977275848

Anspruch 5 Paddel  |  Einkehr 3 Krüge  |  Länge 22,5 km |  Dauer 5,5 – 6,5 Stunden

Urlaubsfeeling pur mit allem, was dazugehört: endlose Strände, Shoppingmeilen, tolle Bars, jede Menge Unterhaltung für jung und jünger … und natürlich eine unglaublich abwechslungsreiche SUP-Umrundung. Lignano ist einer der Alleskönner unter den Badeorten der oberen Adria und immer wieder eine Reise wert.

Befahrungsregeln

Badegäste, Passagierschiffe und -Boote haben stets Vorrang. Die Schilflandschaft sollte abseits der begehbaren Stellen nicht betreten werden.

Gefahren

Die Strände Lignanos sind bei schönem Wetter stark frequentiert, daher ist es am besten, außerhalb der Badezone 150 – 200 m vor der Küste zu paddeln. Man wird hier zwar Quallen oberflächennah schwimmen sehen, diese sind jedoch ungefährlich. Der Wellengang kann hier bisweilen ebenfalls deutlich zulegen, kann jedoch mit Rückenwind toll ausgenutzt werden.

Entlang des Tagliamento sowie des Canale Tagliamento sollte man Ufer wegbleiben, um nicht unnötig mit den Finnen stecken zu bleiben oder das Paddel hart aufzuschlagen. Gleiches gilt für die Lagune nach dem Verlassen des Canale Tagliamento: im gekennzeichneten Fahrwasser bleiben!

Von der Lagune kommend befindet sich oftmals frei schwimmendes Seegras an der Wasseroberfläche. Es bleibt beim Drüberfahren an den Finnen hängen und bremst die Fahrt deutlich. So gut es geht die kleinen Grasteppiche umfahren und gegebenenfalls ab und zu die Finnen wieder freilegen.

Anfahrt

Genauso wie andere bekannte Urlaubsorte in der Region, ist auch Lignano nur vom Norden kommend per Zug, Bus oder Auto erreichbar.

Parken

In Lignano Riviera gibt es entlang der Strandpromenade Lungomare Riccardo Riva kostenlose Parkplätze. Hier hat man im Schatten der Pinien genügend Platz sein Equipment herzurichten und ist mit wenigen Schritten über die Straße bereits am Strand. Allerdings sollte man versuchen vor dem großen Badeansturm ab ca. 9 – 10h vormittags dort zu sein, um noch einen Platz zu finden.

Tour

Von Lignano Riviera (im Bereich Bagno 4 -6) über den Tagliamento in den Canale Tagliamento und die Lagune nördlich der Stadt zum Hafen Marina Punta Faro. Von dort die Strände entlang zurück zum Einstieg.

Länge

22,5 km

Dauer

5,5 – 6,5 Stunden

Ein- und Ausstieg

Bei einem der Strandzugänge (Bagno 4 – 6) in Lignano Riviera

SUP-Vermietung

Lignano SUP Center Bagno 3 Lignano Riviera
Viale Delle Palme, 28/B, 33054 Lignano Pineta
Tel. +39 (0)347 1476160

Wind Village – Beach establishment no. 7
Lungomare Trieste, 33054 Lignano Sabbiadoro
Tel. +39 (0)339 2104024

Tiburon ASD – Stabilimento balneare n°6
Lungomare A. Kechler, 18/A, 33054 Lignano Pineta
Tel. +39 (0)342 3845628

Banana Bread ASD
Lungomare Trieste Uff. 19, 33054 Lignano Sabbiadoro
Tel. +39 (0)324 9879940

SomewhereTours
Via Lungomare Marin, 33054 Lignano Sabbiadoro
Tel. + 39 (0)348 2324107

Vom Hinterland an den Strand

Die Lignano Umrundung in einem Stück ist etwas für erfahrene Paddler, denn knapp 23 km an einem Tag erfordern Kraftausdauer, gute Paddeltechnik und mentale Stärke. Wir fahren damit den Lignano SUP Marathon ab, welcher hier jährlich stattfindet. Lediglich Start und Ziel der Route sind bei uns etwas anders angesetzt als beim offiziellen Event.

