Mur – Staustufe Weinzödl
Adresse
Kraftwerk Weinzödl
GPS
47.108661933611, 15.391159057617
Anspruch 1 | Einkehr 1 | Länge 4,6 km | Dauer 1 – 1,5 Stunden

Zwischen den eng beieinander liegenden Kraftwerken Gratkorn und Weinzödl erstreckt sich ein kleiner Stausee, der als Nachbar einer Autobahn überraschend viel Natur zu bieten hat. Man SUPt hier zwischen Motorlärm und Vogelgezwitscher.
Allgemeine Infos
- Steiermark Card
- GenussCard
- Steiermark Touristeninfo
- Graz Touristeninfo
- Graz Wikipedia
- Tour Video
- Klima
- Wind, Wellen, Wetter
Befahrungsregeln
Auch wenn es kein Naturschutzgebiet ist, bitte Müll und Lärm vermeiden. Ebenso Fischern und anderen Wassersportlern ausweichen. Ein Sicherheitsabstand von mehreren Hundert Metern zu den Wehranlagen sollte so gut es geht eingehalten werden.
Gefahren
Die Mur weist auch auf diesem ruhigen Flussabschnitt klassische Fließwassergefahren auf, daher gilt es stets, den Wasserstand zu beobachten und abzuwägen, ob die eigenen Fähigkeiten, eine Tour zulassen. Vor allem nach stärkeren oder längeren Regenfällen kann die Fließgeschwindigkeit stark zulegen.
Der Wasserzugang an der Slipanlage ist generell sehr rutschsicher, nur an der Kante sollte man achtgeben, dass man nicht an der dort befestigten Holzlatte ausrutscht. Diese liegt bei normalem Wasserstand meist im Wasser.
Dieser Wasserzugang befindet sich nur wenige Meter oberhalb des Kraftwerks Weinzödl, was unter gewissen Umständen immer eine Gefahrenquelle darstellt. Das Kraftwerk Gratkorn am Wendepunkt der Tour kann man hingegen großflächiger meiden, indem man mehrere Hundert Meter davor die Rückreise antritt.
Bei der Tourvorbereitung ausreichend Abstand zur vorbeiführenden Straße halten und vor allem nichts auf der Straße ablegen. Am besten sucht man sich zwecks Aufpumpen und Co eine geeignete Stelle auf der Dammkrone.
An den Ufern hängen bzw. wachsen eine Menge Bäume ins Wasser. Auch im Wasser befinden sich viele abgestorbene Bäume und Baumstämme. Je näher man am Ufer paddelt, desto mehr muss man achtgeben, nirgends hängenzubleiben.
Ab der Hochspannungsleitung befinden sich vor allem am Nordufer viele Felsblöcke (knapp) unter der Wasseroberfläche. Entweder Richtung Flussmitte ausweichen oder mit regelmäßigen Blicken nach unten darüber hinweg paddeln.
Wer das künstlich angelegte Gerinne vom Kraftwerk Gratkorn hinauf paddeln möchte, muss mit einer Menge bremsender Wasserpflanzen rechnen. Auch die Wassertiefe ist an manchen Stellen recht gering und kann gemeinsam mit gelegentlich auftauchenden Felsblöcken zu Bodenkontakten führen.

Anfahrt
Nach Graz gelangt man über alle herkömmlichen Verkehrswege und genießt auch in der Innenstadt ein tolles öffentliches Verkehrsnetz.
Vom Grazer Zentrum kommt man beispielsweise über die Wiener Straße bis zum Kraftwerk Weinzödl. Aber auch aus dem Norden ist die Anreise recht einfach, beispielsweise über die Autobahn A9, die man an der Ausfahrt 173 Gratkorn Süd verlässt.
Mit dem Bus kommt man ebenfalls leicht hierher, zumal die Bushaltestelle Graz Weinzödlkapelle lediglich 350 m vom Tourstart an der Slipanlage entfernt ist.
Parken
In Weinzödl befinden sich direkt vor der Slipanlage ausreichend Parkplätze am Straßenrand. Die Stellflächen sind kostenlos benützbar und in der Regel ist immer etwas frei.
Baden
Die Mur bleibt hier trotz Staustufe auch im Sommer deutlich kühler als Badeseen. Es gibt vor allem vom Spazierweg entlang des Nordufers immer wieder gut zugängliche Wege zum Wasser. Auch vom SUP aus könnte man sich hier abkühlen, zumal die Fließgeschwindigkeit recht langsam ist. Allerdings geben wir dazu keine Empfehlung ab.
Alternativ kann man sich in den Grazer Schwimmbädern oder an den künstlich angelegten Badeseen Schwarzlsee und Copacabana im Süden der Stadt im Wasser entspannen. Nördlich von Graz gibt es zudem weitere Freibäder und Badeseen.
SUP-Vermietung
SUP Sportclub Graz
Tel. +43 (0)677 62398706
Tour
Von der Slipanlage in Weinzödl flussaufwärts bis zur Autobahnbrücke und wieder zurück.
Länge
4,6 km
Dauer
1 – 1,5 Stunden
Ein- und Ausstieg
An der Slipanlage beim ober dem Kraftwerk Weinzödl.
Naturparadies neben der Schnellstraße
Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes in Gratkorn ist der Großraum Graz um einen Stausee reicher geworden. Neben den aufstauend wirkenden Kraftwerken im Süden der Stadt kann man seit 2024 auch im Norden gemütlich und auf beinahe stehendem Wasser paddeln. Der neu entstandene Flussabschnitt zwischen den Kraftwerken Gratkorn und Weinzödl macht die Mur nun auch für SUP-Einsteiger gut befahrbar und bietet jedem, der hierherkommt, ein interessantes Panoptikum zwischen Schnellstraße, Autobahn und unberührt wirkender Natur.
Der Startpunkt für diese kleine SUP-Runde ist zudem nicht nur mit dem Auto gut erreichbar, sondern auch mit dem Bus, da die nächste Bushaltestelle nur 350 m vom Wasserzugang entfernt ist. Wir kommen allerdings mit dem Auto und parken am freigiebigen Straßenrand direkt vor der Slipanlage beim Kraftwerk Weinzödl. Von hier geht es in wenigen Schritten rauf zur Dammkrone und über die Slipanlage wieder runter zum Wasser. Aufpassen sollte man an ihrem Ende, da die an der Kante befestigte Holzlatte ein wenig rutschig ist.
130 m links von uns befindet sich bereits das Kraftwerk Weinzödl, weshalb wir keine andere Wahl haben, als zunächst nach rechts flussaufwärts zu paddeln. Am spiegelglatten, dunkelgrünen Murwasser prallen die Dezibel der gegenüber angrenzenden Schnellstraße (Judendorfer Straße) genauso ab, wie das Vogelgezwitscher, das wir auf unserer Seite vernehmen. Auch visuell spielt die Gegend eine interessante Szene, zumal sich an den Ufern recht dichte Vegetation manifestiert, zeitgleich aber der Straßenverkehr sich in zweiter Reihe hemmungslos entlädt.





