Mur – Staustufe Friesach

Eine kurze und knackige Tour zwischen Au und Autobahn nördlich von Graz

Address

Kraftwerk Friesach

GPS

47.186241821838, 15.337316393852

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Kraftwerk Friesach

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47.186241821838, 15.337316393852

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 1 Krug  |  Länge 4,4 km |  Dauer 50-70 Minuten

Nur wenige Autominuten nördlich der steirischen Hauptstadt kann man die Mur recht naturbelassen genießen und sich stromaufwärts ein wenig auspowern. Die Mischung aus Naturlandschaft und angrenzender Schnellstraße bietet vielen Paddlern ungewohnte Eindrücke.

Befahrungsregeln

In der Auzone Rücksicht auf Vögel und Pflanzen nehmen – nur an offensichtlichen und eindeutig zugänglichen Ausstiegsstellen an Land gehen.

Gefahren

Nicht zu nahe ans Kraftwerk Friesach heran paddeln. Am besten nie näher ranfahren, als auf die Höhe der Einstiegsstelle. Von hier sind es sowieso nur noch etwa 70 m zur Wehr.
Je nach Wasserstand kann die Strömung vom Beginn an deutlich, jedoch überwindbar sein. Nach dem Unterfahren der Brucker Schnellstraße, welche über der ersten Linkswindung der Mur liegt, steigt die Fließgeschwindigkeit kontinuierlich und es muss ufernahe gepaddelt werden.
Unter den Brücken sollte genügend Abstand zu den Pfeilern gehalten werden (vor allem auf der Rückfahrt in Fließrichtung).

Anfahrt

Von Graz nimmt man die A 9 Pyhrn Autobahn ab Graz/Webling (im Süden der Stadt) und fährt Richtung Salzburg. Nach 20 km rechts die Abfahrt Knoten Deutschfeistritz/Peggau nehmen und an der Kreuzung nach links einordnen. Nach etwa 500 m biegt man links zum Parkplatz vor dem Verbund-Kraftwerk Friesach ein.

Aus Leoben nimmt man die S 6 Semmering Schnellstraße nach St. Michael und fährt dort auf die A 9 Pyhrn Autobahn in Richtung Graz (im Süden) auf. Nach etwa 30 km fährt man am Knoten Deutschfeistritz/Peggau ab und ordnet sich an der Kreuzung nach links ein. Nach etwa 1000 m biegt man links zum Parkplatz vor dem Verbund-Kraftwerk Friesach ein.

Parken

Direkt vor dem Kraftwerk Friesach befindet sich ein öffentlicher und kostenloser Parkplatz (vor dem Schranken bleiben!). Hier ist auch weitläufig Platz, um das Equipment vorzubereiten.

Baden

Das Baden ist hier in der Mur weder erlaubt noch möglich. Jedoch gibt es in der näheren Umgebung unterschiedliche In- und Outdoorbäder.

Sehenswert

Die Ruine der einstigen Burg Peggau stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und ist auch vom Wasser aus kurz zu sehen. Diese als Spornburg erbaute Festung sitzt auf einem beinahe senkrecht abfallenden Felskopf und befindet sich im Besitz des Stifts Vorau. Man kann zwar an die Ruine heranwandern, für die Öffentlichkeit ist sie jedoch geschlossen.

Auch das Schloss Stübing entstand vermutlich im 12. Jahrhundert als Wehranlage und wurde im Laufe seiner Geschichte immer prunkvoller. Zwischenzeitlich diente es sogar dem SOS Kinderdorf, welche es für Verwaltungs- und Wohnzwecke renovieren ließen und damit wurde leider viel vom alten Glanz der Anlage begraben. Heute befindet sie sich in Privatbesitz.

Die Lurgrotte in Peggau ist die größte wasserdurchströmte Tropfsteinhöle Österreichst und bietet ganzjährig Führungen an (auch für Schulen). Im Winter gibt es bis zu sechsstündige Abenteuerführungen, welche jedoch schon relativ früh (im Sommer) reserviert werden sollten. Hinzu kommt das Urgeschichtliche Museum Peggau, welches beim Besuch der Grotte nicht ausgelassen werden sollte.

