Adresse

Jesolo

GPS

45.5367094, 12.6383337

Adresse

Jesolo

GPS

45.5367094, 12.6383337

Anspruch 2 Paddel  |  Einkehr 3 Krüge |  Länge 12 km |  Dauer 2,5 -3 Stunden

Der Sile bietet eine entspannte Alternative zum Strandpaddeln entlang der lebhaften Hotelmeilen am Lido. Man genießt italienische Flussidylle und glaubt stellenweise, sich lediglich auf einem Kanal im Hinterland zu befinden.  

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Am Sile und auch im Hafen von Cavallino gibt man allen anderen (motorisierten) Wasserfahrzeugen Vorrang. Besonders im Hafenbereich sollte man zwischen der Brücke und der Meeresmündung am Ufer entlang paddeln.

Die Schilfgürtel und Wasserpflanzen am Sile umfahren, etwaigen Müll mitnehmen und auch Fischern großräumig ausweichen!

Nach dem Leuchtturm sollte man die letzten Meter vor dem Strand kniend paddeln, wenn sich viele Badegäste im Wasser befinden.

Gefahren

Der Bootsverkehr ist bis zum Porto Cavallino vernachlässigbar. Meist hat man genügend Weitsicht und Zeit, einem Boot auszuweichen und kann gerne auch mittig paddeln. Im Hafen von Cavallino ist das dann natürlich anders und bis zur Meeresmündung sollte man hier eher uferseitig paddeln. Es ist auch mit etwas mehr Wellengang zu rechnen.

Unterschiedliche Pflanzen bilden immer wieder kleine Teppiche aus. Fährt man darüber, könnte an den Finnen etwas hängen bleiben, das bremsend wirkt und dann händisch entfernt werden muss. Der Blick auf das Wasser vor und unter dem SUP zahlt sich aus.

Beim Einstieg in Jesolo liegt ein minimaler Höhenunterschied vor und es lässt sich meist nicht vermeiden, das Board auf den Wasserpflanzen einzusetzen. Je nach Dichte der Vegetation könnte dies ein wenig umständlich sein. Bei Gelegenheit bitte eine möglichst unbewachsene Wasserstelle aufsuchen.

Beim Ausstieg am Strand Spiaggia del Faro liegen viele kleine Muscheln am Strand, mit viel Pech könnte man sich hier an den Füßen etwas wehtun.

Anfahrt

Man kann Jesolo mit allen erdenklichen Verkehrsmitteln erreichen, außer mit dem Zug, denn die Stadt verfügt über keinen Bahnhof. Ist man bereits in de Stadt, fährt man lediglich im Stadtzentrum zu einem der beiden Ufer des Sile und parkt am besten entlang der Straße im Bereich der Bücke Ponte della Vittoria.

Parken

Zu beiden Ufern des Sile kann man im Stadtzentrum Jesolos um die Brücke Ponte della Vittoria kostenlos parken, wobei entlang der Via Piave Vecchio mehr Abstellplätze zu finden sind, als entlang der Via Drago Jesolo. Da die Parkstreifen an beiden Seiten sehr breit sind, hat man auch genug Platz zum Aufpumpen und Vorbereiten der Boards.

Außerdem gibt es etwas außerhalb des Stadtkerns einen kostenlosen und großflächigen Parkplatz. Von diesem geht man ungefähr zehn Minuten zu Fuß bis zum Ausgangspunkt der Tour.

Baden

Der Sile führt zwar sauberes Süßwasser bei kaum spürbarer Fließgeschwindigkeit, dennoch ist er zum Baden nicht empfehlenswert. Es fehlen geeignete Wasserzugänge und trotz geringem Bootsverkehr ist es immer ein Risiko, darin zu schwimmen.

Jesolos Badestrände sind mit der blauen Flagge ausgezeichnet und ermöglichen auf einer unfassbaren Länge von durchgehend 13 km abwechslungsreiches Badevergnügen. Am Ende dieser Paddeltour landet man am Strand von Cavallino-Treporti gleich hinter dem Leuchtturm. Dieser ist ebenso beliebt und gut besucht, wie die Strände Jesolos an der anderen Seite der Sile-Mündung.

Bereits im April und auch im November können die Maximalwerte der Wassertemperatur die 20° C erreichen. Im Juli und August sind sogar bis zu 28° C möglich, wobei die Durchschnittswerte im Sommer stets über 23° C liegen.

Wer Wasseraction abseits der Strände erleben möchte, kann sich im Caribe Bay Themenpark austoben:

Caribe Bay
Wasserthemenpark & Minigolf-Themenpark
Via Michelangelo Buonarroti 15, 30016 Lido di Jesolo
Tel. +39 (0)421 371648

Tour

Vom Ponte della Vittoria in Jesolo den Sile bis zur Meeresmündung, rechts um den Leuchtturm von Cavallino-Treporti herum und zur Spiaggia del Faro.

