Drau – Von Lippitzbach nach Wunderstätten

Müllsammeln und Natur genießen an der Drau

Adresse

Lippitzbach

GPS

46.636182224575, 14.770646095276

Adresse

Lippitzbach

GPS

46.636182224575, 14.770646095276

Anspruch 2 Paddel  |  Einkehr 1 Krug  |  Länge 12 km |  Dauer 3 – 4 Stunden

An der Schnittstelle zwischen der Region Südkärnten und dem Lavanttal bietet die Drau außergewöhnliche SUP-Erlebnisse in weitgehend unberührter Natur. Während einer Uferreinigung lernt man dabei auch abseits des Hauptstromes viele versteckte Kraftplätze kennen.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Entlang der Tour bewegt man sich durchwegs in der freien Natur ohne nennenswerte Infrastruktur. Respektvoll mit dem Lebensraum der Tiere und Pflanzen umgehen und etwaigen Müll wieder mitnehmen. Die Seichtgebiete abseits der Ufer bzw. die Wälder so gut es geht meiden bzw. so schonend wie möglich betreten.

Gefahren

Wenn die Schleusen des Kraftwerkes Edling geöffnet werden, muss mit stärkerer Fließgeschwindigkeit gerechnet werden.

An den Brückenpfeilern immer genügend Abstand halten.

Zum Einstieg am Wölfnitzbach muss man eine minimale Höhendifferenz am grasigen Ufer überwinden. Da es je nach Tageszeit und Witterung etwas rutschig sein kann, vorsichtig ins Wasser steigen.

Gelegentlich kann man Fischern begegnen. Wenn man sie sieht, bitte deren Fischerleinen früh genug ausweichen.

Vorsicht ist beim Parkplatz am Ausstieg geboten, denn dieser befindet sich direkt neben der Hauptstraße (B 80 – Lavamünder Straße).

Anfahrt

Wenn man über die Südautobahn A 2 aus nördlicher oder westlicher Richtung anreist, nimmt man bei Griffen die Ausfahrt 273 und fährt Richtung Lavamünd/Ruden. Man fährt dabei 5,7 km entlang der Lippitzbacher Landesstraße, bis diese in Ruden in die B 80 mündet. An der Kreuzung nach links in Richtung Lavamünd weiter fahren und nach bereits 360 m rechts weg in die Lippitzbacher Straße abzweigen. Diese führt ungefähr 2,5 km entlang des Wölfnitzbaches runter nach Lippitzbach zur Einstiegsstelle an der Drau.

Parken

Am Einstieg beim Wölfnitzbach kann man im Bereich der Brücke bzw. am Ufer parken. Ebenso ist es möglich, an der Ausstiegsstelle am Straßenrand zu parken (etwa im Bereich Lavamünder Straße 30).

Baden

In der aufgestauten Drau kann man entlang der gesamten Tour auch herrlich baden und bis in den Spätsommer erfrischende 20° C Wassertemperatur genießen. Nur wenn die Schleusen beim Kraftwerk Edling geöffnet sind und die Strömung steigt, ist baden nicht empfehlenswert. Zwar ist das Gebiet bis zum Wasser runter stark bewaldet, aber es finden sich immer wieder gute Zugänge zum Fluss. Oder man springt einfach vom SUP direkt ins Wasser.

Nicht nur die Drau lädt zum Baden ein, auch der Klopeiner See, der Turnersee und der Gösselsdorfer See sind begehrte Destinationen für Wasserratten und Sonnenanbeter.

Außerdem gibt es etliche kleinere Bäder und Badeseen, wie die netten Badeseen in Lavamünd sowie in St. Andrä und das Erlebnisschwimmbad in St. Paul.

Tour

Vom Wölfnitzbach in Lippitzbach bis zur kleinen Bootsanlegestelle in Wunderstätten.

Länge

12 km

Dauer

3 – 4 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg: an der Drau-Mündung des Wölfnitzbach in Lippitzbach.

Ausstieg: an der kleinen Bootsanlegestelle in Wunderstätten.

SUP-Verleih

Draupaddelweg
Dahlienweg 14, 9161 Maria Rain
Tel. +43 (0)463 2032 30100

Tausche Metallfass und Autoreifen gegen Flusshöhlen und Bachminzenteppich

Dass die Drau unzählige schöne Paddeletappen zu bieten hat ist ja kein Geheimnis mehr. Dass sie jedoch exotisch anmutende versteckte Kraftplätze und Naturdenkmale zu bieten hat, weiß man erst nachdem man zwischen Ruden und Wunderstätten im Lavanttal unterwegs ist. Noch besser lernt man diese Gegend kennen, wenn man eine Paddeltour mit einer Uferreinigung verbindet und Meter für Meter flussabwärts alles unter die Lupe nimmt.

