Mur – Sightseeing durch Graz

Stadterkundung zu Wasser durch das österreichische Florenz

Address

Seifenfabrik

GPS

47.046411216559, 15.442711114883

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Seifenfabrik

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47.046411216559, 15.442711114883

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 3 Krüge  |  Länge 6 km |  Dauer 1 – 1,5 Stunden

Ruhige Aulandschaften, Wildwasser Action und Sight Seeing aus der Fischperspektive – Graz hat’s drauf und die Mur bietet hier für alle SUP-Levels geeignete ‚Spülwiesen`. Außerdem findet man hier ein großes Angebot an toller Gastronomie, Kunst und Kultur und kann sich bei Bedarf direkt am Fluss sein SUP mieten.

Befahrungsregeln

Im Stadtgebiet tummeln sich auch andere Wassersportler – SUPs, Ruderer, Kajaker und an den Zugangsstellen im Sommer auch Schwimmer. Dementsprechend vorausschauend paddeln und niemanden zu ungewollten Manövern zwingen.

Gefahren

Die Mur weist auch im relativ ruhigen Abschnitt in Graz und südlich davon klassische Fließwassergefahren auf, daher gilt es stets, den Wasserstand zu beobachten und abzuwägen, ob die eigenen Fähigkeiten, eine Tour zulassen. Vor allem nach stärkeren oder längeren Regenfällen kann die Fließgeschwindigkeit auch auf diesen ansonsten recht strömungsfreien Abschnitten stark zulegen.
Ab der Radetzkybrücke nimmt die Strömung deutlich zu und es wird an vielen Stellen schwer, diese flussaufwärts zu überwinden. Ab der Erzherzog-Johann-Brücke  (City Beach) gibt es stehende Wellen, welche flussaufwärts nur mehr umgangen, aber nicht mehr überpaddelt werden können. Dementsprechend sind diese Abschnitte in beide Richtungen nur mehr für flusserprobte und fitte Paddler geeignet.
Wer seine Paddelblätter schonen möchte, paddelt nicht ganz nah am Ufer entlang, wo es am wenigsten Strömung gibt – mindestens 2 m Abstand halten!

Anfahrt

Vom Grazer Zentrum kommt man am einfachsten über die Wielandgasse, welche auf dem Weg nach Süden zuerst zur Schönaugasse und dann zur Kasernstraße wird, zum Maria-Cäsar-Park im Bezirk Liebenau. Dazu biegt man vom Joanneumring kommend (Einbahn Richtung Westen fahrend) links in die Wielandgasse ein (rechts Merkur Versicherung sowie Neutor Apotheke an der Kreuzung,) und folgt dem Straßenverlauf für ca. 2,3 km geradeaus. Das letzte Stück führt durch die zu beiden Straßenseiten angelegten Heimgärten. Vor den ersten Hochhäusern geht es rechts in Dr.-Plochl-Straße und an deren Ende ist man bereits vor dem Park sowie in der Andersengasse.https://www.graztourismus.at/de/anreise-und-verkehr/anreise

Parken

Entlang des Maria-Cäsar-Park (ehemals Grünanger Park) kann in der Andersengasse kostenfrei auf öffentlichen Abstellplätzen geparkt werden. Alternativ kann man in der näheren Umgebung in den kleinen Seitenstraßen bzw. vor dem Tenniscenter (GDG Sportcenter) in der Pichlergasse parken.Direkt vor dem Kraftwerk Friesach befindet sich ein öffentlicher und kostenloser Parkplatz (vor dem Schranken bleiben!). Hier ist auch weitläufig Platz, um das Equipment vorzubereiten.

SUP-Vermietung

SUP Experience
Freizeitpark Auwiesen, Eichbachgasse 900
8041 Graz (Mur Auen, Stausee)
Tel. +43 (0)699 13040934

Tour

Hafen Liebenau – Murinsel

Vom Hafen nördlich Richtung Murinsel und wieder zurück. Beim City Beach absteigen, zu Fuß zur Murinsel und dort wieder aufs Wasser und über die Stromschnellen zurück zum Einstieg.