Länge

12 km

Dauer

2,5 – 3 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg an der Brücke Ponte della Vittoria in Jesolo.

Ausstieg am Strand Spiaggia del Faro in Cavallino-Treporti.

SUP-Verleih

A.S.D. Sail Beach Jesolo
Via Levantina 136, 30016 Jesolo
Tel. +39 (0)346 6615605

Yes We Surf
Via Pietro Mascagni, am Strand bei Turm Nr. 5
30016 Lido di Jesolo
Tel. +39 (0)347 3815937

Watermelonjesolo
Via Vittorio Veneto, am Strand bei Turm Nr. 20
30016 Jesolo
Tel. +39 (0)389 7880025

Zusätzlich gibt es an den Stränden auch SUP-Verleiher ohne Internetauftritt.

Süßwassergleiten zum Meer

Jesolo bzw. Lido di Jesolo ist für viele Sommerurlauber seit Jahrzehnten ein Inbegriff für Sonne, Strand und Meer. Leider ist die ungefähr 25 km Landzunge bis nach Punta Sabbioni paddeltechnisch sehr monoton zumal sich Hotelanlange an Hotelanlage reiht und kein Ende davon in Sicht ist. Daher war ich auf der Suche nach mehr Abwechslung und fand eine interessante Alternative zum schier endlosen Geradeauslauf vor der Küste.

Der gemächliche Fluß Sile fließt glücklicherweise auch durch das Zentrum Jesolos und schlängelt sich über seine letzten zwölf Kilometer von der Brücke Ponte della Vittoria bis zur Meeresmündung in Cavallino. Die Gemeinde Cavallino-Treporti schließt östlich an Lido di Jesolo an und wurde erst 1999 gegründet, als das Gebiet immer mehr verbaut und touristisch genutzt wurde. Der Sile definiert dabei die Trennlinie zwischen beiden Gemeinden, wobei ansonsten rein optisch kaum eine Differenzierung zwischen beiden Abschnitten der bis in die Lagune Venedigs reichende Landzunge feststellbar ist.

Den Sile, Europas längsten grundwassergespeisten Fluss, kann man an vielen Stellen problemlos betreten und sein gemächliches Tempo von ungefähr 1,5 km/h ermöglicht auch Einsteigern angenehmes Flusswandern. Das Zentrum von Jesolo erinnert mich mit seinen blumenbehangenen Brücken leicht an Grado, leider hinkt jedoch die Altstadt vielen anderen nordadriatischen Urlaubsorten hinterher. Ich entscheide mich, knapp oberhalb der Brücke Ponte della Vittoria an einer der schönen Trauerweiden einzusteigen, weil man an beiden Flussufern kostenlos parken kann und man auch hier in der Stadt leicht zum Wasser kommt. Die Ufer sind entweder mit Gras oder mit leichtem Gebüsch bewachsen, der Höhenunterschied ist minimal und es liegen keine offensichtlichen Gefahrenquellen vor. Am linken Flussufer (also gegenüber) wächst jedoch mehr raues Hornblatt, welches sich wie ein Band entlang des Ufers ausbreitet. Wenn möglich sollte man es nicht betreten und beschädigen. Andererseits sind die Pflanzen ziemlich robust und verheddern sich auch nicht so leicht an den Finnen.

Im Stadtbereich sollte man aber mit gelegentlichem Bootsverkehr rechnen, entlang der gesamten Route ist dieser jedoch vernachlässigbar. Ich winde mich die ersten Kurven durch den kleinen Stadtkern, passiere dabei die Abzweigung des Canale Cavetta nach Cortellazzo, entdecke ein paar verlassene venezianische Gondeln am Ufer und finde mich nach wenigen Minuten bereits im naturbelassenen Niemandsland wieder.

Zu beiden Seiten ist man hier von Schilf eingekesselt und kann dahinter Häuser und Landstraßen ausmachen, am Wasser bleibt man aber die meiste Zeit allein. Als nicht motorisierter Paddler ist man hier sowieso ein Exot, aber das spricht für das Naturerlebnis im Hinterland. Auffällig ist sofort, dass Purpur-Weiden und das raue Hornblatt immer wieder kleine Inselchen oder Teppiche ausbilden und zwischendurch für Aulandschaften mit unterschiedlichen Wasserwegen sorgen. Aber keine Sorge, man landet auch ohne Navi immer wieder am Hauptstrom, der in diesem Bereich maximal 40 m breit ist.

Zwischendurch stoppe ich, um mir einen Schluck Wasser zu gönnen und denke mir innerlich: “Endlich wieder hier in Italien! Nach zwei Jahren Pause wieder eine dieser Hinterlandtouren an der Adria!”. Ich bin während meiner knapp 2,5 Stunden am Fluss wunschlos zufrieden und mit meinen Gedanken nur im jetzigen Moment. Immer wieder schießen kleine Fischschwärme blitzschnell und fluchtartig aus dem Hornblatt-Dickicht unter mir. Anscheinend schreckt sie meine Ankunft auf und sie suchen sich ein ruhigeres Plätzchen.

