Adresse

Révfülöp

GPS

46.828315, 17.6303514

Révfülöp Westrunde

Kategorie(n): ,
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Adresse

Révfülöp

GPS

46.828315, 17.6303514

Anspruch 1 |  Gastronomie 1 |  Distanz 6,5 km |  Dauer 1,5 – 2 Stunden

Der Westen Révfülöps verwöhnt Stehpaddler mit verträumten Schilflandschaften, ruhigem Wasser und seichten Buchten, die durchaus zum Sonnenliegen einladen.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Am Nordufer des Balaton darf man sich mit dem SUP maximal 500 m vom Ufer in Richtung Seemitte entfernen. Am Südufer sind es aufgrund des deutlich seichteren Wassers 1000 m. Seeüberquerungen von Norden nach Süden oder umgekehrt sind untersagt, außer man nimmt an der jährlich stattfindenden Balaton-Überquerung (Balaton-átúszás) teil.

Da der gesamte See seit 2004 ein Naturschutzgebiet ist, bitte entsprechend respektvoll paddeln sowie Müll und Lärm vermeiden.

Anderen Wassersportlern, Passagierschiffen und ankernden Booten ausweichen. Auch wegen der Tiere ausreichend Abstand zum Schilf halten, denn es schwimmen dort genügend Schwäne und Enten.

Gefahren

Der Balaton ist ein beliebter und etablierter Windsurf- und Kitesurfspot, wobei vor allem im Frühjahr Winde ab drei Beaufort häufig auftreten. Die beste Zeit zum SUPen ist hingegen der Hochsommer mit seinen deutlich geringeren Windstärken. Auf jeden Fall vorab die Wind- und Wetterbedingungen prüfen, denn starke Winde können Paddler auf den weiten See hinaustreiben, wo sie dann schutzlos sind.

Der Untergrund am Ausgangspunkt dieser Tour ist etwas steinig und mitunter glitschig. Daher das SUP vorsichtig von der Promenade hinunter zum Wasser heben. Der Höhenunterschied beträgt ungefähr einen Meter. Das Tragen von Badeschuhen ist zumindest für das Ab- und Anlegen sinnvoll.

Der Császtai Strand auf halber Distanz zwischen Start- und Wendepunkt ist im Sommer sehr beliebt. Es ist eine gute Idee, einen weiten Bogen zur Seemitte um die Badegäste zu machen.

Im Hafenbereich am Wendepunkt der Tour könnten vereinzelt Boote verkehren, also vorausschauend paddeln und Vorfahrt geben. Dasselbe gilt für das Areal um die Mole, wo Segelboote anlegen und Passagierschiffe verkehren.

Anfahrt

Entlang der 71. Straße (ungarisch: 71-es főút), die von der ungarischen Hauptstadt Budapest im Osten bis nach Tapolca im Westen verläuft und dabei weitgehend dem Nordufer des Balaton folgt, kann man den Startpunkt dieser Tour gut erreichen.

Egal, ob von Osten oder von Westen kommend, fährt man mitten in Revfülöp von der 71er zum Campingplatz ab und folgt dem Straßenverlauf bis zum Ende vor dem Fußballplatz bzw. vor dem Strandbad Szigeti. Auch aus nördlicher oder südlicher Richtung wird man immer über die 71. Straße hierherkommen.

Mit Bus oder Bahn ist dieser Spot ebenso gut erreichbar, denn alle Züge und Busse hierher bleiben am Bahnhof Revfülöp stehen. Danach ist es noch ein etwa 400 m langer Fußweg bis zum Wasser.

Erwähnenswert ist das tolle Angebot für öffentlich Reisende in Ungarn. Mit dem Balaton Sound TravelPass kann man eine Woche lang beliebig oft den Zug rund um den Balaton benutzen.

Die Tickets Balaton24 und Balaton72 sind hingegen günstige Tages- bzw. Dreitagestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel um den großen See.

Parken

Direkt vor dem Strandbad Szigeti kann man kostenlos parken, und wenn dort nichts frei sein sollte, wird man sicher entlang der Straße ortsauswärts fündig. Innerhalb einer Minute ist man beim Wasser.

