Grados Lagune & Santuario di Barbana

Einmal um das Valle Panera und um die Klosterinsel Barbana

Address

Santuario di Barbana

GPS

45.70318775, 13.422818259128

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Santuario di Barbana

GPS

45.70318775, 13.422818259128

Anspruch 3 Paddel  |  Einkehr 2 Krüge  |  Länge 10,5 km |  Dauer 2,5 – 3 Stunden

In Grados Lagune kann man auf einsamen Wasserwegen zu einem der bekanntesten Pilgerorte Italiens paddeln und dabei die Blicke bis hinauf zu den Alpen schweifen lassen. Fernab der touristischen Infrastruktur erwarten uns unterhaltsame Stunden meditativen Paddelns und ein rundum von Wasser umgebenes Kloster.

Befahrungsregeln

Auch wenn diese Gegend verkehrstechnisch teils deutlich ruhiger ist als andere Lagunen der oberen Adria, ist es ratsam, sich eher am Rand aufzuhalten und die Mitte der Wasserwege den Booten zu überlassen.

Gefahren

Der Einstieg beim Hotel Oche Selvatiche geht über einen kleinen Wall, der zum Wasser hin mit Büschen und so manchen Dornen versehen ist. Es gibt jedoch einige Pfade, welche zum Wasser führen. Zur Not muss ein Pfad erst ausgetrampelt werden (sollte jedoch nicht notwendig sein).

Die kleinen Felsen am Ufer sind glitschig, also vorsichtig ins Wasser steigen. Am besten man legt jedes SUP zu zweit ins Wasser.

Vor allem um die Insel Barbana teils reger Bootsverkehr (Motorboote), dort seitlich halten, jedoch bei Wellengang darauf achten, nicht aus der Wasserstraße ins seichte Wasser gedrückt zu werden. Am besten im Zweifelsfall kniend die Wellen überfahren.

Um die Insel Barbana kann man herumpaddeln, jedoch stets mit Blick zum Lagunengrund, da der Wasserstand niedrig ist.

An der Hinterseite des Klosters (Ostspitze der Insel) können direkt unterm Board flache Felsformationen hervortreten (je nach Fahrtlinie). Am besten ist es, die Inselumrundung leicht vorne am SUP zu stehen, damit die Finnen hinten etwas höher sind und nicht am Boden schleifen. Hier ist sowieso nur langsames Tempo ratsam.

Anfahrt

Grado bzw. den Einstieg für diese Tour erreicht man per KFZ entweder von Norden kommend über die Strada Regionale SR 352 quer durch die Lagune oder von Osten kommend über die Via Monfalcone SP 19. Auch per Rad oder Zug kommt man gut in die Region der Goldinsel.

Parken

Vor dem Hotel Oche Selvatiche befindet sich am Ende der Schotterstraße ein Parkplatz, den man benützen kann. Wir haben im Hotel nachgefragt und das OK bekommen. Es schadet jedoch nicht, wenn man selbst nochmals nett um Erlaubnis bittet. Zum Einstieg ins Wasser muss man dann aber einen geeigneten Trampelpfad über den kleinen Erdwall suchen.

Tour

Vom Hotel Oche Selvatiche Richtung Norden und sternförmig in Richtung der Klosterinsel. Einmal um die Insel herum und sternförmig wieder zurück zum Einstieg.

Länge

10,5 km

Dauer

2,5 – 3 Stunden

Ein- und Ausstieg

Beim Hotel Oche Selvatiche am Lagunenufer.

SUP-Vermietung

A.S.D. Kite Life Grado
Via delle Pleiadi 1, 34073 Grado
Tel. +39 (0)347 4896077

Island-Hopping in der Lagune Grados

In Grados Tourismusbüro sagte man uns, dass man nur den Abschnitt zwischen den zwei Stränden der Stadt bepaddeln dürfe (Paddler sieht man jedoch an den Stränden). Aus diesem Grund muss ein aufregenderes Reiseziel her und die Lagune von Grado kommt uns da gerade recht. Diese schier endlos große Wasserfläche wird von Dutzenden größeren aber auch winzig kleinen Inseln durchbrochen, welche teilweise auch bebaut und üppig bewachsen sind. Entlang der markierten Wasserstraßen lässt sich hier vieles anfahren.

Die aus dem 6. Jahrhundert stammende Wallfahrtskirche auf der kleinen Insel Barbana kann man auch von Grado bzw. seiner Zufahrtsstraße zum Festland noch aus 3 km Entfernung gut erkennen. Wir wollen sie heute jedoch von ganz nah erkunden.

