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Fürstenfeld

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47.041918608228, 16.103564500809

Feistritz und Lafnitz von Fürstenfeld nach Szentgotthárd 

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Adresse

Fürstenfeld

GPS

47.041918608228, 16.103564500809

Anspruch 3 |  Einkehr 1 |  Länge 18,2 km |  Dauer 5 – 6 Stunden

Der Südosten Österreichs ist voller einsamer Wasserstraßen, die bis nach Ungarn reichen. Die Feistritz und die Lafnitz führen auf knapp zwanzig verträumten Kilometern durch Bibergebiete, Flussauen und vorbei an abgelegenen Sandbänken.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Kies- und Sandbänke sowie Zonen mit Wasserpflanzen weitestgehend meiden (Tier- und Naturschutz). Abfälle bitte mitnehmen und später an Land entsorgen. Es gilt, Arten wie die sibirische Schwertlilie, den Storch und den Eisvogel zu schützen. Darum ist das Lafnitztal mit seinen Feuchtgebietslebensräume seit 2022 auch Ramsargebiet.

Gefahren

Das Unvorhersehbare ist ständiger Begleiter dieser Tour, und so sind je nach Wasserstand und vorhergehender Wetterlage immer wieder Verklausungen aus Treibholz entlang der Feistritz möglich. Beide Flüsse haben sich teils tief in den Boden hineingegraben, und weil viele Stellen umtragen werden müssen, sind feste Schuhe die bessere Wahl als Neoprenschuhe oder Sandalen. Auf jeden Fall bitte Fußbekleidung tragen, denn meist muss man über steile Ufer mit bis zu drei Metern Höhe umtragen!

Baumleichen und größere Äste liegen immer wieder einzeln im Wasser. Man muss vorausschauend paddeln, um nicht mit den Finnen an einem knapp unter der Wasseroberfläche verlaufenden Stamm oder Ast hängen zu bleiben. Auch Sweepers – also gelegentlich zum Wasser herunter hängende Äste und Bäume – und im Wasser liegende Baumleichen können sogar für fortgeschrittene Paddler gefährlich werden, wenn man sie übersieht.

Riffels und seichte Stellen tauchen immer wieder auf, meist ist aber kein Absteigen nötig. Es sollte ausreichen, weit vorne am Board zu stehen, um die Finnen anzuheben.

Die Lafnitz weist alle paar Kilometer Sohlschwellen auf, wovon wahrscheinlich nur zwei befahrbar sind. Bei Hochwasser könnte das jedoch anders sein. Die Umtragungen erfolgen oft über steile und erdige Ufer. Man sollte daher trittsicher und koordinativ fit sein, um das gesamte Equipment an den Hindernissen vorbei zu tragen.

Wir weisen auch auf die Gefahr eines zu geringen Wasserstandes hin. Dieser kann an beiden Flüssen öfter vorkommen, als einem Paddler beliebt.

Die relevanten Messtationen an der Feistritz sollten zumindest folgende Wasserstände ausweisen:  Anger 200 cm, Hofing 80 cm.

Die relevanten Messtationen an der Lafnitz sollten zumindest folgende Wasserstände ausweisen: Dobersdorf und Eltendorf beide zumindest 140 cm.

Die Mühle in Dobersdorf am besten über den Kanal des Mäanderdurchbruchs umfahren! Nach der Mühle müsste man ansonsten verbotenerweise über ein Privatgrundstück wieder einsteigen. Wie gut der Einstieg an der gegenüberliegenden Seite dieses Privatgrundstückes möglich ist, ist derzeit unbekannt.

Gelegentlich können Fischer an den Ufern ihrem Tagwerk nachgehen, denn die Flüsse Feistritz und Lafnitz sind samt ihrer Nebengerinne und Altarme beliebte Fischereireviere. Dann heißt es nach Angeln, Schwimmern und Fischerleinen Ausschau zu halten und diese zu umfahren.

Anfahrt

Von Graz kommend nimmt man die Autobahn A2 (Südautobahn) in Richtung Wien und fährt an der Ausfahrt Ilz/Fürstenfeld ab. Von Wien kommend fährt man an der A2 in südlicher Richtung über Hartberg bis zur Ausfahrt Ilz/Fürstenfeld. Man folgt dem Verlauf der Landstraße bis man nach etwa 11,5 km am Hauptbahnhof von Fürstenfeld vorbei kommt. Dieser ist linker Hand nicht leicht erkennbar, da das Bahnhofsgebäude einem großen Wohnhaus ähnlich sieht.

