Révfülöp Ostrunde
Adresse
Revülöp
GPS
46.839769440798, 17.650335186327
Anspruch 1 | Gastronomie 2 | Distanz 4,7 km | Dauer 1 Stunde

An heißen Sommerabenden versprüht der Balaton einen ganz besonderen Charme. Ufergleiten vorbei an Schilfgürteln und Strandbändern gelingt dann besonders entspannt.
Allgemeine Infos
- Balaton TravelPass
- Révfülöp Wikipedia
- Révfülöp Touristeninfo
- Ungarn Touristeninfo
- Tour Video
- Klima
- Wind, Wellen, Wetter



Befahrungsregeln
Am Nordufer des Balaton darf man sich mit dem SUP maximal 500 m vom Ufer in Richtung Seemitte entfernen. Am Südufer sind es aufgrund des deutlich seichteren Wassers 1000 m. Seeüberquerungen von Norden nach Süden oder umgekehrt sind untersagt, außer man nimmt an der jährlich stattfindenden Balaton-Überquerung (Balaton-átúszás) teil.
Entlang der Route ist man nie alleine, denn Fischer, Schwimmer und andere Paddler wechseln sich ab. Allen bitte ausweichen.
Aus Sicherheitsgründen um die zentrale Mole und die daneben ankernden Segelboote ausreichend Abstand halten. An der Mole legen auch Passagierschiffe an. Wenn diese weiter draußen am See sind, können ihre sanften Wellen aber auch am Ufer spürbar sein.
Ausreichend Abstand zum Schilf sowie zu den Fischereistegen halten und im Jachthafenbereich auf den Bootsverkehr achten. Auch das Befahren des Jachthafens ist untersagt und nur den Gästen des Jachtclubs vorbehalten.
Da der gesamte See seit 2004 ein Naturschutzgebiet ist, bitte entsprechend respektvoll paddeln sowie Müll und Lärm vermeiden.
Gefahren
Der Balaton ist ein beliebter und etablierter Windsurf- und Kitesurfspot, wobei vor allem im Frühjahr Winde ab drei Beaufort häufig auftreten. Die beste Zeit zum SUPen ist hingegen der Hochsommer mit seinen deutlich geringeren Windstärken. Auf jeden Fall vorab die Wind- und Wetterbedingungen prüfen, denn starke Winde können Paddler auf den weiten See hinaustreiben, wo sie dann schutzlos sind.
Der Untergrund am Ausgangspunkt dieser Tour ist etwas steinig und mitunter glitschig. Daher sollte man mit dem SUP vorsichtig hinaus auf den See waten, bis die Finne nicht mehr aufsitzt. Das Tragen von Badeschuhen ist zumindest für das Ab- und Anlegen sinnvoll.
Generell sind viele Seezugänge steinig und manchmal auch etwas rutschig, was bei etwaigen Zwischenstopps zu beachten ist.
In den Hafenbereichen sowie an den Strandbädern besonders vorausschauend paddeln, denn an schönen Tagen tummeln sich vor allem viele Kinder im Wasser. Vor allem von den Schwimminseln in den See springende Kinder bitte beachten und ausreichend weit daran vorbeipaddeln. Auch abends herrscht oft noch reges Treiben im Wasser.
Anfahrt
Entlang der 71. Straße (ungarisch: 71-es főút), die von der ungarischen Hauptstadt Budapest im Osten bis nach Tapolca im Westen verläuft und dabei weitgehend dem Nordufer des Balaton folgt, kann man den Startpunkt dieser Tour gut erreichen.
Egal, ob von Osten oder von Westen kommend, fährt man am östlichen Ende Révfülöps über den Bahnübergang und parkt sein Auto auf dem Parkplatz des öffentlichen Strandbades Szepezdfürdői. Auch aus nördlicher oder südlicher Richtung wird man immer über die 71. Straße hierherkommen.
Mit dem Bus und mit der Bahn ist dieser Spot ebensogut erreichbar, denn alle Züge und Busse hierher bleiben am Bahnhof Szepezdfürdő stehen. Danach ist es noch ein etwa 500 m langer Fußweg bis zum Wasser.
Erwähnenswert ist das tolle Angebot für öffentlich Reisende in Ungarn. Mit dem Balaton Sound TravelPass kann man eine Woche lang beliebig oft den Zug rund um den Balaton benutzen.
Die Tickets Balaton24 und Balaton72 sind hingegen günstige Tages- bzw. Dreitagestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel um den großen See.
Parken
Am Parkplatz des Strandbades Szepezdfürdői kann man kostenlos parken und findet ausreichend Platz für Tourvorbereitungen. Von hier geht es binnen einer Minute zum Wasser.
Baden
Die Wassertemperatur im Balaton erreicht im Hochsommer durchschnittlich 22 °C bis 24 °C, wobei an sehr heißen Tagen maximal etwa 28 °C gemessen werden. Das zentrale und bekannteste Strandbad in Révfülöp ist der Szigeti Strand, ein weitläufiger Naturstrand mit Sandboden, der besonders für Familien mit Kindern geeignet ist und über mehrere Spielplätze sowie Gastronomie verfügt. Während der Hauptsaison finden hier gelegentlich auch Open-Air-Kinovorführungen statt. Daneben gibt es noch die kleineren Strände Manci vízisport kölcsönző Császtai und Révfülöp Napfény sowie etliche frei zugängliche Uferabschnitte, die oft entlang von kleinen Fußwegen verlaufen.

