Adresse

Wien Nußdorf

GPS

48.257720432621, 16.369092464447

Adresse

Wien Nußdorf

GPS

48.257720432621, 16.369092464447

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 3 Krüge |  Länge 17,6 km |  Dauer 2 – 3 Stunden

Einer der schnellsten Wege quer durch Wien – mit dem SUP über den Donaukanal. Diese abwechslungsreiche Tour zeigt binnen kürzester Zeit viele Facetten der österreichischen Hauptstadt. Bei angenehmer Fließgeschwindigkeit geht es durch Vororte, Innenstadt und Naherholungsgebiete.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Der Donaukanal ist grundsätzlich ganzjährig befahrbar, allerdings sollte man sich vor der Schifffahrt in Acht nehmen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man seine Tour zwischen den Fahrintervallen des Twin City Liners ausrichten. Allen anderen Passagierschiffen kann man am Wasser gut ausweichen, der Twin City Liner kann aber aufgrund seiner Geschwindigkeit zur großen Gefahr werden.

Generell verhalten sich Paddler so, dass die kommerzielle Schifffahrt nicht gehindert wird.

Fischern und gelegentlichen Schwimmern entlang der Strecke frühzeitig ausweichen.

Gefahren

Die Fließgeschwindigkeit des Kanals beträgt in der Regel um die 5 km/h und bietet Paddlern einen angenehmen Antrieb. Auch Einsteiger können dieses gemütliche Tempo locker bewältigen, sollten aber vor allem bei Schiffsverkehr frühzeitig ausweichen, um aus Mangel an Erfahrung keine überhasteten und falschen Entscheidungen zu treffen.

Der Katamaran Twin City Liner verkehrt ganzjährig zwischen Wien und Bratislava und kann für Paddler aufgrund seiner Geschwindigkeit und seiner Wellen eine enorme Gefahr darstellen. Daher immer vorab den Fahrplan checken und die Tour dementsprechend zwischen den Fahrten planen, damit man dem Schnellboot nicht begegnet. Zum Glück hat man zwischen den Ankünften und Abfahrten am Terminal Wien/Schwedenplatz mehrere Stunden Zeit, den Donaukanal ungestört zu bepaddeln. Die Monate Jänner bis März sind aus diesem Grund die besten, da der City Liner nur einmal täglich samstags und sonntags unterwegs ist.

Auch die Linienschiffe der DDSG Blue Danube verkehren regelmäßig im Kanal und können mit ihren vergleichsweise sanften Wellen unerfahrene Paddler abwerfen. Die Taktung ist recht hoch, sodaß man ganzjährig mit etlichen Fahrten pro Tag rechnen muss.

Gefischt wird überall entlang der Route, auch im Zentrum Wiens hängen immer wieder Fischerleinen von den Kais ins Wasser. Das letzte Drittel der Tour, wenn es stadtauswärts zur Donaumündung geht, ist gespickt mit Fischerhäuschen und freien Wasserzugängen. Durchgehend immer nach Fischern Ausschau halten und bei Gelegenheit mittig paddeln!

Die gemauerten Ufer im Zentrum (ab der Augartenbrücke) werfen starke Boots- und Schiffswellen ebenso stark zurück auf den Kanal und sorgen mitunter für unberechenbare Wasserbedingungen. Einerseits sollte man natürlich so weit es geht ausweichen, andererseits aber auch nicht zu nahe an den Kaimauern paddeln. Man will weder an den Mauern zerschellen, noch die diffusen gebrochenen und rückläufigen Wellen abbekommen.

Wien wird aufgrund seiner Flachlandlage sehr oft von starken Winden heimgesucht, die mitunter das Paddeln unmöglich machen oder plötzlich erschweren können. Daher vorab immer die Windstärke und die Windrichtung checken!

Bei der Mündung des Donaukanals in die Donau (Praterspitz) sowie einen Kilometer weiter beim Hafeneingang ist mit Kehrwasser zu rechnen. Auch der Wind kann hier zulegen. Weniger erfahrene Paddler sollten hier am besten am rechten Ufer entlang paddeln und bei Notwendigkeit kniend rechts um die Kurve in den Hafen einfahren.

Anfahrt

Wenn man Wien nicht gut kennt und ortsunkundig ist, sollte man auf jeden Fall mit Navigation fahren, um einen Weg durch das Großstadtlabyrinth zu finden. Das gilt vor allem für die Anfahrt vom Süden oder von der Innenstadt kommend. In diesen Fällen fährt man am besten entlang des Donaukanals bis nach Nußdorf.

