Tihany Südwesten
Adresse
Tihany
GPS
46.88884579488, 17.885280870271
Anspruch 1 | Gastronomie 1 | Distanz 4,2 km | Dauer 1 Stunde

Tourismus kann die Halbinsel Tihany gut, Naturschutzgebiet ist aber auch eine ihrer Kernkompetenzen. Hier paddelt man meist solo zum vibrierenden Sound von Zikaden und Grillen.
Allgemeine Infos
- Balaton TravelPass
- Tihany Wikipedia
- Tihany Touristeninfo
- Ungarn Touristeninfo
- Tour Video
- Klima
- Wind, Wellen, Wetter


Befahrungsregeln
Am Nordufer des Balaton darf man sich mit dem SUP maximal 500 m vom Ufer in Richtung Seemitte entfernen. Am Südufer sind es aufgrund des deutlich seichteren Wassers 1000 m. Seeüberquerungen von Norden nach Süden oder umgekehrt sind untersagt, außer man nimmt an der jährlich stattfindenden Balaton-Überquerung (Balaton-átúszás) teil.
Da der gesamte See seit 2004 ein Naturschutzgebiet ist und man auch am Naturschutzgebiet Tihany vorbeipaddelt, bitte entsprechend respektvoll paddeln, indem ausreichend Abstand zum Schilf gehalten sowie Müll und Lärm vermieden werden.
Die kleine Marina sowie die Fischerstege kurz nach Tourstart darf man nur mit Erlaubnis befahren.
Schiffen, Badegästen und anderen Wassersportlern ausreichend Platz halten und bei Bedarf frühzeitig ausweichen.
Gefahren
Der Balaton ist ein beliebter und etablierter Windsurf- und Kitesurfspot, wobei vor allem im Frühjahr Winde ab drei Beaufort häufig auftreten. Die beste Zeit zum SUPen ist hingegen der Hochsommer mit seinen deutlich geringeren Windstärken. Auf jeden Fall vorab die Wind- und Wetterbedingungen prüfen, denn starke Winde können Paddler auf den weiten See hinaustreiben, wo sie dann schutzlos sind.
Vor dem SUP Center kann das Wasser sehr seicht sein. Daher das SUP über einen der beiden Stege vorsichtig mit den Finnen voraus hinunter zum See heben.
Im Startbereich dieser Tour kann sich sehr viel im Wasser abspielen, denn Badegäste und Wassersportler gibt es hier zuhauf. Die hier ankommenden Schiffswellen sorgen zwischendurch kurzzeitig für kippelige Bedingungen, denn die Fährschiffe verkehren nur 350 m entfernt zwischen Halbinsel und Südufer.
Wer unbedingt anlanden möchte, ist mit Badeschuhen am besten aufgehoben. Viele zugängliche Uferabschnitte sind etwas steinig oder es ragen kurze, kantige Schilfstümpel aus dem Boden. Barfuß daraufzusteigen kann sehr schmerzhaft sein.
Im Hafenbereich am Wendepunkt der Tour könnten vereinzelt Boote verkehren, also vorausschauend paddeln und Vorfahrt geben.
Immer wieder paddelt man über untiefes Wasser und muss stets darauf achten, nicht mit dem Paddelblatt aufzuschlagen bzw. mit den Finnen auf dem Seeboden aufzusitzen.
Anfahrt
Von der 71. Straße (ungarisch: 71‑es főút), die zwischen der ungarischen Hauptstadt Budapest im Osten und Tapolca im Westen verläuft und dabei weitgehend dem Nordufer des Balaton folgt, biegt man bei der Ortschaft Gödrös auf die Halbinsel ab.
Wenn man mal auf der Halbinsel ist, ist für Reisende aus dem Westen der Weg bis zum SUP Center gleich, wie für Reisende aus dem Osten. Man folgt dem Straßenverlauf für ungefähr 5,3 km durch die Orte Tihany und Kopaszhegy und biegt etwa 220 m vor der Hafeneinfahrt (Schranken) rechts zum Hotel Club Tihany ab. Beim Schranken erklärt man dem Securitypersonal, dass man zum SUP Center weiterfährt, bekommt Einlass und folgt dem Straßenverlauf weitere 550 m bis zum SUP Club.
Wir weisen darauf hin, dass jedoch nur Kunden des SUP Centers hier einfahren dürfen, also wenn man in weiterer Folge auch tatsächlich Dienstleistungen des SUP Centers in Anspruch nimmt. Privat und mit eigenem SUP kann man von hier aus nicht paddeln, dazu müsste man die Tour an einem anderen Spot beginnen.
Wer vom Süden lieber mit der Fähre anreist, kann dies ebenfalls tun und hat dann nicht mehr weit bis zum SUP Center Balaton.
Auch mit dem Bus und mit der Bahn ist dieser Spot gut erreichbar, wobei je nach Ausgangspunkt die Anreise eine Kombination aus Zug und Bus sein kann. Am südlichen Ende der Halbinsel halten jedoch nur Busse, und zwar an der Haltestelle Tihany – Rév. Optimalerweise ist es dann nur noch ein Fußmarsch von etwa 650 m bis zum SUP Verleih.
Erwähnenswert ist das tolle Angebot für öffentlich Reisende in Ungarn. Mit dem Balaton Sound TravelPass kann man eine Woche lang beliebig oft den Zug rund um den Balaton benutzen.
Die Tickets Balaton24 und Balaton72 sind hingegen günstige Tages- bzw. Dreitagestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel um den großen See.