Tour
Vom Schilfgürtel am Ostende des Ortes bis zur zentralen Mole und wieder zurück.
Länge
4,7 km
Dauer
1 Stunde
Ein- und Ausstieg
Über den schmalen Schilfpfad beim Bahnübergang.

SUP-Verleih
Révfülöp Napfény Strand
Halász u. 5, 8253 Révfülöp
Tel. +36 (0)87 563 031
Szigeti Strand
Halász u. 37, 8253 Révfülöp
Tel. +36 (0)70 778 9296
SUP Rental Siófok
Mobiler SUP-Verleih am Südostufer
Vadalma u. 6, 8600 Siófok
Tel. +36 (0)30 575 4516


Abendliche Kurztour auf stillem Wasser
Dass der Balaton ein recht untiefer See ist, merke ich, sobald ich mein SUP ins Wasser lasse, denn ich muss schon etliche Meter weit hinaus waten, bis ich so halbwegs tief im türkistrüben See stehe. Das Wasser ist aber nicht schmutzig, sondern lediglich aufgrund der geringen Tiefe des Sees trüb. Die begünstigt, dass Tag für Tag eine enorme Menge Lehm und Sand aufgewirbelt wird. Bei einer durchschnittlichen Tiefe von nur drei Metern und einer maximalen Tiefe von 12 m kann es an manchen Uferabschnitten durchaus einige Hundert Meter dauern, bis man keinen Stand mehr unter den Füßen hat.
Wann dieser Punkt an meinem geheimtippträchtigen Wasserzugang A lyuk szepezden eintrifft, versuche ich aber nicht herauszufinden, denn die Sonne geht bereits unter und ich habe wohl maximal eine Stunde Zeit, bis es komplett dunkel auf dem Wasser wird. Also steche ich bei knappen 30 Grad in den spiegelglatten See mit seiner unverwechselbaren Wasserfarbe und setze sanfte Paddelschläge nach rechts in Richtung Jachthafen. Hinter fast jedem Schilfvorsprung sitzen Fischer auf ihren hohen Stegen und genießen die abendliche Ruhe.
Allerdings muss man sagen, dass Balaton-Fischer anders fischen, als an anderen Binnengewässern. Schließlich säumen Dutzende vom Ufer isolierte Stege die gesamte Tourstrecke. Diese speziellen Stege werden offiziell als Fischereistege ohne Verbindung zum Ufer bezeichnet und erfordern zwingend das Waten durch das Wasser, um sie zu erreichen.