Länge

6 km

Dauer

1 – 1,5 Stunden

Ein- und Ausstieg

Hafen beim Puchsteg im Maria-Cäsar-Park.

Sight-SUPing durch die Landeshauptstadt

Städte am Wasser haben stets ein besonderes Flair. Das Wasser bringt dabei meist Qualitäten, wie Verspieltheit, Naturräume und eine Extraportion Leben in den urbanen Raum, welche mit keinem anderen Element vergleichbar sind. Die Mur wird als Hauptfluss der Steiermark auch steirischer Amazonas genannt und fließt auf seinen 453 km nicht nur durch die steirische Landeshauptstadt Graz, sondern weiter nach Slowenien, Kroatien und nach Ungarn, um an der kroatisch-ungarischen Grenze in die Drau zu münden. Der Fluss zählt wohl zu den schönsten und abwechslungsreichsten Fließwasserrevieren des Landes und hält für alle Leistungsstufen geeignete Abschnitte bereit. Was in den 1970ern und 1980ern eine der am meisten verschmutzten Wasseradern Österreichs war, hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Paradies für unzählige Wassersportarten entwickelt. Heute ist die Wasserqualität sehr zufriedenstellend, was in letzter Zeit sogar zur Rückkehr einiger sensibler Fischarten (z.B. Äschen) und zu etlichen Qualitätsauszeichnungen auf europäischer Ebene geführt hat.

Wir gönnen uns eine variantenreiche Tour, welche uns zuerst vom etwas verträumten Süden der Stadt ins Stadtzentrum und danach wieder zurück führt. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2020 ist der kleine Flusshafen im Maria-Cäsar-Park im Bezirk Liebenau zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden. Neben einem weitläufigen Zugang zum Stausee unterhält das Wassersportcenter Grünanger hier die SUP Schule von SUPXperience sowie einen Verleih von SUPs, Kajaks, E-Foils, E- und Tretbooten sowie weiteren Wasserfahrzeugen. Sogar Sunset-Touren mit Prosecco & SUP Yoga werden hier angeboten. Das Areal entwickelt sich zum neuen Freizeithotspot im Süden der Stadt, welcher bequem über die Radwege entlang der Mur erreicht werden kann.

Am flachen Schotterstrand kann man in Ruhe seine Boards auspacken und in stilles Wasser einsteigen. Wir paddeln gleich mal rechts weg und unter dem Holzsteg durch. Am rechten Ufer befindet sich die ehemalige Seifenfabrik, deren hoher Ziegelschlot ist auch aus der Ferne gut sichtbar ist. Die 1872 errichtete Poudrettefabrik wird heute erfolgreich als hippes Veranstaltungszentrum genutzt und ist auch architektonisch ein sehenswürdiges Unikat. Durch die Neugestaltung der Mur aufgrund es Kraftwerkbaus gibt es hier viele tolle Zustiegsmöglichkeiten und kleine Plattformen, um sich am Wasser zu entspannen. Die Gegend ist ruhig und wir stechen in spiegelglattes Wasser ein, während sich links von uns eine Aulandschaft am Ufer ausbreitet. Dass wir dem Stadtzentrum näher kommen merken wir nach ungefähr einem Kilometer beim Unterpaddeln der Eisenbahnbrücke sowie der darauf folgenden Friedensbrücke. Es wird lauter und die Besiedlungsdichte steigt. Was ebenfalls zunimmt ist die Fließgeschwindigkeit der Mur, weshalb man spätestens ab Höhe Augarten besser am strömungsärmeren Ufer entlang fährt. Das Gebiet um den Augarten ist das ganze Jahr über sehr belebt, zumal der Augartenpark neben dem Stadtpark der beliebteste Park der Stadt ist und mit guter Infrastruktur und vielen Möglichkeiten für Sport und Entspannung punktet. Im Zuge des Kraftwerkbaus (2017 – 2020) wurden auch hier bauliche Änderungen am Flussufer unternommen, weshalb es hier nun eine Bucht gibt, welche sich als Anlegestelle anbietet und sogar zum Schwimmen einlädt, wenn man das kühle Wasser genießen möchte.