Nach weiteren 800 m nimmt man an der Straßengabelung links die Loipersdorfer Straße, fährt geradeaus über den Kreisverkehr und biegt 140 m danach in die Rennmühlstraße ein (scharf links nach dem roten Imbissstand am linken Straßenrand). Diese Straße verläuft 1,7 km geradeaus über eine kleine Brücke am Wehr. Nach der Brücke rechts abbiegen und am rechten Straßenrand entlang des Radweges parken.

Parken

Nördlich der kleinen Wehranlage beim Einstieg in Fürstenfeld kann man am Kohlwiesenweg das Auto am rechten Straßenrand parken. Die großzügigen Parkflächen am gegenüberliegenden Flussufer sind leider Privatgrundstücke, das Parken ohne Genehmigung also verboten.

Am ungarischen Ende der Tour gibt es viele Parkplätze zu beiden Flussufern im Bereich von Geschäften, deren Benutzung mehrere Stunden am Stück jedoch auf eigene Gefahr erfolgt. In Paddlerforen gibt es durchaus schlechte Erfahrungsberichte mit abgestellten KFZ.

Parkplatz Penny und DM Supermarkt
Parkplatz Fezo Supermarkt
Parkplatz Markt

Baden

An vielen strömungsarmen Stellen, wie beispielsweise an Uferbänken, kann man sich auf eigene Gefahr hin herrlich abkühlen. Allerdings ist vor allem das Wasser der Feistritz nicht immer so klar, wie man es gern hätte, denn der sandige und lehmige Untergrund gibt immer wieder Sedimente frei, welche das Wasser bräunlich verfärben können. Auch wenn die Wasserstände generell gering sind, gibt es genügend Abschnitte ohne ausreichendem Stand unter den Füßen.

An Verblockungen treten auch gerne Schaumkronen auf, welche leider auf einen gewissen Verschmutzungsgrad hinweisen.

Als Alternative bieten die Bäder der Region umfassenden Badespass und Komfort mit weniger Risiken:

Freibad Fürstenfeld
Badstraße 1, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)664 73451854

Naturbadesee Königsdorf
7423 Neustift an der Lafnitz
Tel. +43 (0)3338 3050

Sehenswert

Beim Stadtrundgang in Fürstenfeld lernt man entlang von 16 Stationen die historische Altstadt kennen. Es geht dabei durch enge Gassen und an Jahrhunderte alten Gebäuden vorbei (z.B. das alte Rathaus, die Stadtpfarrkirche oder das Franziskanerkloster).

Das Kloster Szentgotthárd stammt aus dem 12. Jahrhundert und ein Teil seiner Räumlichkeiten – die Räume der Zisterzienser – dient heute als Rathaus. Der ehemalige Speisesaal im Erdgeschoss dient heute als Konzertraum und Eheschließungssaal.

Extra-Tipps

Wenn es nicht das SUP Board ist, darf es ja gerne auch ein Kanu sein. Geführte Kanutouren gibt es in der Region eine Menge, denn sie ist ein beliebtes Ziel für Kanufahrer. Die unterschiedlichen Gewässer und Anbieter laden in der Regel zwischen Mai und Oktober zu mehrstündigen Erkundungsfahrten ein.

Infoseite Tourismusverband Südburgenland
Infoseite Tourismusverband Jennersdorf
Sunsplash Kanu

Die Abokonzerte in Fürstenfeld bieten über das ganze Jahr verteilt Musik aus unterschiedlichsten Stilrichtungen. Der Sommer ist jedoch veranstaltungsfrei.

In Szentgotthárd  befindet sich in der Nähe der Zisterzienserkirche und des Klostergebäudes ein Lehrpfad. Entlang dieses Pfades stehen sieben geneigte Informationstafeln in der Form eines geöffneten Buches und geben dem Leser einen Einblick in das frühere Leben der Zisterzienser.

Tour

Vom kleinen Wehr in Fürstenfeld die Feistritz und später die Lafnitz entlang bis zur Raab-Mündung in Szentgotthárd.