Extra-Tipps

Der Barfußweg in Rein führt über eine Strecke von 600 m und ist eine wahre Wohltat für täglich in Schuhe gezwängte Füße. Diese natürliche Reflexzonenmassage belebt nicht nur die Geister, sondern trägt auch zur Erdung und zum Abbau elektromagnetischer Strahlung bei.

Das Freilichtmuseum Stübing ist eines der größten Freilichtmuseen Europas und wurde 2002 mit dem Museumsgütesiegel des ICOM der UNCESCO ausgezeichnet. Es gibt seinen Besuchern einen unverfälschten Einblick in die ursprüngliche Lebenswelt der österreichischen Landbevölkerung. Neben fachkundigen Führungen gibt es hier jedes Jahr auch etliche Feste und Veranstaltungen.

Seit 1990 ist das ehemalige Sensenwerk Deutschfeistritz, welches einst bis zu 60.000 Sensen jährlich produzierte, ein Museum und wird vom Kulturverein Sensenwerk Deutschfeistritz erhalten . Von1849 bis 1984 wurde hier mit wasserbetriebenen Hämmern produziert. Heute kann man es von April bis Oktober besichtigen und auch an Führungen teilnehmen.

Die Bauernmärkte der Region sind ein idealer Startpunkt für die kulinarische Entdeckung der Region nördlich von Graz.

Tour

Kraftwerk Friesach bis Deutschfeistritz und retour (3 Paddel)

Ab der Wehr geht es Richtung Norden, bis zur Brücke in Deutschfeistritz. Von hier lässt man sich dann gemütlich wieder zurück zum Kraftwerk treiben.

Länge

4,4 km

Dauer

50 – 70 Minuten

Ein- und Ausstieg

Am Beginn des Uferweges nördlich (vom Parkplatz aus rechts) des Kraftwerkes.

Übernachtung

Gasthof & Gästehaus Thomahan
Grazer Bundesstraße 15, 8114 Friesach bei Peggau
Tel. +43 (0)3127 415 55

La Cucina – Hotel & Restaurant
Grazerstraße 28, 8120 Peggau
Tel. +43 (0) 3127 41897

Pension Lindenhof
Zitoll 2, 8121 Deutschfeistritz
Tel. +43 (0)664 2413635

Einkehr

Gasthof-Restaurant Bernthaler
Königgraben 22, 8121 Deutschfeistritz
Tel. +43 (0)3127 41261

Timeout Café – Bistro
Ferdinandgasse 4, 8121 Deutschfeistritz 
Tel. +43 (0)3127 42144

Gasthaus Sandwirt Beim Kesserfall
Kesselfallstraße 13, 8102 Semriach
Tel. +43 (0)3127 8226

Zwischen Au und Autobahn

Zu einer kleinen, aber feinen Paddeltour nur wenige Autominuten nördlich der steirischen Hauptstadt eignet sich die Staustufe der Mur am Kraftwerk Friesach hervorragend. Wer zwischendurch ein paar Stunden Zeit hat, kann der Stadt entfliehen und hier beherzt stromaufwärts paddeln um sich danach umso genussvoller wieder mit der Strömung zurücktreiben zu lassen.

Da die Murufer ein Naherholungsgebiet der umgebenden Gemeinden (Peggau, Deutschfeistritz) darstellt, bietet der Parkplatz vor dem Mitte der 1990er erbauten Kraftwerk genügend Parkflächen und ein weitläufiges Areal mit genügend Platz zum Aufpumpen der SUPs.

Zum Einstieg geht es rechts rauf zum Uferweg, wo sich gleich mal eine lichte Stelle zum Wasser offenbart. Es ist genug Platz vorhanden, um die Boards einzeln der Reihe nach ins Wasser zu legen und dann nach rechts Richtung Norden los zu paddeln. Wenn man sich ein paar Meter vom Ufer entfernt hat kann es passieren, dass plötzlich Zischgeräusche unterm Brett hörbar werden, so als würde die Luft daraus entweichen. Nach einem ersten Schock und einer gründlichen Überprüfung unserer Boards zurück an Land kamen wir zu dem Schluss, dass es sich wohl um eine unterirdische Leitung handeln muss, die in diesem Bereich wohl Luft ausstößt. Unseren SUPs entweichen glücklicherweise keine (sichtbaren) Luftbläschen und wir startet nun vertrauensvoll mit unserer Runde.