Parken
Wenn man um das Gebäude vom SUP Center Balaton bzw. der Segelschule einen kostenfreien Parkplatz bekommt, ist das ideal. Anderenfalls muss man einige Meter zuvor beim Club Tihany Resort fragen, ob man dort für die Dauer der Tour parken darf.
Baden
Die Wassertemperatur im Balaton erreicht im Hochsommer durchschnittlich 22 °C bis 24 °C, wobei an sehr heißen Tagen maximal etwa 28 °C gemessen werden. Wer gerne Naturbadespots hat, wird entlang des Westufers besser bedient werden, aber zumindest vom Land aus schon ein wenig abseits des Uferwanderweges suchen müssen, da das Ufer stark verwachsen ist. Das einzige öffentliche Schwimmbad am Westufer der Halbinsel ist das Bad Sajkodi Strand. Es liegt allerdings abseits der Routenführung für diese Tour.
Hingegen bietet das Ostufer etliche kostenfreie Wasserzugänge an der Uferpromenade sowie Badestrände, die zu Beherbergungsbetrieben gehören, und somit nicht öffentlich zugänglich sind. Zu allen Seiten der Halbinsel gibt es zudem auch preisgünstige Strandbäder, die alle durch eine angemessene Infrastruktur glänzen, sodass vor allem auch Familien mit Kindern gut versorgt sind.
Sajkodi Strand
Sajkodi sor 22, 8237 Tihany
Tel. +36 (0)70 380 0328
PartKert
Kenderföld út, 8237 Tihany
Városi Strand
Váralja u. 23, 8237 Tihany
Somosi szabad Strand
Tihany 7117, 8237 Tihany

Tour
Vom SUP Center Balaton rechts weg bis zum kleinen Leuchtturm und wieder zurück.
Länge
4,2 km
Dauer
1 Stunde
Ein- und Ausstieg
Am Steg beim SUP Center Balaton.

SUP-Verleih
Sajkodi Strand
Sajkodi sor 22, 8237 Tihany
Tel. +36 (0)70 380 0328
SUP Center Balaton
Rév u. 7, 8237 Tihany
Tel. +36 (0)30 701 9317
SUP Rental Siófok
Mobiler SUP-Verleih am Südostufer
Vadalma u. 6, 8600 Siófok
Tel. +36 (0)30 575 4516



Auf ins Naturschutzgebiet!
Schon die Anfahrt quer durch die Halbinsel bis zu ihrem südlichen Ende ist ein rustikaler Traum. Schöne Landschaften und urige Ortschaften bilden den Charakter dieses Stücks Ungarns, das unzertrennlich mit dem großen See verwoben ist. Da ich heute mal Lust habe, ein anderes Board als mein eigenes zu surfen, führt mich mein Weg zum SUP Center Balaton, welches seit 2011 vom Österreicher Andreas Novotny geführt wird.
Bevor ich aber dort ein SUP mieten kann, muss ich erst den Schranken beim Eingang zum Areal des Club Tihany Resorts passieren. Das ist auch für nicht hier Wohnende kostenfrei möglich, sofern man plant beim SUP Center Balaton eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Man muss dem Securityposten am Schranken nur sagen, dass man zum SUP Center fahren möchte und erhält dann einen Durchfahrtsschein.
Am späten Vormittag ist recht wenig los und Andreas führt mich gleich in sein Wassersportreich. 1988 gab es hier eine Segelschule zu kaufen und der Wiener schlug zu. Fast vierzig Jahre später ist er zwischen April und September immer noch hier und betreut Wassersportler aller Art. Das SUPen importierte Andreas hier 2011 und wurde anfänglich belächelt, denn stehend mit Paddel surfen – das hatte man bisher weder am Balaton, noch anderswo in Mitteleuropa gesehen.