Länge

18,2 km

Dauer

5 – 6 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg am kleinen Wehr im Osten von Fürstenfeld.

Ausstieg in Szentgotthárd am linken Ufer an der Mündung der Lafnitz in die Raab.

SUP-Verleih

Keiner

Übernachtung

Big apartment in Bad Loipersdorf on a farm near Fürstenfeld
Rittscheintalstraße 84, 8282 Bad Loipersdorf
Tel. +31 (20) 894 5659

Aparthotel Heuberger
Grazer Straße 1, 7571 Rudersdorf
Tel. +43 (0)660 460 0919

Haus Semmi
Grazer Platz 9, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)676 7448234

La Villa Pergola
Kossuth út 56, 9970 Szentgotthárd
Tel. +36 (0)30 9 471 559

Andante Pension & Restaurant
Füzesi út 12, 9970 Szentgotthárd
Tel. +36 (0)94 44 55 66

Hotel Zsida
Zöldlomb utca 1, 9970 Szentgotthárd

Einkehr

Das Hermann’s
Ungarstraße 1, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)3382 52939

Fürstenbräu Braugasthaus
Hauptstrasse 31, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)3382 55255

Beim Borckenstein – Styrian Style Tapas Bar
Hauptstraße 2A, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0) 664 5142326

Maximilian Cocktailbar
Stadt-Zug-Platz 2, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)676 5833330

Havanna Lounge
Burgenlandstrasse 2, 8280 Fürstenfeld
Tel. +43 (0)664 1200092

Rezi Pizzeria and Restaurant
Martirok ut 5/A, 9970 Szentgotthard
Tel. +36 (0)70 263 2761

Cafe Corso
Szell Kalman ter 21/A, 9970 Szentgotthard
Tel. +36 (0)20 430 5766

Doppeltes Flussvergnügen

Das österreich-ungarische Grenzgebiet zeichnet sich durch unzählige naturbelassene Zahmwasserwege aus, welche für Naturliebhaber Reviere mit unterschiedlichem Charakter bereithalten. Die heutige Tour ist eine Kombi aus den beiden Flüssen Feistritz und Lafnitz, sie wird nach etwa 18 km in der netten ungarischen Grenzstadt Szentgotthárd enden.

Den Einstieg wählen wir in der südoststeirischen Kleinstadt Fürstenfeld, welche ja gerade hierzulande durch einen herrlichen Austropop-Klassiker allseits bekannt ist (Band: STS – Song: Fürstenfeld). Östlich der Stadt liegt ein kleines Wehr, welches uns ideale Startbedingungen bietet, denn hier kann man sein KFZ am Straßenrand parken und das Board gemütlich zwischen den Büschen zum sandig-lehmigen Becken unter dem Wehr tragen.

Das beinahe stehende Wasser wird nach etwa hundert Metern mit dem schneller fließenden Wasser des Wehrkanals zusammengeführt und mit einem kleinen Push geht es ab ins Naturabenteuer. Schwungvoll paddeln wir die ersten anderthalb Kilometer unter den Baumkronen durch langgezogen Kurven und genießen das frühlingshafte Gezwitscher der Vögel um uns herum.

Uns wurde gesagt, dass es im Sommer bei weitem schwieriger ist hier zu paddeln, weil der Wasserstand oft zu wünschen übrig lässt. Daher lohnt sich im Vorfeld der Blick auf den PegelAlarm. Wir hatten wohl auch das Glück, dass während der Woche vor unserer Tour immer wieder Regentage das Wetter vermiest hatten, was uns damit aber einen besseren Wasserstand an den beiden Flüssen einbrachte.

Wenn die Messtationen an der Feistritz bei Anger 200 cm und bei Hofing 80 cm Wasserstand ausweisen ist man mit dem SUP auf der befahrbaren Seite.

Die Pegelstände für die Lafnitz sollten an den Messpunkten Dobersdorf und Eltendorf zumindest 140 cm erreichen. Darunter wird es dann wohl auch mit der Durchflussrate extrem langsam.