Aus strategischen Gründen steigen wir in Lignano Riviera im Bereich der Bäder 4 – 6 ein (Bagno 4 – 6). Hier sind die Parkplätze entlang der Strandpromenade kostenlos und wir beginnen gleich mit etwas Gemütlichkeit. Das leicht ruppige Wasser vor Lignanos Stränden werden wir erst am Ende unserer Reise erleben dürfen. Da wir schon knapp nach Sonnenaufgang starten, können wir die relativ kühle Temperatur und den noch tiefen Sonnenstand nützen bevor es gegen Mittag wieder ans Festland geht.

Am Bagno 6 geht es dann gleich rechts weg und bereits nach wenigen Minuten kommen wir zur Mündung des Tagliamento, der 170 km langen Lebensader Oberitaliens. Hier nimmt man mit etwas Glück einige Meereswellen und etwas Schwung mit auf den Fluss, welcher hier von Norden kommend sanft ins Meer mündet. Wir halten uns rechts und fahren am Hemingway’s Walk vorbei, der schon von den ersten Spaziergängern und Fischern aufgesucht wird. Bis zum Hafen Marina Uno ist es sinnvoll, nicht ganz nah am Ufer zu fahren,um den Fischern nicht in die Quere zu kommen.

Der Tagliamento empfängt uns hier völlig still und strömungslos, wodurch man auch wunderbar in der Mitte des ca. 200 m breiten Flusses paddeln kann. Zumindest am frühen Morgen ist der Fluss noch unbefahren und wir stechen im Gleichschlag komplett alleine ins spiegelglatte Wasser. In wenigen Stunden wird es jedoch auch hier wieder geschäftig zugehen. Der Tagliamento zählt ja zu den letzten unregulierten Gewässern Miteleuropas und trennt die Regionen Friaul und Venetien voneinander.

Zwischen Schilf und Pinien tauchen vereinzelnd Fischer auf während wir die weiten Windungen flussaufwärts fahren. Nach etwa drei Kilometern erreichen wir die verschlafene Marina Punta Verde. Ab der nächsten Kurve wird es jedoch etwas lebhafter und die Strömung legt deutlich zu. Ab nun ist die Spazierfahrt zu  Ende und jeder Paddelstopp führt zu leichtem Abtrieb. Wegweiser zeigen bei jeder Abzweigung die möglichen Routenziele an. Von hier könnte man sogar bis nach Venedig paddeln.

Kurz vor der Abzweigung in den Canale Tagliamento nach Lignano wird es kurios-niedlich. Dutzende identische, mit Schilf bedeckte Hausboote, welche sich lediglich in der Farbe ihrer Fassade unterscheiden, säumen das rechte Flussufer. Mehr davon stehen im Hafen des Marina Azzurra Resort und man sagt uns, dass man die netten Unterkünfte zu Hotelpreisen mieten kann. Man findet auf 70 m² Wohnfläche und einer Terrasse am Oberdeck genug Platz für einen Familienurlaub abseits der touristischen Hotspots. Nach dem Resort geht es nach knapp 6 km flussaufwärts rechts weg in den Canale Tagliamento. Vier Kilometer lang werden wir hier durch das Hinterland paddeln, bevor wir in die Lagune von Lignano einfahren. Den Radfahrern entlang des Uferweges fallen wir genauso auf, wie den Autofahrern auf der Landstraße in Richtung Lignano. Aber wir sind nicht die einzigen Verrückten, die sich heute einen Rundkurs gönnen. Uns kommt ein italienischer Paddler. Im Vorbeifahren sprechen wir ihn an und erfahren, dass er die selbe Route abfährt, wie wir. Nur eben in die entgegengesetzte Richtung. Es beruhigt, zu wissen, dass es auch noch andere gibt, die sich so etwas freiwillig antun

Ein erster Essens-Stop wird nach über zwei Stunden Fahrt notwendig. Wir setzen uns in das knietiefe Kanalufer und  zücken Bananen, Eiweißriegel und Wasser. Auf so eine Tour sollte man mindestens drei Liter Wasser mitführen, denn der Wasserverlust kann zum Ende der Runde die Konzentration, die Motivation sowie die Performance deutlich einschränken.

