Weißensee – doppelte Längsquerung

Über’s Kärntner Südseewasser auf und ab

Address

Weißensee

GPS

46.698946256813, 13.414513685157

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Weißensee

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46.698946256813, 13.414513685157

Anspruch 5 Paddel  |  Einkehr 2 Krüge  |  Länge 23 km |  Dauer 5 – 6 Stunden

Der höchstgelegene Badesee der Alpen entzückt nicht nur aufgrund seiner einzigartigen Wasserqualität. Das Farbenspiel am und um den See erinnert an Ansichtskarten aus der Südsee und die Abgeschiedenheit hier ist unvergleichbar und zudem höchst erholsam.

Allgemeine Infos Weißensee

Befahrungsregeln

Die touristische Schifffahrt sowie Badegäste haben stets Vorrang.

Gefahren

Der spiegelglatte See kann vor allem in der Mitte bzw. Richtung Westen sehr schnell vom Wind aufgewirbelt werden. Zusätzlich dazu sollte man den Schiffsverkehr immer im Auge behalten und 30 bis 50 Meter Abstand halten. 

Anfahrt

Von Villach auf die A10 Tauernautobahn bis zur Abfahrt Paternion. Dort für 23 km dem Straßenverlauf und den Beschilderungen in Richtung Weißensee bis zum Weißensee Ostufer Parkplatz folgen.

Parken

Am Ende der einzigen Zufahrtsstraße des Ostufers befindet sich ein großzügig angelegter Parkplatz inklusive WC-Anlage.

Baden

Der bis zu 99 Meter tiefe Weißensee ist trotz seiner Gebirgslage im Hochsommer für Wassertemperaturen bis zu 24° C gut. Auch im September sind bis zu 22° C möglich. Der Badehotspot ist vor allem das westliche Becken, sowie die Orte Techendorf, Weißensee und Neusach. Aber auch am Ostufer gibt es eine schöne und kostenlose Liegewiese im Bereich des Parkplatzes. Außerdem gibt es entlang des Rundwanderweges unzählige romantische Seezugänge, welche zu einer Erfrischung zwischendurch einladen. 

Strandbad Stockenboi/Weißensee
Mösel 11, 9714 Stockenboi
Tel. +43 (0)4761 258

Strandbad Knaller
Techendorf 16, 9762 Techendorf
Tel. +43 (0)4713 22340

Sehenswert

Während der Genusstour fährt man ausgehend von Neusach mit dem Genussfloß über den See, lernt bei der Lebensraumbegehung viel über die Tierwelt und bekommt auf der Rückfahrt Spezialitäten vom Weißensee-Fisch kredenzt.

Wer einen Fischereibiologen bei der Arbeit zusehen möchte, kann Martin Müller bei der Erhebung des Edelkrebsbestandes zusehen und unterstützen und damit den Gewässerschutz vor Ort fördern. 

Im historischen Schloss Greifenburg lässt es sich nicht nur romantisch heiraten, auch die regelmäßig stattfindenden Konzerte und Dinners sind zu empfehlen. 

Wenn man schon mal in der Nähe ist, zahlt sich ein kurzer Besuch der Kleinstadt Hermagor aus, um beispielsweise das Gailtaler Heimatmuseum zu besuchen. 

Extra-Tipps

Wer sich vorab von der Ausdehnung des Sees überzeugen möchte, nutzt zur Streckenbesichtigung eines der vielen Passagierschiffe am See. 

Der womöglich reinste Badesee der Alpen ist auch ein wahres Tauchparadies. Auch wenn man vom SUP dank des sauberen Wassers schon sehr viel in der Tiefe erkennen kann, gewährt ein Tauchgang völlig neue Einblicke. 

Die Weißensee Bergbahn führt seine Gäste in zwölf Minuten auf knapp 1320 m Seehöhe. Von dort hat man einen herrlichen Rundumblick und kann tolle Mountainbiketrails und Wanderrouten genießen. 