Nach etwa 1,5 Kilometern gemütlichen Dahintreibens treten wir mit einer scharfen Linkskurve in den mäandernden Teil unserer Route ein. Die Feistritz ist hier nur zwischen zehn und fünfzehn Metern breit und es liegen immer wieder Baumstämme und Treibholz im Wasser. Der Zick-Zack-Kurs durch die Flussauen macht uns sichtlich Spaß und an den kleinen Inseln geht es links und rechts meist mit erhöhter Strömung vorbei. Anders als beispielsweise an der Raab, welche über weite Strecken einen ähnlichen Charakter aufweist, hängen hier weniger Bäume und Äste ins Wasser. Allerdings gibt es auch hier steile und hohe Prallhänge sowie verträumte Sandbänke.

Kurz vor der Dobersdorfer Mühle landen wir dann doch in einer hölzernen Verblockung, da sich das Treibholz mit Plastikabfällen in einer Kurve gesammelt hat.

Der schwimmende Teppich sieht zunächst unüberwindbar aus, auch ein Umtragen der Boards kommt kaum in Frage, da die Ufer senkrecht und erdig sind und man keinen Stand im Wasser hat. Glücklicherweise liegt ganz rechts ein schöner Baumstamm etwa 30 cm fest fixiert über dem Wasser, sodass man das Board darunter durchschieben und selbst über den Baum steigen kann. Solch eine leichte Hindernislösung findet man nicht alle Tage und später werden wir auch noch weniger leichte Stellen vorfinden.

Nach ein paar Flusswindungen erreichen wir die Dobersdorfer Mühle (auch Bagdy Mühle genannt) und gehen hier an Land, um die Mühle zu umtragen. Gleich um die Ecke kann man an der Mühlwinkelstraße einen alten Grenzstein aus dem Jahre 1756 bestaunen, dessen Aufschrift Maria Theresia, die damalige Königin von Ungarn nennt.

Leider wissen wir nicht, dass unser geplanter Einstieg an der anderen Seite (rechts nach der Brücke und der Fischtreppe) über ein Privatgrundstück geht und somit nicht gestattet ist. Nach einem netten und aufklärenden Gespräch mit den dort wohnenden Grundstückseigentümern steigen wir ausnahmsweise doch unter dem Wehr ins schnelle Wasser und geben folgende Empfehlung für diese Umtragung ab:

Das Sinnvollste wäre, den Mäanderdurchbruch kurz vor der Mühle zu nehmen, denn dieser führt auf kürzestem Weg am Privatgrundstück vorbei und ist leicht zugänglich.

Man könnte sein Glück an der Mühle eventuell versuchen, indem man nicht wie wir über die kleine Brücke nach links zum Privatgrund geht, sondern rechts an der Mühle vorbei und dort über die Wiese runter zum Ufer steigt. Das Gelände lässt hier an vielen Stellen einen guten Abstieg zu (Erfahrungen mit dieser Variante bitte gerne an uns weiterleiten).

Dass wir hier mitten im Bibergebiet sind, erkennen wir spätestens am Ende der nächsten Flusswindung, als wir zwei seit kurzem quer liegenden Baumstämmen ausweichen müssen. Das ist tricky und zeitintensiv, weil es keinen stabilen Stand, sondern nur ein paar halbwegs gut verkeilte Äste zum Draufsteigen gibt. Der Grundbesitzer hatte uns vor diesem Hindernis zuvor gewarnt und über den Kanal hätten wir uns locker 15 Minuten Zeit und Nerven erspart.

Beim Übersteigen der beiden Blockierungen merken wir gar nicht, dass rechts über uns bereits der Thermengolfclub Loipersdorf liegt, was aber ein paar Meter flussabwärts offensichtlich wird, sobald sich die kurzgemähten Wiesen neben der Feistritz erheben. Wir befinden uns seit der Mühle bereits im Burgenland und paddeln an der unspektakulären Mündung der Feistritz in die Lafnitz vorbei, welche zwischen Dobersdorf und Königsdorf plötzlich von links daherkommt.

Beide schmalen Flüsse gehen nun in einem etwas breiteren Flussverlauf weiter. Die Feistritz ist zu Ende und die Lafnitz ist ab hier an manchen Stellen sogar bis zu 30 Meter breit, hat dafür aber an vielen Stellen beinahe regungsloses Zahmwasser.