Wir kommen schnell voran und nach ein paar weiteren Kanalwindungen liegt die Lagune nördlich von Lignano vor uns. Welch herrlicher Anblick! Im Dunst der Vormittagssonne liegt der Hafen Marina Punta Faro etwa vier Kilometer vor uns. Jetzt heißt es mal stehen bleiben, innehalten und sich an der Fernsicht satt zu sehen. Daraus wird nichts, denn wir müssen und wollen weiter – dem Hafen entgegen.

Das Wasser ist ruhig und man ist gut beraten, am gekennzeichneten Fahrwasser zu bleiben. Abseits bleibt man im teils felsigen Boden schnell hängen. Der direkte Weg zum Hafen funktioniert also nicht und wir müssen eine Weile weiter den natürlichen Gegebenheiten der Lagune nachgeben und im Bogen auf unser Zwischenziel zupaddeln. Sobald man die Schiffsmasten im Hafen deutlich erkennen kann, kann man jedoch nach rechts weg aus dem Fahrwasser ausbrechen und in gerader Linie auf den Hafen zufahren. Hier ist beim Timing etwas Fingerspitzengefühl gefragt und man sollten den Wasserstand bzw. den Boden unter dem SUP ständig im Auge behalten. Auch weil man hier über oberflächlich schwimmendes Seegras fährt, welches gerne an den Finnen hängen bleibt und wie eine Bremse wirkt.

Um den Hafen lässt sich auf den Wellen der Motorboote ein wenig Wellenreiten und die ganze Stadt scheint sich bereits am Strand und im Wasser zu vergnügen. Wir umrunden die Ostspitze im Bereich des Doggy Beach und lassen uns dann für eine kurze Pause erstmals ins Wasser fallen. Der Auftrieb entlastet die Wirbelsäule und entspannt die Muskeln. GeSUPt wird hier viel, in Lignano Sabbiadoro. Etliche Big SUPs werden von Kindern als Sprungbrett zweckentfremdet, andere navigieren zwischen Tretbooten und Badegästen scheinbar ziellos umher. Nicht so mit uns. Unser Ziel sehen wir in etwa sechs Kilometern Luftlinie vor uns und wir entscheiden uns für die direkte Linie, statt am gekrümmten Strand entlang zu fahren.

Stets bleiben wir deutlich vom Strand entfernt und haben so freie Fahrt abseits der vielen Badegäste und nutzen sogleich die nach Westen ziehende Strömung Richtung Ziel. So langsam macht sich die Ermüdung bemerkbar, denn die Muskeln ziehen, der mentale Antrieb lässt etwas nach und Hunger macht sich breit. Zum Glück bieten uns die Wellen eine unterhaltsame Fahrt bei der wir versuchen, mit kräftigen Paddelschlägen jedes Wellental möglichst schwungvoll auszunutzen bis die orangen Schirme des Bagno 6 in der Ferne erkennbar werden. Dennoch werden die letzten zwei Kilometer auch ein großes Stück Willenssache. Die Trinkpausen werden häufiger und zeitweise scheinen wir gar nicht voran zu kommen, weil so weit draußen das Gefühl für die Geschwindigkeit mangels Ufernähe teils verloren geht. Unter uns ziehen weiße Quallen mit blauen Streifen vorbei – von winzig kleinen bis handgroßen Exemplaren ist hier alles vertreten. Die Rippen- bzw. Kammquallen sind harmlos und werden in Asien als Suppe oder zum Salat gegessen.

Um Punkt zwölf Uhr mittags kommen wir dann an, dort wo wir gute fünf Stunden zuvor gestartet sind. Die Erschöpfung ist groß, die Freude über die bisher längste nonstop Tour unseres Lebens ist jedoch deutlich größer. Die letzten Wasserreserven werden gekippt und wir legen uns in die lauwarme Adria. Die SUPs schwemmen die Wellen sowieso an Land.

Eine halbe Stunde später ist alles im Auto versorgt und wir gehen fünf Minuten um die Ecke, um im Ristaurante San Remo Lachslasagne und andere Spezialitäten zu genießen. Wohlgenährt und zufrieden geht es später zurück an den Strand – ohne SUPs. Schön war’s! Wir überlegen bereits, ob es in die Gegenrichtung auch so toll zu fahren ist. Man wird sehen! Ci vediamo a Lignano!

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