Stressfeier, aber mitunter länger, ist die Anfahrt mit den Öffis: in der Heiligenstädter Straße gibt es die Bushaltestelle Sickenberggasse (Linie N36) sowie die Straßenbahnhaltestellen Sickenberggasse und Nußdorf (Linie D).

Der Bahnhof Nußdorf befindet sich oberhalb des Kraftwerkes und ist zu Fuß 300 m vom Einstieg entfernt. Hier fährt die Schnellbahn der Linie S40 nach bzw. aus Tulln vorbei.

Die aktuellen Fahrpläne der Wiener Linien findet man online.

Günstige Bus-, Bahn- und Flugverbindungen nach Wien findet man auf den Vergleichsportalen Omio und RailEurope.

Parken

In den Straßen rund um den Tourstart kann man das Auto kostenfrei am Straßenrand abstellen und ist binnen kürzester Zeit beim Einstieg unter dem Kraftwerk Nußdorf (z.B. Bachofengasse, Sickenberggasse, Eisenbahnstraße). Achtung: der einladende Parkplatz unter der Brücke und direkt unter dem Kraftwerk ist nicht öffentlich und nur für Bedienstete der Stadt Wien reserviert. Dort bitte nicht parken!

Baden

Grundsätzlich kann man auch im Donaukanal schwimmen und baden, das hat sogar eine lange Tradition und ist auch gestattet. Allerdings ist dies aufgrund der Strömung und den damit einhergehenden Gefahren nur guten und gesunden Schwimmern vorbehalten. Nähere Infos darüber findet man beim Schwimmverein Donaukanal.

Als Stadt am Wasser bietet Wien unzählige Bademöglichkeiten. Das Gänsehäufel an der Alten Donau ist Wiens erste Adresse wenn es ums Baden in der Natur geht. Aber neben der Alten Donau es gibt noch zahlreiche andere Möglichkeiten das Wasser zu genießen und zu entsannen.

Sollte es im Freien zu kalt zum Baden sein, kann man immer noch auf die Therme Wien in Oberlaa ausweichen.

Tour

Vom Kraftwerk in Nußdorf bis zum Alberner Hafen.

Länge

17,6 km

Dauer

2 – 3 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg beim Kraftwerk Nußdorf entlang des Radweges und unter der Uferbahnbrücke.

Ausstieg beim Alberner Hafen links vor der Hafeneinfahrt.

SUP-Verleih

SUP Center Wien – Gänsehäufelbad
Moissigasse 21, 1220 Wien
Tel. +43 (0)660 8343759

Boats2Sail
Am Kaisermühlendamm 106, 1220 Wien
Tel. +43 (0)660 6151 204

Segelschule Hofbauer Alte Donau
An der Oberen Alten Donau 186, 1220 Wien
Tel. +43 (0)660 6151 204

Flotus – Stand Up Paddling
Laberlweg 19, 1220 Wien

Snowboard – Surf – Shop
Favoritenstraße 28 1040 Wien
Tel. +43 (1) 606 79 88

Graffiti, Großstadt & Grünraum

Wann ist die beste Zeit, um auf dem Wiener Donaukanal zu paddeln? Immer, wenn keine Schnellboote ihre zerstörerischen Wellen schlagen. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, am letztmöglichen Märzwochenende in See zu stechen, bevor der Twin City Liner wieder in die Frühjahressaison startet. Über den Winter und bis in den März hinein begegnet man dem schnellen Passagierschiff nur sporadisch bzw. an Wochenenden, weshalb es recht einfach ist, eine Kanaldurchquerung abseits der Fahrtzeiten zu planen.

Der Donaukanal, welcher im Mittelalter der Hauptarm der Donau bei Wien war, erstreckt sich über eine Länge von etwa 17 km vom nordwestlichen Ende der Stadt bis zu ihren südöstlichen Ausläufern. Dank der angenehmen und konstanten Fließgeschwindigkeit von etwa 5 km/h kann man vom Nußdorfer Wehr bis zum Hafen in Albern zwei bis drei Stunden urbanes Paddelvergnügen genießen.

Der Einstieg entlang der Nußdorfer Lände ist ideal, da man einerseits dank der Stiege und des weitläufigen Wasserzuganges angenehm starten kann und auch weil man in den umgebenden Straßen kostenlos parken kann.