Die Lafnitz ist schon immer ein Grenzfluss gewesen, welcher bereits die römischen Regionen Pannonia und Noricum trennte. Allerdings sind Flüsse als Grenzmarkierungen nicht immer verlässlich, da sie ihren Verlauf ändern können. So ist es nicht verwunderlich, dass die Grenze zwischen dem Burgenland und der Steiermark entlang unserer Route nicht immer dem Flussverlauf entspricht. Der tatsächliche Grenzverlauf entspricht also einem historischen Flussverlauf der Lafnitz, der sich im Laufe der Jahrzehnte seit dem ersten Weltkrieg durch die fortlaufende Fließdynamik verändert hat. Der Blick auf eine Landkarte verrät uns also, wie stark sich unregulierte Flussverläufe verändern können.

Ab nun ist der Flusslauf ist jedoch stark reguliert und eine Sohlschwelle folgt auf die nächste. Kurz nach dem Golfplatz liegt bereits die erste, welche jedoch rechter Hand gut befahren werden kann, wenn der Wasserstand passt. Es schadet aber nicht, etwas weiter vorne am Brett zu stehen oder gar zu knien.

Wenige Minuten später stehen wir leider an einer unbefahrbaren Stromschnelle, beide Ufer in unmittelbarer Nähe sind leider zu verwachsen. Am rechten Ufer befindet sich allerdings ein kleiner Kanal um die Sohlschwelle herum. Den nehmen wir motiviert und fahren ihn aus, bis der Weg vollkommen versperrt ist. Zu viel Treibholz und tief wachsendes Gebüsch. Die Lösung liegt also im 2-3 Meter hohen Aufstieg zur Wiese über uns. Das Ufer ist zwar fast vertikal und erdig, aber ein paar gut gelegene Steine erleichtern uns die Arbeit. Ein Paddler geht voraus, danach werden die Boards hochgezogen und dann folgen die anderen Paddler. Wir werden dieses Manöver noch ein paar mal wiederholen müssen, bis wir in Ungarn sind.

Die Wiese ist nun im Frühling noch recht gut passierbar und wir steigen bei nächstbester Gelegenheit wieder am steilen, aber nicht hohen Ufer hinab zum Wasser. Auch aufgrund der Vegetation wäre diese Tour im Sommer wahrscheinlich undenkbar, weil vermutlich viele Umtragungen im hochgewachsenen Gras und der üppigeren Vegetation noch mühsamer wären.

Danach paddeln wir gemächlich weiter, während uns gelegentlich leichte Windzüge um die Ohren blasen. Immer wieder tauchen nachgebaute Tschartaken in Ufernähe auf. Diese Wachtürme dienten den Osmanen zur Gebietsverteidigung und bereichern heute die Ausblicke vom Ufer aufs Land. Schließlich nähern wir uns der pannonischen Ebene, welche unter dem Einfluss des Mittelmeerklimas steht. Ab und zu kommen wir an einsamen landwirtschaftlichen Gebäuden vorbei, ansonsten befinden wir uns hier im idyllischen Niemandsland.

Die nächste rauschende Schwelle vor uns ist aber bereits hörbar, auch diese ist leider nicht befahrbar, und auch hier bietet sich am rechten Ufer wieder eine ruhige Stelle zum Ausstieg an. Es geht wieder die erdig-lehmige Wand hinauf zur nächsten Wiese und kurz darauf wieder ab ins Wasser. Wir etablieren einen Rhythmus.

Der ziemlich begradigte Fluss zieht uns langsam weiter nach Osten und glücklicherweise ist die bald folgende Sohlschwelle unter einer Brücke leicht rechts von der Mitte befahrbar.

Über beiden Ufern verlaufen Rad- bzw. Wirtschaftswege und so werden wir immer wieder zu einer Attraktion für die sonntäglichen Radler und Spaziergänger. Leider können wir ihnen nicht mehr Action bieten, da die meisten Steinaufschüttungen nicht passierbar sind, zumindest nicht beim derzeitigen Wasserstand.

Die weiteren Sohlschwellen sehen wie folgt aus:

Bei Poppendorf am besten links umtragen. Das Ufer ist nur etwa einen Meter hoch, der Aufstieg relativ leicht, dafür der Abstieg direkt unter der Schwelle etwas steil.

300 m weiter steht man leider wieder an und umträgt am besten auch wieder linker Hand. Aufgrund der Vegetation muss man direkt unter der Sohlschwelle an den letzten Felsbrocken wieder einsetzen.  