Von Juni bis September findet jeden Donnerstag von 9 – 12 h der Weissenseer Wochenmarkt in Techendorf statt. 

Das Weissensee Klassik Festival leitet jeden September das Ende der Hauptsaison ein und ist ein kleines, aber feines Highlight des Kärntner Kulturjahres. 

Tour

Vom Ostufer quer über den See zum Westufer und wieder retour.

Länge

23 km

Dauer

5 – 6 Stunden

Ein- und Ausstieg

An der Badewiese in Mösel.

SUP-Verleih

Das Bootshaus
Neusach 30, 9762 Weißensee
Tel. +43 (0)4713 2114

Waterpoint Weissensee Aktiv
An der Brücke in Techendorf
Tel. +43 (0)660 1491544

Diving Weissensee im Strandbad Stockenboi
Mösel 11, 9714 Stockenboi  
Tel. +43 (0)676 6517178

Übernachtung

Ferienwohnungen und Camping Knaller-Möd 
Techendorf 16, 9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 2234-22

Hotel Nagglerhof am Weissensee 
Naggl 2, 9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 2106

Landhaus Vogel 
Oberdorf 64, 9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 2501

Einkehr

Das Bootshaus
Neusach 30, 9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 93080

Restaurant die Forelle
Techendorf 80, 9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 2356

Café Ronacherfels
Neusach 40,9762 Weissensee
Tel. +43 (0)4713 2172 

Malediven-Feeling in Kärnten

Der Weißensee ist in vielerlei Hinsicht eine Nummer für sich. Der auf 930 m Höhe liegende See ist der höchstgelegene der großen Kärntner Seen und erstreckt sich langgezogen über fast 12 km. Der naturbelassene See trumpft vor allem aufgrund seiner Abgeschiedenheit, denn der überwiegende Teil der Uferlinie ist nur zu Fuß oder über den Wasserweg erreichbar. Das Wasser erzeugt in Kombination mit den darin befindlichen Mikroorganismen ein farbliches Schauspiel von smaragdgrün bis türkis, welches an die Malediven oder fernliegenden Südseedestinationen erinnert. Der See wird von seinen zwei Zuflüssen und von unterirdischen Quellen gespeist, wobei der Weißenbach am Ostufer zur Drau hin entwässert wird. 

Die Umrundung beziehungsweise doppelte Durchquerung des Sees (Distanz gleich) ist schon eine Marathonstrecke für hartgesottene Paddler und es zahlt sich jeder Meter aus. Das Wetter war für heute Vormittag optimal vorausgesagt – mit Sonnenschein und klarer Sicht. Ab Mittag würden langsam Gewitter über Oberkärnten aufziehen und nach Osten treiben. Aus diesem Grund geht es zeitig aus dem Bett, sodass die Tour um acht Uhr früh noch am kühlen See starten kann. 

Die Anfahrt von Villach erfolgt in etwa 40 Minuten, führt durch eine wunderschöne Tallandschaft und endet in Mösel am Ostufer des Sees. Der kostenlose Parkplatz ist noch vollkommen frei, die Luft angenehm kühl und der Einstieg menschenleer. An schönen Tagen sollte man auf jeden Fall versuchen vor 10 Uhr hier zu sein, wenn man sich mit dem Auto nicht umher kreisend auf Parkplatzsuche begeben möchte.

Direkt am Ufer befindet sich eine nette Wiese, welche in ein paar Stunden mit Badegästen dicht besiedelt sein wird. Hier kann man sich in aller Ruhe auf den bevorstehenden SUP-Marathon vorbereiten, bevor es am Wasser gleich nach rechts weg geht. Der geringe Wasserstand formt ein helltürkises Band, welches sich bis zu 130 m breit vor dem Ostufer ausbreitet. Die ersten Schwimmer kommen schon vom Campingplatz Ronacher bzw. vom Strandbad Stockenboi in den erstaunlich warmen See, um sich für den bevorstehenden Tag zu aktivieren. Das mach ich auch, indem ich zunächst mal gemächlich zu dem schwebenden Liegenam Nordufer paddle und im Stehen ein paar Mobilisierungsübungen durchführe.