Baden

Die Wassertemperatur im Balaton erreicht im Hochsommer durchschnittlich 22 °C bis 24 °C, wobei an sehr heißen Tagen maximal etwa 28 °C gemessen werden. Das zentrale und bekannteste Strandbad in Révfülöp ist der Szigeti Strand, ein weitläufiger Naturstrand mit Sandboden, der besonders für Familien mit Kindern geeignet ist und über mehrere Spielplätze sowie Gastronomie verfügt. Während der Hauptsaison finden hier gelegentlich auch Open-Air-Kinovorführungen statt. Dieses Strandbad liegt am Startpunkt der Tour gleich nebenan.

Knapp 1,2 km nach dem Tourstart paddelt man auch am Strand Manci vízisport kölcsönző Császtai vorbei, an dessen Anschluss noch eine weite Wiese folgt, von der man ebensogut ins Wasser gehen kann. Im Bereich der Mole und der dort anliegenden Segelboote wird das Schwimmen jedoch nicht empfohlen.

Tour

Von der Uferpromenade (Fußballplatz) zu den kleinen Marinas vor dem Pálkövei Strand und wieder zurück.

Länge

6,2 km

Dauer

1,5–2 Stunden

Ein- und Ausstieg

Entlang der Promenade im Bereich des Fußballfeldes (Ecke Szigeti Strand).

SUP-Verleih

Révfülöp Napfény Strand
Halász u. 5, 8253 Révfülöp
Tel. +36 (0)87 563 031

Szigeti Strand
Halász u. 37, 8253 Révfülöp
Tel. +36 (0)70 778 9296

SUP Rental Siófok
Mobiler SUP-Verleih am Südostufer
Vadalma u. 6, 8600 Siófok
Tel. +36 (0)30 575 4516

Schilfmarathon über glattem See

Während der Osten Révfülöps leicht verbaut und vom Strandbad Szigeti geprägt ist, ist der Westen des kleinen Urlaubsortes ein Leckerbissen für Naturliebhaber. Aber bevor es zur unglaublich entspannenden Schilflandschaft geht, stelle ich mein Auto am kostenlosen Parkplatz vor dem Strandbad ab und marschiere beim Fußballplatz vorbei bis zur Uferpromenade.

Das Gelände ist weitläufig und man kann überall rund um den Sportplatz sein Board betriebsbereit machen, bevor es über die gemauerte Promenade zum Wasser geht. Der Höhenunterschied beträgt an den meisten Stellen maximal einen Meter und erfordert ein wenig Trittsicherheit. Hier findet aber garantiert jeder einen geeigneten Startpunkt für diese Tour. Meiner ist genau an der Ecke neben dem Zaun des Strandbades.

Die Tour startet gleich mal mit einem schlechten Omen, denn keine 100 m nach meinem Start hakt meine Finne an einer Fischerleine ein. Nur durch die nervösen Rufe des Fischers werde ich auf meine Einfädelaktion aufmerksam. Ich befreie mich mit ein paar Handgriffen und beruhige damit auch den sicher schon innerlich kochenden Fischer. Ab jetzt geht es friktionslos weiter, und es zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, am Balaton ufernah besonders auf solche Gefahren zu achten.

Ein paar Meter weiter erlebe ich die angelegten Segelboote, die ich gestern während meiner Ostrunde spätabends bereits umkreist habe. Heute ist das Wetter wieder phänomenal und ich kann das kleine Zentrum des Ortes im sommerlichen Tageslicht erleben.

Vor mir dröhnt laute Musik und es hört sich an, als würde ein Interview laufen. Tatsächlich nimmt dieser Tage ein ungarischer TV-Sender Folgen für sein Frühstücksfernsehen auf – mir unbekannte ungarische Musikgrößen inklusive. Ich steige an der Mole ab und sehe mir das Ganze kurz an, bevor es wieder aufs SUP und um die Mole herum geht.

Auch dank ihrer schattenspendenden Bäume ist sie ein beliebter lokaler Treffpunkt und ein kleiner Geheimtipp für Spaziergänger und Fotografen. SUPs kommen hier natürlich auch immer wieder vorbei, aber das gehört ohnehin überall am Balaton zum guten Ton.

Der Plattensee ist wohl die Essenz der ungarischen ländlichen Schönheit und ein wahres SUP-Paradies sowie ein idealer See für Nichtschwimmer. Man hat oft Dutzende Meter lang Stand, bevor einem das Seewasser zum Kopf steigt. In der kleinen Bucht westlich der Mole mache ich mit meinem Paddel einen Tiefentest und stelle fest, dass der Seegrund kaum tiefer als einen Meter ist.