Wenn man beispielsweise in der Eisenbahnstraße oder der Sickenberggasse sein KFZ abstellt, ist man binnen weniger Minuten zu Fuß am Donaukanal und kann dort in aller Ruhe sein Material tourtauglich machen.

An eines sollten Paddler sich aber gleich vom Start an gewöhnen: die interessierten und teils begeisterten Blicke der Radfahrer, Jogger und Spaziergänger entlang der Uferpromenaden. Schließlich paddeln nicht viele Leute über diesen Innenstadtkanal. Da wir natürlich das Standup Paddeln als umweltfreundlichen Outdoorsport promoten wollen, gehen wir mit gutem Beispiel voran und lassen uns von der kühlen Donau durch die Wiener Bezirke treiben. Vom prognostizierten Rückenwind mit bis zu 15 km/h (3 bf) ist dabei leider nicht viel zu spüren.

Über den Uferpromenaden verlaufen Wiens verkehrslogistische Lebensadern und projizieren ihre Gräuschkulisse runter bis zum Fluss. Dazwischen – wie könnte es für eine Millionenmetropole auch anders sein – Wände voller Graffiti. Optisch überflüssige Tags, aber auch sehr oft schöne Murals werden ein ständiger Begleiter entlang unseres Weges bleiben. Wer mehr über Wiens Graffitkultur erfahren möchte, dem sei übrigens das Buch Graffiti Wien #1 wärmstens ans Herz gelegt. Während uns immer wieder Passanten zuwinken und auch akustisch ihre Sympathie zeigen, vergessen wir irgendwann die Anzahl der Brücken zu zählen, die wir bereits passiert haben. Es werden nach 17 km 34 Brücken und Stege gewesen sein. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Obwohl es erst Mitte März ist, sind die Ufer schon relativ grün und überall genießen die Leute die frische Luft an diesem sonnigen Sonntag. Bis zur Augartenbrücke kann man entlang der ersten 4,7 km der Tour zu beiden Seiten des Kanals relativ gut anlanden, da die Ufer schräg, aber flach genug sind. Außerdem gibt es entlang der gesamten Strecke immer wieder Stiegen, die vom Wasser an Land führen. Aus diesen Gründen kann man Paddeltouren von beinahe jedem Punkt entlang des Kanals starten.

Es gibt einen eigenen Schwimmverein für Leute, die im Kanal schwimmen, was tatsächlich zu jeder Jahreszeit praktiziert wird. Achtgeben sollte man aber, wenn Passagierschiffe vorbei kommen, denn der Kanal ist durchgehend an die fünfzig Meter breit. Man hat als Schwimmer als auch als Paddler nur wenig Platz den Kielwellen auszuweichen. Was bei den gemächlichen Schiffen der DDSG Blue Danube noch halbwegs gemütlich ist, kann beim Twin City Liner lebensgefährlich werden.

Daher sollte jede Tour vorab mit den Fahrplänen und Taktungen dieser Schiffe abgeglichen werden. Der City Liner zirkuliert zum Glück erst ab dem Terminal beim Schwedenplatz zwischen Wien und Bratislava. Die Blue Danube Schiffe können einem zu beiden Seiten des Schwedenplatzes begegnen, stellen aber kein Problem dar, sofern man ihnen früh genug ausweicht.

Sobald die Augartenbrücke passiert ist, wird es richtig urban. Wir lassen uns zwischen den gemauerten Ufern durch den Großstadtdschungel treiben und wissen nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Hier geniale Grafitti Art, dort ein wunderschöner historischer Bau, an den Brücken ober uns winkende und fotografierende Passanten. Der Song Vienna Calling geht mir abrupt durch den Kopf und mein Herz schlägt schneller wenn ich daran denke, dass ich wieder mal in unserer Hauptstadt bin, der Weltstadt der Musik und der Diplomatie, der lebenswertesten Metropole der Welt (Stand 2023), aber auch der Spionagehauptstadt Europas. Ich resoniere mit dem Puls der Stadt und versuche mir jedes Detail zu merken.

Leider reißt mich das Horn der Blue Danube Line aus meiner Konzentration und wir sind aufgerufen Platz zu machen, damit das Schiff an der Schiffsstation beim Schwedenplatz anlegen kann. Knapp danach biegen wir rechts ab in den einfließenden Wienfluss und gönnen uns eine entspannte Pause im stehenden Wasser zwischen der Urania und der Strandbar Hermann. Hier kann man auch gemütlich abwarten, bis der Twin City Liner vorbeigedüst ist und seinen brachialen Wellen ausweichen.