Da der See eine leichte Rechtskrümmung vollzieht, kann ich von hier aus gar nicht bis nach Techendorf im Westen sehen. Dieser Ort ist insofern ein wichtiger Wegweiser auf dieser Tour, da dort die einzige Brücke über den See verläuft und diese ein guter Gradmesser für meinen Paddelfortschritt sein wird. Die Fernsicht ist heute genial und noch sind nur ganz wenige Paddler unterwegs.

Der See ist spiegelglatt und das Wasser bis zum Boden durchsichtig. Hier sieht man nicht nur Fische (Seeforellen, Karpfen, Hechte, Barsche, Schleien, Reinanken, Zander, Rotfedern) herumschwimmen, sondern auch eine Menge alter Bäume bzw. Baumstämme am Boden liegen. 1974 wurde sogar eine Seeforelle mit sagenhaften 22 kg hier gefangen. Die Wassersicht kann es also durchaus mit der Fernsicht aufnehmen. Solch glattes, gar widerstandsloses Wasser muss man ausnutzen und so bündle ich meine morgendliche Energie und finde einen optimalen und zügigen Paddelrhythmus. Dieses Wasser verleitet zum träumen und gibt mir das Gefühl, heute deutlich unter der angepeilten Zeit bleiben zu können. 

Am Nordufer entlang paddle ich die ersten vier Kilometer bei absoluter Windstille und passiere die kleine Steinwand sowie die hölzerne Aussichtsplattform, welche sich am Rundwanderweg über einem Felsvorsprung befinden. Links vor mir liegt eine kleine Sandbank am Südufer und ich erblicke die Brücke von Techendorf etwa 5 km vor mir. Somit bin ich gerade um die langgezogene Rechtswindung des Sees gekommen und merke, wie der Wind leicht zunimmt und das Wasser damit in leichte Wallungen bringt. Kein Problem, aber schade um die glatte Oberfläche, die mir eine top Gleitfähigkeit verliehen hatte. Die leichte Brise wird jedoch zur Brise und das Wasser etwas unruhiger, sodass ich bis Neusach stärker am Stock ziehen muss, um mein Tempo zu halten. Der Gegenwind hat aber auch einen Vorteil: Beim Blick auf die mir entgegen schwappenden Wellen bekomme ich das Gefühl, schneller unterwegs zu sein, als ich es ohnehin bin. Dieser Effekt motiviert, obwohl man weiß dass es eine Einbildung ist und ist auf so einer kilometerlangen geraden Strecke nicht unerheblich.

Diese erste Kraftprobe gegen den Wind endet etwa einen Kilometer vor der nun deutlich sichtbaren Brücke und ich gleite wieder in stilles Wasser, während ich die grünen Wiesen zu beiden Seiten und den Weitblick über die Hügellandschaft am See genieße. Der Weißensee erwacht und Fischer, Paddler, Schwimmer sowie Fährschiffe machen sich auf dem Weg zum und ins Wasser. Nach knapp zwei Stunden Einsamkeit bin ich endlich wieder in der Zivilisation angelangt und beobachte das Treiben im touristisch belebten Westen des Sees. In den Orten Neusach, Techendorf, Gatschach und Oberdorf gibt es eine Menge Unterkünfte, private Seegrundstücke und Gastronomie – ganz im Gegensatz zum kaum erschlossenen Osten des Weißensees.