Um zum Einstieg an der Wölfnitzbachmündung in Lippitzbach zu gelangen, fährt man zunächst 2,3 km neben dem Bach entlang der schmalen Lippitzbacher Straße runter zur Drau. Hier kann man sein Auto im Bereich der Brücke parken, muss es aber natürlich nach der Tour wieder hier abholen. Neben dieser verkehrslogistischen Herausforderung warten im Verlauf des Tages noch ein paar weitere entsorgungslogistische Herausforderungen auf uns, sobald wir am Wasser sind.

Glücklicherweise wird unsere Uferreinigungsaktion von den Gemeinden Lavamünd und St. Paul sowie vom Abfallwirtschaftsverband Lavanttal und von der Österreichischen Wasserrettung unterstützt, sodass wir beim Einstieg ausreichend Müllsäcke, Arbeitshandschuhe und etwas Verpflegung gesponsert bekommen. Außerdem hat sich der ORF dafür interessiert und wird über unsere Aktion österreichweit berichten. Ein wenig Vorbildwirkung und Bewusstsein für das Thema Umweltschutz kann schließlich nicht schaden. Unser Unterfangen wurde sogar vorab vom Wiener Künstler Peter Schönhard passend malerisch in Szene gesetzt, damit sich viele freiwillige Helfer dafür finden lassen.

Nicht nur wir Paddler besteigen im Mündungsbereich unsere SUPs, sondern auch die Wasserrettung ihr Schlauchboot, aus welchem sie uns für nautische Notfälle entlang der gesamten Tour bereitstehen wird.

Am Einstieg stürzt der Wölfnitzbach in die Drau und bildet ein kleines Mündungsbecken aus, in dem sich bereits kleinere Abfälle angesammelt haben. Diese lesen wir gleich mal auf und paddeln dann nach rechts weg los. Direkt vor und über uns haben wir gleich ein imposantes Naturdenkmal – eine meterhohe senkrechte Felswand ragt moosbehangen in den Fluss, während unaufhörlich Wasser von oben herunter rinnt und in die Drau fällt. Bevor wir unseren ersten großen Müll am Wasser finden wird es also gleich Zeit für ein Gruppenfoto mit tropischem Hintergrund.

Danach paddeln wir gleich flussaufwärts weiter und finden zunächst gar nichts, was bei einer Müllsammelaktion ja ein gutes Zeichen ist. Das sollte jedoch nicht lange so bleiben und bald entdecken wir ein mülltechnisches Highlight.

Aus dem Wald ziehen wir eine verrostete Tonne und noch andere kleinere metallische Abfälle, welche wir auf unsere Boards aufladen und folglich zum Einstieg zurück paddeln, um den Schrott dort abzuladen. Nach einem kurzen Fernsehinterview geht es dann weiter in Richtung Lavamünd.

Ungewöhnlich ist es, die Drau auf diesem Flussabschnitt so tief eingekesselt zu erleben und zwischen den bewaldeten Flanken dahin zu treiben. Vor uns erhebt sich die Jörg-Haider-Brücke, welche zu Ehren des ehemaligen Landeshauptmanns nach seinem Ableben umbenannt wurde. Gemächlich paddeln wir an den angelegten Booten unter der Brücke vorbei und legen danach unsere Hinterköpfe in den Nacken – 96 Meter hoch ist die Brücke von der Wasseroberfläche aus gemessen und ihr Echo kann sich hören lassen. Weil hier auch kein bewohntes Gebiet ist, kann man gerne mal etwas hinaufrufen, ohne irgendwelche Anrainer zu erschrecken.

So ruhig und entspannt dieser Flussabschnitt hier ist, lässt er uns beinahe vergessen, welchen Zweck unsere Paddelrunde heute eigentlich erfüllen soll, denn die Ufer sind absolut sauber und wir lassen uns genüsslich vom Wasser treiben. Die Wälder reichen bis an die Uferkanten herunter und immer wieder ragen Nadelbäume schräg in das Wasser. Manche wachsen sogar so kurios, dass sie ihre Schräglage zur Baumkrone hin versuchen auszugleichen und somit gebogen wieder zum Himmel wachsen.

Ab und zu lesen wir etwas Kleinrat auf und genießen dabei die herrliche Stille gepaart mit einer unglaublich malerischen Umgebung, als einer aus der Gruppe etwas entdeckt hat:

Am rechten Ufer befindet sich wieder mal eine etwas höhere Felsformation, welche darüber stark bewaldet ist und einen schmalen Höhleneingang bietet. Den kann man jedoch nur erkennen, wenn man ganz nah am Ufer fährt und es mit Laseraugen nach Abfällen abscannt. Wer mittig im Fluss paddelt sieht hingegen nur die Felsen und paddelt wahrscheinlich recht unbeeindruckt daran vorbei.