Dazu fahren wir mit dem Auto von Grado aus über die Via Monfalcone bei Grado Pineta und danach beim Golf Club Grado vorbei. Gleich nach dem Golfclub geht’s über eine Brücke an dessen Ende links ein Schotterweg zum Hotel Oche Selvatiche führt. Hier dürfen wir parken und über den kleinen Wall direkt vom Schotterweg in die Lagune einsteigen. Obwohl der Einstieg ob der Büsche und der glitschigen Steine am Ufer etwas schwierig ist, kann er uns die Vorfreude auf diese 11 km lange Tour nicht nehmen. Zwischen dem Canale Zemole und dem Canale Primero liegt eine etwa sternförmige Landaschaft mit zwei Kilometern Durchmesser – das Valle Pamera, eine Mischung aus Schilflandschaft und Festland, welches von unzähligen kleinen Kanälen durchdrungen wird. Alle 400 bis 500 m macht der Küstenverlauf einen spitzen Richtungswechsel, sodass man von oben betrachtet eine grobe Sternform ausmachen kann. Diese wollen wir umrunden und dabei kurz zum Santuario di Barbana ausscheren.  

Hier in den Kanälen fernab des Meeres ist das Wasser strömungsarm und Wellen schlagen hier nur die Motorboote, welche jedoch in regelmäßigen Abständen vorbeifahren. Wir empfehlen, hier innerhalb der gekennzeichneten Bootsrouten zu paddeln, weil man nur dann mit Sicherheit genügend tiefes Wasser vorfinden wird. Los geht es beim Hotel Oche Selvatiche nach rechts weg und somit Richtung Norden. Das Panorama ist hier einfach einzigartig: Vor uns mediterrane Lagunenlandschaft mit Meeresvögeln und Fischen, die vor unseren Boards aus dem Wasser springen. Im diesigen Hintergrund erheben sich die Karnischen sowie die Julischen Alpen und runden somit den vielfältigen Alpe-Adria-Raum ab. Obwohl alles nur über das Wasser erreichbar ist, befinden sich an den kleinen Inseln der Lagune überall kleine Wirtschaftsgebäude, Fischerbaracken und Bootsanlegestellen. Gerade die Casoni der Fischer sind niedlich und sehenswert. Viele sind mit Reet (Schilfrohr) bedeckt und dienen meist als Wirtschaftsgebäude, manchmal aber auch als schöne Wochenendhäuschen. Die 90 km² große Lagune gilt als eines der am besten erhaltenen Feuchtgebiete im Mittelmeerraum und fasziniert unter anderem durch sein sich ständig änderndes Farbenspiel. Jedes Jahres-, aber auch jede Tageszeit ist durch einzigartige Farbkombinationen von Wasser und Pflanzenwelt gekennzeichnet. Alleine darum, ist die Lagune immer wieder eine Reise wert, denn ihr Gesicht ändert sich ständig.

Der Rundkurs macht irrsinnig Spaß, weil man nie weiß, was hinter der nächsten Kurve steckt und es nie lange geradeaus geht. Nach der ersten Rechtskurve hinterm Hotel folgt eine Linkskurve mit einer kleineren Weggabelung nach rechts. Der Beschilderung (Venezia/Trieste) folgt man hier nach links in Richtung Venedig und und gelangt nach ungefähr 2,3 km in eine weiterer Weggabelung. Hier sieht man bereits den Kirchenturm von Barbana links hinter den kleinen Häuschen am Horizont. Auch hier geht es erst links weg, vorbei zwischen den Bootsanlegestellen und dann gleich rechts weg in den Kanal, welcher direkt nach Barbana führt. Da die Klosterinsel ab jetzt ständig in unserem Blickfeld vor uns liegt, müssen wir nur noch dem markierten Weg folgen. Dieser letzte Kilometer ist schnell überwunden und wir landen an der Bootsanlegestelle vor dem Kloster an. Hier herrscht reger Verkehr, da die Kirche eine der beliebtesten Wallfahrtskirchen Italiens ist. Am Ufer liegen bereits einige Kanus und ein SUP – wir sind also nicht alleine hier.

Wir umrunden das Areal des Franziskanerklosters und stoßen abseits der offiziellen Zufahrtsroute auf seichtes, aber durchaus befahrbares Wasser. Der Legende nach liegt der Ursprung der Wallfahrtskirche im Jahre 582 als eine Sturmflut einsetzte und eine zunehmende Inselbildung einleitete. Dabei wurde eine Marienstatue nahe der Hütten der Eremiten Barbanus und Tarilessus angeschwemmt. Aus Dankbarkeit, dass der Sturm Grado verschont hatte, beauftragte der Patriarch von Aquileia den Bau eines Kirchengebäudes. Barbanus, seine Mönche und deren Nachfolger kümmerten sich in weiterer Folge Jahrhundertelang um das angeschwemmte Marienheiligtum.

Nach der Inselumrundung geht es den Kanal wieder nordwärts zurück und wir halten uns nun bei den vorhin passierten Bootsanlegestellen und Häuschen rechts, um die große, namenlose, sternförmige Insel an der Südseite herum bis zum Einstieg zu befahren. Den letzten Kilometer geht es vorbei am Golf Club Grado, welcher für sein maritimes Ambiente bekannt ist. Es wäre interessant zu wissen, wie viele Golfbälle bereits im Schlamm unter unseren Boards versunken sind. Wir werden es nie herausfinden, aber sicher wieder kommen, denn die Lagune hat noch viele schöne Gesichter zu erkunden.