Hier sind wir zwar mitten in einer Aulandschaft, hören jedoch deutlich die vorbeiführende Schnellstraße, welche an vielen Stellen gut sichtbar ist. Somit ergibt das eine interessante Mischung aus Naturgebiet, Lärmschutzwänden und Schnellstraßen. Dennoch zahlt sich der Trip hierher aus, zumal es etliche versteckte kleine Seitenarme und niedliche Bäche, welche in den Fluss einfließen gibt. Vor uns liegt die Ruine Peggau, welche bereits gute 1000 Jahre auf ihrer Anhöhe thront und heute im Privatbesitz ist.
Je nach Wasserstand kann die Strömung schon vom Start weg recht deutlich sein, und das Paddeln entlang des Ufers notwendig machen. Daher ist es bei Flusstouren immer ratsam, auch die Wetterlage etliche Tag davor zu beobachten – vor allem in Hinblick auf Niederschläge im Oberlauf des Gewässers. Bei der Staustufe Friesach kann man nicht wirklich von einem Stausee sprechen, da das Wasser bis zur Wehr hin nie wirklich still steht.

Auf dem Weg in Richtung Norden beobachten wir kleine Entenfamilien und überaschen immer wieder Spaziergänger, welche anscheinend selten bis nie Paddler in dieser Gegend sehen. Wir nähern uns der ersten Flusswindung nach links, über welche die Schnellstraße S 6 führt. Ab hier merkt man, dass die Strömung langsam deutlich anzieht und wir paddeln aufrecht unter der niedrig gebauten Brücke durch. Spätestens hier wird man langsam aber sicher gerne freiwillig am Ufer entlang paddeln, wenn man nicht unter großem Kraftaufwand nur auf der Stelle stehen möchte. Vor uns liegt linker Hand eine schmale Insel, welche einen noch schmäleren Seitenarm der Mur ausbildet. Aus Naturschutzgründen, sollte dieser nicht befahren werden! Heute sowieso nicht so leicht möglich, da etliche Baumverästelungen von beiden Seiten und an mehreren Stellen in und über das Wasser ragen. Also bitte auch hier, auch wenn es noch so verlockend ist, den Hauptstrom nehmen und weiter Richtung Deutschfeistritz paddeln. Wer es bis hierher geschafft hat, sieht nach dem Seitenarm bereits zwei Brücken vor sich: die erste ist eine Eisenbahnbrücke, über die zweite fahren KFZ (Übelbacherstrasse). Die zweite Brücke wird auch unser Umkehrpunkt sein.

Die Krafteinsätze werden nochmal verstärkt, die Paddelfrequenz erhöht und wir gelangen zum malerischen kleinen Übelbach, welcher von links vor der zweiten Brücke über kleine Gesteinsstufen in die Mur einfließt. Im Kehrwasser nutzen wir die Gunst der Stunde um, nach knapp 40 Paddelminuten einen kräftigen Schluck Wasser zu nehmen.

Danach paddeln wir spitz aus dem Kehrwasser raus und lassen uns vom Fluss in Fahrtrichtung Süden drehen. Hier lassen wir uns nun gemütlich treiben und genießen die Früchte unserer harten Paddelarbeit. Mit dem Schwung der Strömung legen wir die 2,2 km bis zur Wehr in Windeseile zurück. Der Seitenarm mit der Insel sind schnell hinter uns gelassen, an der Unterführung der S 6 halten wir stets ein Auge auf die Betonpfeiler gerichtet und halten uns ufernahe und danach paddeln wir die letzten Meter im ruhiger werdenden Wasser zurück zum Parkplatz.

Wer von weiter weg kommt, kann nach dem Anlanden seine Jause auspacken und sie am Holztisch neben dem Parkplatz genüsslich verspeisen. Oder man kehrt in der näheren Umgebung urig ein.

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