Im ungarischen Sprachgebrauch sind sie als horgászhíd (Angelsteg) bekannt, und ihre isolierte Lage im See dient dazu, Angler in tieferes Wasser zu bringen, ohne dass sie ein Boot benötigen. Gleichzeitig erschweren und regulieren sie den Zugang für Nichtangler.
Bereits nach 600 m erreiche ich den kleinen Hafen des hiesigen Jachtclubs, wo sich die Möwen am Wellenbrecher köstlich zu unterhalten scheinen, während ein Jugendlicher im schulterhohen Wasser mit seinem Handy Fotos macht. Absolut verständlich, denn das fahle Orange der Sonne vermischt sich mit dem dunkler werdenden Blau des Himmels zu einer undefinierbaren, sanften und beruhigenden Farbkreation.
Leider darf der kleine Hafen nicht befahren werden, sofern man nicht Mitglied des Jachtclubs ist oder hier seine Unterkunft hat. Das Restaurant Scruton Pelso direkt am Hafen ist aber für die Öffentlichkeit zugänglich.
Daher ziehe ich nichts ahnend am Hafen vorbei und paddle rechts um eine weite Schilfkurve und es wird plötzlich laut. Planschen, Gelächter, spaßversunkene Stimmen prallen von vorn auf mich ein, denn am Napfény Strand hat man wohl noch nicht bemerkt, wie spät und dunkel es bereits ist. Kein Wunder, wurde dem Strand 2022 doch die Blaue Flagge verliehen, ein Zeichen für die hervorragende Qualität des Wassers und der hier gebotenen Dienstleistungen.

Jung und alt vergnügen sich in Scharen im Wasser, springen von den Schwimminseln oder SUPen gemächlich durch den Abend. Ganz normal bei der heutigen Wassertemperatur von 28 °C – da wünscht man sich schon fast wieder den erfrischenden Spätsommer herbei. Generell wird in der Gegend viel gepaddelt, und auffällig oft paarweise auf einem Board oder im Kayak-Style. Egal wie – der Balaton und der SUP-Sport ergänzen sich prächtig.
Das gleiche Schauspiel präsentiert sich ein paar Meter weiter am Szigeti Strand, und es ist nicht mehr weit bis zur Mole im Ortszentrum. Meine Strecke führt nun an öffentlichen Parks und freien Seezugängen vorbei. Hier, im Bereich des Fußballfeldes zwischen Mole und Strandbad, kann man ebensogut SUP Touren starten oder beenden, wie an den Strandbädern.
Zeitgleich ankern hier etliche Segelboote und es macht Spaß, zwischen ihnen durchzugleiten. Das Areal um die Mole ist ein beliebtes Ausflugsziel, denn es gibt ein paar nette Lokale, Spielhallen für die Jugend und einen angrenzenden Park. Abseits des Sees ist das aber auch schon die maximale Action, die man in diesem netten Ferienort erwarten darf.
Da diese Abendrunde sehr spontan war, durfte ich auch erwarten, auf dem dunklen See die Rückreise anzutreten, und ich bin verwundert, dass immer noch ungebrochenes Treiben im und auf dem Wasser herrscht. Viele Pärchen SUPen zu zweit auf einem Board, andere nutzen ihr Board auch zum Fischen.


Wer nahe am Schilfufer entlangpaddelt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit Hunderte, wenn nicht sogar Tausende, Stare erschrecken, die sich im Schilf aufhalten. Mit diffusem Rascheln und heftigen Flügelschlägen verlassen sie scharenweise das Dickicht, um sich weiter weg wieder in Sicherheit niederzulassen.
Ich orientiere mich mittlerweile an den Lichtern des Jachthafens und erkenne, wie nun auch das gegenüberliegende Seeufer zu leuchten beginnt. Es ist zwar wahrlich idyllisch, allerdings muss ich genau darauf achten, kein Fischerboot zu übersehen. Je dunkler es wird, desto höher steigt die Gefahr, zu knapp an einem Boot vorbeizupaddeln und an der Leine hängen zu bleiben.
Ich meistere meine diesbezügliche Challenge – zweimal sogar – und finde recht schnell wieder meinen Schilfdurchgang vom Tourstart. Jetzt heißt es, schnell alles zusammenpacken, bevor die Mücken merken, dass ich in ihrem Revier bin. Aber egal, wie das jetzt ausgeht, ich komme garantiert wieder hier vorbei, schon alleine wegen der Fischspezialitäten, die es in der sympathischen Imbissbude Kánya Zoli Halsütője nebenan gibt.



Alternativen: Diese Tour kann nach Westen hin beispielsweise 2,6 km bis hinter das Ortsende von Révfülöp weitergeführt werden (Westrunde). Aber auch nach Osten – in Richtung der wunderschönen Halbinsel Tihany – kann man beliebig weit das Ufer erkunden.






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