Für uns geht es jedoch weiter und mit jeder Brücke, die wir hinter uns lassen wird das Wasser auch am rechten Ufer etwas unruhiger und stärker, sodass wir beim sogenannten StadtBalkon vor der Radetzkybrücke den Fluss queren und am linken Ufer gegen die Strömung weiter paddeln. Direkt vor dem Brückenpfeiler findet man ein tolles, beinahe stehendes Kehrwasser vor. Hier kann man gerne die Strömung nutzen und an seiner Paddeltechnik arbeiten. Wenn man k.o. ist kann man am StadtBalkon, einer neu errichteten Aussichtsplattform anlegen, die Stiege rauf gehen und gemütlich in der Chill- & Spiellounge Getränke, Cocktails und Snacks genießen, dabei Billard, Tischfußball, Darts, Schach und vieles weitere spielen. Außerdem gibt es hier einen SUP- und Kajak-Verleih und man kann aus etwa 5 m Höhe in Liegestühlen dem Treiben am Wasser folgen. 

Unter den ufernahen Bäumen geht es weiter rauf zur übernächsten Brücke, wo wir am City Beach anlanden. Am besten dazu deutlich vor der Erzherzog-Johann-Brücke nochmal queren, denn direkt darunter wird es ab nun ruppig. Wir finden ein kleines Kehrwasser und steigen mit unseren Boards hinauf zur Uferpromenade.

Entlang des Radweges tragen wir unsere Boards ungefähr 300 m weiter rauf zur Murinsel – einer schwimmenden Plattform mit Café und kleinem Amphitheater – wo wir nach einer kurzen Sichtung der Gegebenheiten wieder aufs Wasser gehen. Abgesehen davon, dass hier sowieso nur erfahrene Paddler runter fahren sollten, gilt es die linke Seite (in Fließrichtung) zu meiden und in die Mitte vor die Murinsel zu paddeln. Hier findet man dann eine ideale Spur um über die Wellen und unter dem Mursteg zu reiten. Wer hier bei Wildwasser Stufe 2 nicht abgeworfen wird nimmt den Schwung gleich mit zum zweiten White Water Highlight unter der nächsten Brücke am City Beach, wo wir vorhin anlanden mussten.

In diesem Bereich hält man sich auf jeden Fall rechts, um der stehenden Welle auf der linken Hälfte des Flusses. Denn hier kann manchmal unter der Brücke eine recht starke Walze ausbilden sein (im Satellitenbild übrigens gut zu erkennen), welche auch erfahrene Flusspaddler nur ungern wieder auslässt. Wem allerdings auch die rechte Seite zu viel Respekt einflößt, kann hier locker kniend drüber paddeln und somit trocken bleiben.

Danach wird es richtig gemütlich, die Fließgeschwindigkeit nimmt ab, das Wasser wird immer ruhiger und wieder für jeden befahrbar. Dennoch geht es zügig zurück Richtung Süden und den Unterschied merkt man vor allem, wenn man davor flussaufwärts paddeln musste. Nun bleiben wir bewusst in der Mitte, um möglichst lange vom Wasser getragen zu werden, was auch bis zum Augarten super funktioniert. Nach der Eisenbahnbrücke ist wieder mehr Paddeleinsatz gefragt, denn man merkt immer deutlicher, dass sich der Fluss zu stauen beginnt. Man kann sich aber auch langsam treiben lassen und dem Puls die Möglichkeit geben, sich nach der Action der beiden Wildwasserstufen wieder zu normalisieren.

Die große Runde bis zur Murinsel ist mit 6 km recht kurz, aber dafür umso ereignis- und variantenreicher und eignet sich immer für eine kurze Paddeleinheit zwischendurch. Und wem es danach immer noch nicht reicht, kühlt sich im kleinen Hafen in Liebenau gründlich im Wasser ab.

Alternative: Mehr Gemütlichkeit garantiert die verkürzte Runde, welche nur bis zum StadtBalkon führt. Wer hier anlandet und auf der Terrasse einen Drink genießt, kann mit etwas Glück jene Exoten beobachten, die von der Murinsel kommend die Wellen rocken. Danach geht es vom Wasser sanft getragen wieder zurück zum Einstieg.

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