Vorsicht ist geboten, denn wir haken beide nacheinander an einer schier unsichtbaren Fischerleine ein, was dem Herrn am Ufer gar nicht schmeckt. Daher am besten bei freier Fahrt in der Mitte des Kanals paddeln und an den Ufern nach Fischern Ausschau halten, denn ihnen kann man überall entlang der Route begegnen.

So langsam verlassen wir die innere Stadt und paddeln in zusehends ruhigeres Gebiet. Die Ausläufer der Bezirke Landstraße und Leopoldstadt offenbaren uns wieder schräg abfallende Wiesen mit Bäumen und gut zugängliche Ufer. Wien ist gerade wegen des Donaukanals auch eine sehr grüne Millionenstadt, und überall gibt es idyllische Plätzchen, um sich in der urbanen Natur zu entspannen.

Links ober uns befindet sich in zweiter und wohl auch in dritter Reihe der bekannte Wiener Prater, welcher auf knapp 6 km² Parklandschaft und Vergnügungspark gekonnt kombiniert. Sehen kann man ihn vom Wasser aus jedoch nicht.

Wir nähern uns der Südosttangente (Autobahn A23) und dürfen ein letztes Mal unsere Köpfe steil nach rechts oben wenden. Die drei Türme des YOUNIQ Vienna TrIIIple beherbergen Micro-Apartments und sind definitiv ein Hingucker. Sie bilden den monumentalen Abschluss des urbanen Abschnittes unserer Tour, denn die letzten acht Kilometer bis zum Alberner Hafen verlaufen geradeaus durch vorstädtisches und durch Naturgebiet.

Landschaftlich ist die Gegend zwar nicht abwechslungsreich, aber wir erfreuen uns an den unzähligen Fischerhütten am linken Kanalufer. Irgendwann verstummen die Geräusche der Ost-Autobahn A4 und machen damit gleichzeitig Platz für das frühlingshafte Vogelgezwitscher, das uns bis zum Praterspitz und weiter bis zur Hafeneinfahrt in Albern begleiten wird. Im Mündungsbereich und an der Hafeneinfahrt muss man mit Kehrwassern und mitunter stärkeren Winden rechnen. Zur Sicherheit bleibt man eher am rechten Ufer und kniet im Zweifelsfall.

Am Kai geht es einmal scharf rechts um die Ecke und schon kann man über eine Stiege links entlang der Hafeneinfahrt leicht an Land gehen. Wir kamen aus der Großstadt und sind im ländlichen Raum gelandet, das zeigt schon sehr gut, wie stark die Kontraste entlang dieser Paddelroute waren. Vienna Calling – wir kommen sicherlich bald wieder!

Optimalerweise wartet hier schon ein geparktes Auto für die Rückfahrt, denn Abstellplätze gibt es in diesem Naherholungsgebiet ausreichend. Auf dem Rückweg in die Stadt sollte man unbedingt noch den kleinen Friedhof der Namenlosen besichtigen. Hier fanden etliche unbekannte Wasserleichen, die bis in die 1930er Jahre aus der Donau geborgen wurden, ihr letztes irdisches Zuhause.

Paddler, die nicht shutteln oder abgeholt werden, fahren unweit von hier mit dem Bus zurück. Etwa einen Kilometer vom Ausstieg entfernt liegt die Haltestelle Alberner Hafen von wo weg die Busse in Richtung Stadt fahren. Bis nach Nußdorf dauert das etwa anderthalb Stunden, für andere Destinationen erkundigt man sich am besten über den Netzplan der Wiener Linien. Im Falle der Rückreise mit den Öffis unbedingt die SUP-Tasche mit aufs Board nehmen, um selbiges danach wieder einpacken und in den Öffis transportieren zu können!

Alternativen: Von hier aus kann man den Hauptstrom der Donau weitere 35 km bis nach Hainburg paddeln, der letzten Stadt vor der slowakischen Grenze. Wen es weiter in die Ferne zieht, kann es innerhalb eines Tages von hier bis nach Bratislava schaffen (15 weitere Kilometer). Mehrtägige Touren könnten sogar bis nach Györ oder Budapest führen.

Anspruch

3

Einkehr

3

Länge

17,6

Dauer

2 – 3 Stunden

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