Zwischendurch, etwa auf halbem Weg, paddle ich an zwei netten Grundstücken zu meiner Linken vorbei, während ich beim Blick nach rechts über dem Schilf den fast vier Kilometer entfernten Turm der Kirche San Giovanni Battista in Jesolo deutich erkennen kann. Später offenbart mir der Blick voraus und nach links immer wieder Hoteltürme am Meer, während direkt am Sile nur wenige einsame Wohnhäuser hinter dem Schilf auftauchen.

Auch einige landwirtschaftliche Ruinen passiere ich entlang der mittleren Passage dieser Tour, bevor es zum Ende hin vermehrt Fischerhäuschen mit großen Fangnetzen zu bestaunen gibt. Diese viereckigen Netze werden mit Kran und Seilzug zu Wasser gelassen, wenn dann genügend Fische über dem Netz umher schwimmen, wird das Ganze hochgezogen.

Die letzten zwei Kilometer ziehe ich auch etwas fester am Paddelschaft, um nach dem angenehmen Flusswandern auch noch meine Muckis ein wenig zu spüren. Immer wieder koste ich zwischendurch das Flusswasser. Es bleibt exakt bis zur Meeresmündung Süßwasser, was ich eigentlich nicht erwartet hatte. Kurz vor der Sile-Brücke, welche vom Lido nach Cavallino führt, steigt der Verkehr plötzlich, und mit ihm der Wellengang am Sile. Die Yachten und Motorboote bremsen meist, wenn sie mich sehen. Die zwei entgegenkommenden Jetskis tun dies zwar nicht, deren Wellen sind jedoch auch nicht mit Motorbootwellen vergleichbar.

Die Stimmung wird zusehends maritimer und nach der Brücke reihen sich zunächst die Fischkutter aneinander, bis diese am Hafen von Cavallino mengenmäßig von Motorbooten und Yachten übermannt werden. Mit jedem Paddelschlag nähere ich mich dem 1951 fertiggestellten Leuchtturm Faro di Cavallino.

Achtung Verwechlungsgefahr! Dieser wird nämlich auch Faro di Piave Vecchia genannt, was mich doch sehr verwundert, fließt der Piave doch zwölf Kilometer östlich von hier in das Meer. Hingegen wird hier das Ende des Sile von einer langgezogen Mole zu seiner linken Seite begleitet, während rechter Hand der Leuchtturm und die am Areal ansässige Küstenwache das Bild abrunden.

Eine Erklärung zu diesem Namens-Wirrwarr liefert Wikipedia: Demnach wird der Sile bei Portegrandi über einen jahrhundertealten Kanal – den Taglio del Sile – bis nach Camposile umgeleitet, wo dieser in das ehemalige Flussbett des Piave (Alveo del Piave Vecchia) mündet. Entlang dieser Tour paddelt man geschichtlich gesehen sozusagen zwei Flüsse auf einmal, den „alten“ Piave und gleichzeitig den seit dem 17. Jahrundert hier verlaufenden „neuen“ Sile.

Geschafft! Endlich darf ich wieder auf das weite Meer blicken und stelle wieder einmal fest wie groß dieses wunderschöne Land ist, wenn ich von hier ja nicht mal das Festland südlich von Venedig sehen kann, in dessen Richtung ich gerade blicke. Schnell paddle ich noch rechts um den Leuchtturm herum und steige an der Spiaggia del Faro zufrieden ab. Von hier ginge es noch 13 Kilometer den Strand entlang in die venezianische Lagune und vor die Tore Venedigs weiter. Aber das nehme ich mir ein anderes Mal vor. Zunächst geht es aber zu Fuß gleich um die Ecke in meine Unterkunft direkt am Hafen, wo eine eine kühle Erfrischung auf mich wartet.

Wer jedoch von hier zurück bis nach Jesolo kommen muss, um das abgestellte KFZ abzuholen, hat folgende Möglichkeit:

Man geht zu Fuß vom Strand geradeaus bis zur Hauptstraße, welche von Lido di Jesolo nach Cavallino führt und steigt dort in den Bus der Linie 23 ein. Damit geht es bis zum zentralen Busterminal in Lido di Jesolo. Hier aussteigen und mit der Linie 19 weiter bis ins Zentrum Jesolos fahren. Beide Fußwege (vor und nach der Busfahrt) dauern weniger als 10 min.

Anspruch

2

Einkehr

3

Länge

12 km

Dauer

2,5 -3 Stunden

1 Bewertung für „Sile von Jesolo zum Meer

  1. Rene. Allmann

    Wunderbare Tour während unseres Urlaubes. Etwas anstrengend wegen der Länge aber sehr viele schöne Eindrücke. Die Tour ist wirklich gut beschriebenen, super Tipps, verlockend schön beim Lesen und absolut zu empfehlen

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