Drau vom Silbersee nach Villach

Flußaufwärts durch die Draustadt

Address

Silbersee

GPS

46.605980173193, 13.907952444561

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Silbersee

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46.605980173193, 13.907952444561

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 3 Krüge |  Länge 8,2 km |  Dauer 2 – 3 Stunden

Eine etwas andere Paddeltour kann man an der Drau im Raum Villach erleben. Man startet im Niemandsland, paddelt durch die gesamte Stadt und nimmt unterwegs viele unterschiedliche Eindrücke war. Im urban-ländlichen Wechselspiel kommt garantiert jeder Paddler auf seine Kosten.

Allgemeine Infos Villach/Silbersee

Befahrungsregeln

Badegäste findet man hier auf der Drau nicht, dafür aber Passagierschiffe, welche Vorrang haben. Ebenso sollten Nist- und Laichplätze nicht gestört werden.

Gefahren

Vorab immer das Wasser (Wasserstand, Fließgeschwindigkeit) beobachten und nur bei guten Wetterbedingngen auf das Wasser gehen. Im Bereich der Staumauer am Ende der Route sowie im Bereich der Brücken ist erhöhte Vorsicht geboten. Das heißt ausreichend Abstand zu Pfeilern und zur Wehr halten. Der Ausstieg am Ufer unter der Staumauer kann je nach Wasserstand schon etwas höher, steiler und steinig sein. Am besten ist es, die Boards zu zweit aus dem Wasser zu ziehen.

Anfahrt

Vom Zentrum Villachs kommend fährt man beim LKH Villach in die St. Magdalener Straße, fährt diese östlich (stadtauswärts) in Richtung St. Magdalen und nimmt nach 1,5 km die 2. Ausfahrt im Kreisverkehr (an der Friedensbrücke). Nach weiteren 650 m biegt man scharf links in die Chemiestraße ein. Diese wird zur Ulricher Straße und man fährt für 1,7 km geradeaus bis zur Abzweigung zum Silbersee (rechts). An dessen Zufahrtsstraße (Silberseestraße) bzw. an deren Ende befinden sich jeweils ein Parkplatz.

Parken

Am Silbersee gibt es zwei Parkplätze, welche während der Badesaison kostenpflichtig sind.Einer davon liegt am Beginn der Zufahrtsstraße am Westufer des Sees (etwa 630 m zum Einstieg). Der andere liegt am Ende der Zufahrtsstraße vor der Silbersee Ranch (etwa 150 m zum Einstieg).
Bitte nicht am Straßenrand parken!

Baden

Der Silbersee zählt zu den beliebtesten Badeseen der Villacher Bevölkerung und ist auch im Sommer kostenlos zugänglich. Neben ausgedehnten Liegewiesen und zwei Strandlokalen (Silbersee Lido, Silbersee Ranch) findet man dort auch Beachvolleyball- und Tennisplätze, einen Callisthenics Park sowie Tischfußball und Trampolins.
Der künstlich angelegte Schotterteich erstreckt sich über 8,4 ha Fläche und weist eine maximale Tiefe von 7 m auf. Natürlich eignet er sich auch ideal, um seine ersten SUP-Versuche zu unternehmen.

Tour

Von der Schiffsanlegestelle beim Silbersee bis zum Kraftwerk Rennstein. 

Länge

8,2 km

Dauer

2 – 3 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg an der Schiffsanlegestelle an der Silbersee Ranch.
Ausstieg im Bereich des Kraftwerk Rennstein, am Besten am Südufer unter der Brücke.

SUP-Verleih

Fels & Wasser
Flurweg 20, 9524 Villach
Tel. +43 (0)650 6161327

Kajak Center Faak     
Am Sonnhügel 1, 9583 Faak am See
Tel. +43 (0)650 41 022 71  

Unterwegs im Gegenstromland

Flüsse werden ja in der Regel in Fließrichtung bepaddelt. Nachdem die Drau uns an diesem Herbsttag jedoch ihren äußerst niedrigen Wasserstand gepaart mit ebenso geringer Fließgeschwindigkeit offenbart, kam der Gedanke auf, mal stromauf durch Villach auf Kärntens Wasserader zu paddeln.

Natürlich kommt uns zugute, dass beinahe die gesamte Drau in Kärnten gestaut ist und das Wasser zwischen den unzähligen Kraftwerken sowieso meist gemächlich Richtung Slowenien fließt.
Einen guten Einstieg für die Gegenstrom-Tour bietet beispielsweise die Schiffsanlegestelle gegenüber der Beachvolleyballplätze am Silbersee im Osten Villachs. Im Sommer zahlt man hier ab früh morgens eine kleine Parkgebühr, außerhalb der Badesaison sind die Abstellplätze jedoch kostenfrei.

Wer das Maximum aus dieser Strecke herausholen möchte, dem empfehlen wir vor allem auf die Wasserqualität zu achten, denn wenn man glasklares Wasser vorfindet, sieht man bis zum Boden runter alles sehr detailliert und das wiederum steigert das Naturerlebnis enorm. 
Im Bereich um den Silbersee ist das Wasser zwischen zwei bis etwa vier Meter tief, im Stadtbereich Villachs kann man bis zu geschätzt sieben Meter tief Steinformationen unter den Boards ausmachen. Selbst für Einheimische ergibt das eine komplett neue Sicht auf den gewohnten Lebensraum.