Das ist typisch für diesen See, der gerade im Hochsommer 2026 einen recht niedrigen Wasserstand hat. Das sehe ich auch am Schilf, dessen unterste Dezimeter braun und nicht grün sind. Normalerweise ist vor allem der grüne Teil der Schilfrohre außerhalb des Wassers.

Einen weiteren Hinweis auf das Wasserstandsdefizit sehe ich beim Strandbad Császtai, auf halber Strecke zwischen meinem Tourstart und dem Wendepunkt. Hier paddele ich an einem Steg vorbei, der ca. einen Meter über Wasser liegt. Darauf befinden sich Tretboote und einige werden von dort oben zum Wasser hinuntergeschoben. Wahrscheinlich steht das Wasser unter normalen Bedingungen deutlich höher, sodass die Boote vom Steg recht flach ins Wasser gleiten können. Heute patzen sie förmlich aus der Höhe ins Warmwasser.

Aufgrund der vielen Badegäste ist hier Vorsicht geboten. Am besten paddelt man im Bogen links um den Schwimmbereich herum. Nach dem stark besuchten Strandbad geht es in die folgende Naturetappe und mein Paddel zieht das SUP in die nächste Bucht, die mich weitläufig bis zum Wendepunkt der Tour bringen wird. Während das Schilf voller schattensuchender Stare und anderer Tiere nur so raschelt, passieren mich handtellergroße Libellen. An Land sorgen gelegentlich vorbeifahrende Züge für zivilisatorische Lebenszeichen, aber ansonsten befinde ich mich hier in der perfekten Ruheoase.

Gelegentlich auftretende Paddler sind sich in diesem weitläufigen Areal nie im Weg und das glatte Seewasser leistet mir keinerlei Widerstand im Vorwärtsgang. Egal, ob ich nach vorn, nach hinten oder nach links blicke – überall nur flache Weitläufigkeit bei wolkenlosem Himmel. Der Balaton ist heute wie ein Süßwassermeer ohne Wellen, also auch optimal für Neo-Paddler.

Ich ziehe noch bis zu den zwei kleinen Marinas vor mir und drehe dort ein paar Runden, bevor ich mich wieder zurück nach Révfülöp orientiere. Die Abgeschiedenheit der Bucht nutze ich nun für eine Pause und lege mich flach aufs SUP, um die Augen zu schließen und die Ruhe zu genießen. Schließlich erfordern das auch die beinahe 40°C, die es seit Tagen beinahe durchgehend hier in der ungarischen Ebene hat.

Wer ins seichte Wasser watet, kann sich auch auf den lehmigen bzw. schlammigen Seeboden legen und sogar von seinen entspannenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften profitieren. Nicht nur historische Quellen, sondern auch neuere wissenschaftliche Untersuchungen geben Hinweise auf solche Wirkungen durch Aufenthalte im See. Bereits 1863 veröffentlichte Karóly Orzovenszky seine diesbezüglichen Studienergebnisse in einem ausführlichen Buch.

Da ich bereits über den leichten Salzgehalt des Sees gelesen habe, koste ich davon und stelle fest, dass es ganz anders schmeckt als andere Süßwassergewässer. Obwohl nicht explizit Trinkwasserqualität draufsteht, wird die Wasserqualität als gut eingestuft und es scheint meinem Körper nicht zu schaden.

So langsam nähere ich mich wieder meinem Ausgangspunkt, und über einen Kilometer vor mir fährt ein Passagierschiff gerade seine Route ab. Es drückt seine sanften Wellen wie Dünung an das Seeufer. Mein Board nimmt sie gerne auf und verhilft mir zu einem subtilen Wellenritt, solange ich es mit der richtigen Paddelfrequenz füttere.

Somit habe ich mit dieser Tour nicht nur meiner Seele etwas Gutes getan, sondern auch meinen Muskeln die nötigen Impulse gegeben, um mir nach Rückkunft an der Mole ein herzhaftes Eis zu gönnen. An der gastronomischen Auswahl soll es nicht mangeln – genauso wie am Unterhaltungswert dieses Sees.

Alternativen: Diese Tour kann nach Osten hin beispielsweise 2,3 km bis zum Ortsende von Revfülöp weitergeführt werden (Ostrunde). Aber auch weiter nach Westen kann man uneingeschränkt beliebig weit das Ufer erkunden.

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