Der Weitblick gab ihm recht, und so kann ich heute seine dutzendweise hochgestapelten RedPaddle Boards bestaunen. Weil heute leider keine geführte SUP Tour stattfindet, schnappe ich mir gleich ein messerscharfes Touringboard und lasse mir vom Tihany-Experten noch ein paar Tipps geben.
Ursprünglich wollte ich ja von hier aus das Ostufer abpaddeln, aber davon riet mir Andreas ab, weil ich dabei gleich mal quer durch den Schwimmerbereich nebenan sowie durch die 350 m entfernte Route der Fährschiffe fahren müsste. Der schönere Teil der Halbinsel sei nach rechts, hin zum Naturschutzgebiet.
Gesagt, getan – und somit wate ich gleich mal im untiefen Wasser weit genug hinaus, bis ich halbwegs hohen Wasserstand habe. Derzeit ist das aber Mangelware, denn dieser Sommer hat es mit seinen hohen Temperaturen und dem tiefen Wasserstand wieder mal in sich. Zudem darf ich heute gleich zwei Premieren feiern: Einerseits ist es meine erste SUP Tour an der Halbinsel, andererseits darf ich heute das allererste Mal 40 °C auf dem Thermometer erleben.
Auch hier wimmelt es nur so von Schilf, aber anders als beispielsweise im Raum Revülöp, gleitet mein RedPaddel an veritablen Schilflabyrinthen vorbei. Überall verteilen sich die Schilfpflanzen büschelweise, sodass man dazwischen immer wieder gut hindurch paddeln kann. Dennoch bitte immer ausreichend Abstand zu Enten und Schwänen halten, denn im Naturschutzgebiet sind wir Paddler nur geduldete Gäste.

Und weil man als Gast ja auch respektvoll sein sollte, fahre ich auch nicht in den Hafen des Tihany Yacht Club hinein, sondern begnüge mich mit ein paar Schnappschüssen von außen, bevor ich das bebaute Gebiet verlasse und ins Naturschutzgebiet eintauche.
Kurz nach der Jacht-Marina ragen einige Fischerstege weit in den See. Auch hier sollte man eher im Bogen herumpaddeln, um die Fischer nicht zu stören und weil es ebenfalls private Stege sind. Ich weiß es nicht, und werde darüber von Urlaubsgästen informiert.
Mittlerweile bin ich mitten drin im Naturparadies und erlebe eigentlich noch eine dritte Premiere, denn zeitgleich Zikaden und Grillen am selben Ort zu hören, ist für mich auch ein Novum. Ihr Zirpen definiert die Geräuschkulisse und scheint sogar von den Südhängen der Halbinsel zum See hinaus wie ein Echo abzuprallen.
Und irgendwo dort oben rechts von mir beherbergt die Insel über 100 Geysirkegel, die vor 5 bis 4 Millionen Jahren durch karbonatreiche Thermalquellen und nicht durch klassische Vulkaneruptionen entstanden sind. Diese porösen Kalksteinformationen bilden ein einzigartiges Naturdenkmal, das seit 2003 zum UNESCO Global Geopark Bakony-Balaton gehört. Von meinem Standort aus sehe ich diese Formationen aber leider nicht.

Einzigartig ist aber auch die Ruhe hier am See, und bis auf einen Kajakfahrer und zwei Stehpaddler begegne ich hier keiner Menschenseele. Auch nicht an der kleinen Anlegestelle mit Fernbeleuchtung, an der ich wende, um den Rückweg gegen den leichten Ostwind anzutreten.
Nun baut sich etwa acht Kilometer vor mir Ungarns längste Brücke mit ihren 1872 m auf und grenzt meinen Blick nach Süden ein. Die Kőröshegyi-Talbrücke verläuft landeinwärts hinter dem Südufer des Balaton auf der Autobahn M7 und passt optisch gut zu den Fährschiffen, die keine 2 km vor mir zwischen der Halbinsel und dem Südufer des Balaton hin- und herfahren.
So vereint diese Tour ein vielfältiges Naturerlebnis mit modernem Ingenieurswesen und verliert durch letzteres nicht ihren Charme. Auch wenn die Versuchung groß ist, nicht nur zurück zum SUP Center zu paddeln, sondern noch bis zum Ostufer weiterzupaddeln, unterdrücke ich heute meine Instinkte und gebe mir damit einen weiteren Grund, wieder in diese tolle Gegend zu kommen.
Dafür gibt es nicht nur SUP‑Gründe, sondern auch kulinarische Gründe: Unter anderem den Lavender Spritz im Vibe Caffe & Brunch oder die großen Portionen im rustikalen Kecskeköröm Csárda. Aber zuerst melde ich mich noch persönlich bei Andreas für die nächste Sunset-SUP-Tour an.



Alternativen: Man kann entlang des Westufers natürlich noch weiter in das Naturschutzgebiet vordringen, denn diese Seite der Halbinsel ist etwa 5,4 km lang. Das Ostufer ist etwas länger und weniger naturbelassen, offenbart jedoch einen tollen Weitblick auf die Stadt Balatonfured.

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