Wer an der Drau paddelt ist in der Regel alleine und so starten wir am Silbersee in absoluter Stille in den ersten Tag der Winterzeit. Der Frühnebel hat sich soeben verflüchtigt und wir stechen in das spiegelglatte Wasser ein. Die herbstfarbenen Bäume werfen ihre Blätter natürlich auch ins Wasser ab und wir paddeln durch den aufsteigenden Dunst der Autobahnbrücke der A2 entgegen. Hier ist es auch noch egal, ob man in der Mitte oder am Rand paddelt, da das Wasser ohnehin bewegungslos still zu stehen scheint.

Gleich zu Beginn geht es an einer Pferdeweide vorbei, wobei die Tiere genauso erstaunt über unseren Anblick zu sein schienen wie wir über ihren Anblick entzückt sind.
Das Gebiet um den Silbersee ist ein Naherholungsgebiet und daher führt von hier ein Radweg bis in die Stadt hinein. Dieser wird zwischen den Bäumen und Büschen immer wieder sichtbar und führt die gesamte Drau entlang durch ganz Kärnten. Was wir Draustädter schon seit jeher vom Land her kennen, sieht vom Wasser komplett anders aus und gibt uns das Gefühl an einem unbekannten Ort zu sein. Nach etwa 1,3 km passieren wir die Autobahnbrücke und sehen vor uns eine Gabelung im Wasser. Von links fließt nämlich die Gail in die Drau ein und beide Flüsse bilden mit dem Dobratsch im Hintergrund – dem Villacher Hausberg – ein malerisches Fotomotiv. Zunächst sind wir noch großteils im Naturgebiet unterwegs, bis bereits rechter Hand das Areal der Fachhochschule hinter den Bäumen zu erkennen ist. Wir kommen der Stadt also zügig näher und sehen schon die Friedensbrücke, welche mittlerweile zu einem Wahrzeichen Villachs geworden ist und die Stadtteile Magdalen (rechts) und Perau (links) miteinander verbindet. Vor 2003 befand sich hier noch keine Brücke und man musste eine großen Umweg machen, um von St. Magdalen auf die gegenüberliegende Seite zu kommen, es sei denn, man hätte damals schon ein SUP gehabt.

Auch hier, im Mündungsbereich des Seebachs, halten Petri-Jünger ihre Angeln ins Wasser und warten geduldig auf ihre Bachforellen. Der Seebach ist übrigens der Abfluss des Ossiacher Sees, welcher etwa vier Kilometer von hier aus dessen Ostufer entspringt. Während wir linker Hand noch Felder und Uferbepflanzung sehen, beginnt rechts bereits der urbane Raum und wir paddeln vorbei am Zentralfriedhof sowie am ausgedehnten Wasenboden mit seinen vielfältigen Sportmöglichkeiten (Fußball, Basketball, Skate, Tischtennis, Hundewiese, etc.).

Da die Strömung im Stadtgebiet nun definitiv vorhanden ist wird unser Stockeinsatz stärker und wir paddeln weitestgehend in Ufernähe. Das glasklare, teils grünliche Wasser offenbart uns dabei herrliche Einblicke in die Unterwelt des Flusses. Fels- und Gesteinsbrocken wechseln sich mit Sedimentböden ab und alles in kaum fünf Metern Tiefe. Allerdings sieht man dank des geringen Wasserstandes und der Klarheit auch Unschönes: weggeworfene Fahrräder und Autoreifen. 

Die Brücke der Ossiacher Zeile bildet dann den Abschluss des Wasenbodens und man befindet sich nun im Stadtzentrum wieder. Zu beiden Seiten sehen wir Spaziergänger, Läufer und Radfahrer  entlang der Draubermen, der Uferpromenade Villachs.

Als wir der Congress Center Brücke entgegen paddeln können wir unser Grinsen nicht mehr verbergen, zumal sich die Leute plötzlich nach uns umdrehen und in keinen Gruppen zu uns runter blicken. Gepaddelt wird auf der Drau bekanntlich noch nicht sehr viel und stromaufwärts noch weniger. Mittlerweile ist die Tour zu einem anständigen Workout geworden und wir ziehen an den vielen Schaulustigen vorbei in Richtung Norden. Wer eine Pause benötigt, findet hier in der Stadt genügend Anlegemöglichkeiten.

Spätestens nach der Eisenbahnbrücke haben wir den Stadtkern hinter uns gelassen und halten auf die ruhigen Stadtteile St. Martin und Fellach zu. Die Ufer werden wieder grüner und das Wasser an manchen Stellen deutlich tiefer. Es dürfte wohl sechs bis sieben Meter runter gehen und man sieht noch immer bis zum Grund. Das ist jedoch nicht immer so, denn oft ist das Wasser aufgrund aufgewirbelter Sedimente einfach zu trüb für tiefe Einblicke.

Die Herbstsonne wärmt uns nun und sorgt für gute Stimmung auf den letzten Kilometern bis zum Kraftwerk Rennstein im Westen Villachs. Zum Glück bleibt die Fließgeschwindigkeit der Drau weiterhin konstant und wir kommen trotz der Herausforderung zügig voran. Die Brücke der Drautal Straße ist die neunte und letzte auf dieser Route und mehr oder weniger die Ziellinie, denn 400 m dahinter befindet sich die Wehr. 

Geschafft aber gut gelaunt paddeln wir noch ein wenig der Staumauer entgegen und besiegeln unsere Fahrt mit einem High-Five. Wer hier ankommt hat nun zwei Möglichkeiten: entweder lässt man sich von jemanden hier abholen oder man paddelt die gesamte Strecke wieder zurück. Wie das aussehen kann, kann man im SUP Guide Kärnten nachlesen.

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