Danach gibt es knapp drei Kilometer lang frei fließendes Wasser und die letzte Schwelle ist nochmals gut befahrbar. Am besten wieder leicht rechts von der Mitte bleiben und damit rechnen, dass eventuell die Finne leicht am Gestein aufsitzt. Daher das Gewicht ein wenig nach vorne verlagern!

Obwohl der Wasserstand über die gesamte Tourstrecke passt, ist immer wieder mit seichten Stellen und Riffels zu rechnen. Gerade bei dem idyllischen Tempo dieser Fahrt ist es kein Problem, ab und zu den Boden unter den Boards im Visier zu halten. Und so geht es uns bei Neuheiligenkreuz an der österreich-ungarischen Grenze als wir mit etwas Glück eine längliche und quer verlaufende Steinkante im seichten Wasser erkennen und rechtzeitig links schwungvoll daran vorbei paddeln können.

Wer diese Stelle zu spät erkennt, muss entweder sein Board über die Steine heben oder aber ein Stück zurück paddeln, um in die linke Strömung einfahren zu können.

Auf jeden Fall gibt es hier nochmal ein wenig Schub, der uns über die Grenze und in einer langgezogenen Rechtskurve nach Szentgotthárd drückt. Kurz darauf passieren wir eine grün lackierte Eisenbahnbrücke und erkennen kurz darauf den Turm der Himmelfahrtskirche im Ortszentrum.

Kurz vor der dritten Brücke, über welche die Straße Füzesi út führt, landen wir links an einer halbwegs geeigneten Stelle an. Von der anderen Seite fließt die Raab um die Kurve, und die Lafnitz hat hier mit ihrer Mündung in die Raab ihr Ende erreicht. Ein letztes Mal dürfen wir einen kleinen Höhenunterschied emporsteigen, um dann über das hochstehende Gras rauf zur Straße zu gelangen. Unsere nachmittagsfüllende Tour findet hier im Norden der Kleinstadt ihr Ende und nach einem High-Five und einer Siegerpose wartet zunächst mal ein Zecken-Check, der zum Glück bei jedem von uns negativ bleibt.

Paddeltechnisch ist die Strecke keine große Herausforderung und auch mit Einschränkungen für Flussanfänger gut geeignet. Die Schwierigkeit liegt mitunter in den umständlichen Umtragungen der Sohlschwellen und etwaigen Verblockungen. Sweepers – also gelegentlich zum Wasser herunter hängende Äste und Bäume – und im Wasser liegende Baumleichen können auch für fortgeschrittene Paddler gefährlich werden, wenn man sie übersieht. Darum empfehlen wir, stets in Gruppen in die Pannonische Ebene einzupaddeln.

Wer nicht mit zwei PKWs unterwegs ist und shuttelt, kann mit den Öffis zurück nach Fürstenfeld fahren.

Zug: Vom Ausstieg ist man zu Fuß in etwa 15 Minuten beim Bahnhof und von dort in spätestens anderthalb Stunden (je nach Verbindung) am Bahnhof in Fürstenfeld. In Fehring muss einmal umgestiegen werden.

Vom Bahnhof in Fürstenfeld geht man zu Fuß ungefähr eine halbe Stunde zurück zum Einstieg.

Bus: Vom Ausstieg ist man zu Fuß in etwa 15 Minuten beim Bahnhof und von dort mit dem Zug in spätestens 20 Minuten in Fehring am Bahnhof. Hier kann man, wenn man nicht mit dem Zug weiterfährt, auf den Bus umsteigen und bis Fürstenfeld HBF fahren.

Vom Bahnhof in Fürstenfeld geht man zu Fuß ungefähr eine halbe Stunde zurück zum Einstieg.

Anspruch

3

Einkehr

1

Länge

18,2 km

Dauer

5 – 6 Stunden

1 Bewertung für „Feistritz und Lafnitz von Fürstenfeld nach Szentgotthárd 

  1. Franz Orasch

    Ich habe meinen Urlaub genutzt und bin mit meinem SUP diese anspruchsvolle, aber wunderschöne Strecke abgefahren. Alle notwendigen Informationen fand ich im SUP Atlas, Alles ist sehr anschaulich und ausführlich beschrieben und auch photographisch perfekt abgebildet. Der SUP Atlas wird so zu meinem stándigen Begleiter. Super gemacht.

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