Kniend kann man in die Höhle hineingleiten, aber leider ist drinnen bald Ende. Lediglich ein Lichtschein aus dem Wasser lässt vermuten, dass man auf der anderen Seite wieder hinaus tauchen könnte – das überlassen wir jedoch gerne anderen.

Zwar beträgt die Wassertemperatur nun Anfang September immer noch an die zwanzig Grad, aber wir bleiben für eine kurze Pause vor der Höhle auf unseren Boards. Danach verteilen wir uns wieder zu beiden Uferseiten und paddeln weiter in Richtung Jauntalbrücke. Auf dem Weg dorthin fließen immer wieder größere und kleinere Rinnsale in den Fluss ein und die dunkelgrünen Wasserpflanzen reichen bis an die Wasseroberfläche heran. Immer wieder findet man kleine Tümpel abseits des Hauptstromes, welche glasklares Wasser führen und eine unglaubliche Pflanzenvielfalt offenbaren.

Unter der Jauntalbrücke, eine der höchsten Eisenbahnbrücken Europas, wächst die Bachminze sogar aus dem Wasser heraus und bildet großflächige Teppiche unter unseren Boards. Teilweise spielen die Wasserfarben auch dank der unterschiedlichen Grundsedimente und Pflanzen verrückt, denn von Grün in allen Schattierungen bis zu blau-grün und türkis ist farblich vieles dabei. Natürlich kann man diese Naturschönheit auch von oben herunter kommend betrachten, wenn man den Mut aufbringt und von der Jauntalbrücke einen Bungy-Jump wagt.

Wir sind mit unseren SUP-Boards in eine wahrhaften Märchenwelt gelandet, werden aber wieder etwas geerdet, sobald wir an den Schilfgürteln nach der Jauntalbrücke vorbei paddeln und dann so richtig mit der Arbeit beginnen können. Gerade im Schilf bleiben eine Menge Flaschen, Styroporteile, Verpackungen und sogar eine noch geschlossene Bierdose hängen. Wie lange deren Inhalt haltbar ist oder war kann man darauf nicht mehr erkennen, aber nach einer kleinen Grundreinigung wagen wir den Versuch und verkosten das edle Getränk. Es ist leider nicht optimal gekühlt und würde uns daher wahrscheinlich im Winter deutlich besser bekommen. Allerdings ist es geschmacklich unauffällig und kann somit konsumiert werden. Nebenwirkungen traten bei den Trinkern danach nie auf, was wahrscheinlich an der kontaktlosen Trinktechnik gelegen hat.

Diese Kuriosität wird später abgelöst von eher traurigen Funden, wie in der Erde verwachsenen Müllsäcken, Lackdosen und – von den Tauchern der Wasserrettung geborgen – einem versunkenen Boot und einer WC-Schüssel. Wenn man mal weiß wo man suchen muss, wird einem klar, dass es mit einer einmaligen Müllsammelaktion leider doch nicht getan ist, denn gerade im Schilf hätten wir noch viel mehr entdecken können. Unserer Meinung nach ist es auf jeden Fall sinnvoller, das Schilf kurzzeitig zu befahren und dabei manchmal etwas zu beschädigen, als jahrelang Müll darin schwimmen zu lassen, der die Wasserqualität beeinträchtigt und an dem auch die hier lebenden Tiere verenden können.

Nach ungefähr fünf Stunden findet unsere Tour an der kleinen Bootsanlegestelle in Wunderstätten, kurz vor dem Kraftwerk Schwabeck, ein Ende. Der flache linksseitige Ausstieg zwischen Schilf und Steg ist optimal und an der Hauptstraße kann man einige KFZ am Ende des Schotterweges parken. Nachdem der Abfallwirtschaftsverband Lavanttal den Müll abgeholt hat, wurde er natürlich sachgerecht entsorgt. Schließlich konnten wir diesen Drauabschnitt um 280 kg Müll erleichtern und können diesen kleinen Erfolg danach im Laquamünd beim Badesee Lavamünd auch ein wenig feiern. Bei Hotdogs und Drinks erleben wir einen herrlichen Sonnenuntergang und planen bereits unsere nächsten Reinigungsaktionen mit dem SUP.

Alternative: Man kann auch 1,8 km weiter bis zum Kraftwerk Schwabeck paddeln und dieses rechts umgehen. Von dort schlängelt sich der Fluss weitere sechs Kilometer bis zum Kraftwerk Lavamünd. Oder auch weiter, denn die Drau ist durch Slowenien bis nach Kroatien befahrbar.

Anspruch

2

Einkehr

1

Länge

12

Dauer

3 – 4

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