Die Techendorfer Brücke bietet gleichzeitig eine Schiffsanlegestelle und ist als Aussichtspunkt sehr beliebt. Es geht darunter durch und in das westliche Becken des Sees, denn bis zur vollständigen Längsquerung sind es noch knappe anderthalb Kilometer. Teilweise paddelt man hier nur über ein Meter hohes Wasser und die Unterwasserwelt lässt sich unverschwommen und klar erkennen. Das Ziel der ersten Etappe ist der Badestrand des Seecamping Müllerin Oberdorf. Dort lasse ich mich sichtlich erleichtert nieder und genieße im Wasser meine Pause. Spätestens jetzt ist es Zeit auch feste Nahrung zu sich zu nehmen, denn die Kohlehydrat- und Proteinzufuhr ist bei solch langen Paddeleinheiten leistungsentscheidend. Die Wasserzufuhr erfolgt ja sowieso laufend bei Bedarf.

Halbwegs erholt, aber mental schon zu stark an die Passivität der Pause gewohnt steige ich nach etwa 20 min wieder auf das Board und mache mich an den Rückweg. Mittlerweile wimmelt es hier nur so von Kajakfahrern, Stehpaddlern und Badegästen – kein Vergleich zur morgendlichen Ruhe. 

An der Brücke macht sich die Alpenperle zur Abfahrt bereit, während die Jungend es auf den SUPs versucht. 

Die Pausenlethargie ist überwunden und es geht wieder hinaus auf den offenen See, der mir noch 10 km SUP-Vergnügen bieten wird. Wieder geht es durch eine leichte Brise und der Gegenwind von vorhin wurde leider nicht zum Rückenwind. So geht es Zug um Zug über das smaragdgrüne Wasser und je weiter ich mich von Techendorf entferne, desto weniger Paddler sehe ich. Der Wind zehrt bereits merklich an den Kräften als ich hinter mir die Alpenperle vernehme, die sich daran macht an mir vorbei zu ziehen. Diesen Motivationsschub nutze ich aus, um das Schiff nochmals möglichst lange hinter mir zu lassen und mich mit kräftigen Paddelschlägen voran zu arbeiten. 

Die Mittagssonne ist angenehm, brennt jedoch nicht übermäßig und die gelegentlichen Blicke zurück bestätigen die Richtigkeit des Wetterberichtes. So langsam schieben sich die Wolken von Osttirol zum Westbecken des Sees und es wird nicht mehr ewig so angenehm sonnig bleiben. Optimalerweise sind Wind und Wellen wieder Geschichte, sobald ich nach dem Ronacherfels die Linkskurve absolviert und das Ostufer wieder im Blick habe. Es wird – auf gut Kärntnerisch gesagt – plattleben, sprich spiegelglatt. 

An den unzähligen kleinen Buchten und Seezugängen tummeln sich wieder Trauben von Paddlern und neben der hölzernen Aussichtsplattform am Nordufer springen Kinder und ihre Eltern von der provisorischen Seilschaukel ins fast giftgrüne Nass. Hier mach ich nochmals eine Bananen- und Trinkpause, damit ich die letzten drei Kilometer genauso zügig fertig paddeln kann wie die ersten 20 km dieser Tour. 

Schnellen Schrittes kommen die Wolken über den See, aber in Mösern angekommen bleibt mir noch genug Zeit für ein erfrischendes Bad und das Ausklingen dieser Mammuttour. Mittlerweile sind der Einstieg zum Wasser und die Liegewiese voller Badegäste und ich navigiere mein SUP vorsichtig zum Schotterstrand. Die vielleicht erste doppelte Längsquerung dieses Sees überhaupt (wer weiß das schon?) ist geschafft. Auch ich bin erschöpft, aber genieße diesen Triumph über mich selbst und meine Zweifel im Stillen.

Eins sein mit dem Board, dem Paddel und dem Wasser. Das ist es, was uns Paddler immer wieder antreibt und warum wir uns immer wieder auf die Suche nach neuen Revieren begeben – sobald der Muskelkater abgeklungen ist. 

Diese und noch viele andere SUP-Touren auf Kärntner Seen findest du im SUP Guide Kärnten zum Nachlesen.

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