Wir finden allerdings gleich Gefallen an dieser untypischen Paddelumgebung und haben nicht zuletzt ob der vielen abgestorbenen Bäume, die ins Wasser oder aus dem Wasser ragen, das Gefühl, in einer unberührten Grünlandschaft zu sein. Besonders am nördlichen Flussufer, flussaufwärts paddelnd die rechte Seite, hat es uns angetan. Hier kann man herrlich unter den zum Wasser ragenden Bäumen hindurch paddeln und entkommt damit der kaum spürbaren Fließgeschwindigkeit der ruhigen Mur.
Bis zur ersten Hochspannungsleitung macht es jedoch kaum einen Unterschied, ob man mittig oder ufernah paddelt, denn wir kommen gut voran und genießen die lebhaften Spiegelungen im Wasser. Ab der Stromleitung erkennt man dann vor allem am rechten Ufer große Felsblöcke im Wasser, einige davon reichen bis auf Finnenniveau von unten herauf. Es ist also Sichtkontakt nach unten gefragt, wenn man darüber hinweggleiten möchte. Das Wasser ist heute klar genug, dass wir zwei, drei Meter Sicht nach unten haben und so gut an den Steinen vorbei navigieren können.
Mittlerweile ist die Schnellstraße etwas ins Abseits versunken und wird ein wenig später gemeinsam mit der Autobahn A9 nochmals linker Hand auftauchen und für eine entsprechende Geräuschkulisse sorgen. Bis dahin paddeln wir die langgezogenen Flusswindungen bergauf und lassen uns auch nicht die Blicke nach oben entgehen. Schließlich erinnern die Kalksteinfelsen des 608 m hohen Kanzelkogels an eine kleine Wild-West-Landschaft, während der Göstinger Ruinenberg das Fundament für die Burgruine Gösting bereitstellt. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel der Grazer Bevölkerung, letztendlich auch wegen des tollen Weitblicks hinunter zu unserer Paddeldestination.
Kurz vor der Autobahnbrücke entdecken wir einen künstlich angelegten Seitenarm links von uns (Südufer) und steuern darauf zu. Wir wollen gar nicht warten, bis wir ihn von weiter oben flussabwärts paddeln können und paddeln ihn lieber gleich bergauf. Der Wasserstand dieses maximal fünf Meter breiten Kanals ist recht gering und sein Untergrund ist voll gespickt mit Unterwasserpflanzen, die uns in der sanften Strömung auch auf der Wasseroberfläche entgegenblicken.
Meine laienhafte Schätzung geht von Kanadischer Wasserpest oder einem Tausendblattgewächs aus. Auf jeden Fall verbreiten sich diese kleinen Sauerstoffspender wie Teppiche im Wasser und wir versuchen sie so gut wie möglich zu umfahren. Wäre es besser gewesen, wieder umzukehren? Wir sind allerdings schon so weit fortgeschritten im Gerinne, dass wir bereits unter der Autobahnbrücke sind und wieder freiere Fahrt im hier klaren Wasser haben. Daher beschließen wir, das sicherlich kurze Reststück noch fertig zu paddeln.
Das entpuppt sich als sehr gute Idee, denn nach der Brücke landen wir in einem kleinen Pool, der von zwei Wasserrohren gespeist wird. Wir hätten diesen Seitenarm also nie vom Hauptstrom aus erreichen können, weil er diesem ja gar nicht entspringt. Es heißt also umkehren und das Gerinne wieder bergab zu gleiten. Das geht naturgemäß deutlich schneller, weil uns das Wasser angenehm wieder zur Mur hinunterträgt. Diese Rückfahrt gibt uns auch einen tollen Blick auf den Kanzelkogel, dessen Felsgebilde wie ein Kopf aus dem darunterliegenden Wald emporsteigt.

Am unteren Ende des kleinen Kanals geht es noch einmal scharf links um die Kurve. Danach paddeln wir noch ein Stück weiter, bis wir kurz vor der Autobahnbrücke an einer Schotterbank anlegen und eine Pause machen. Achtung! Die Steine sind glitschig und es besteht Rutschgefahr. Man kann das SUP hier gut auf der Schotterbank aufliegen lassen und sich sitzend eine Pause gönnen. Das Wasser zieht vom etwa 300 m entfernten Kraftwerk Gratkorn schon etwas zügiger vorbei, aber noch immer sehr zahm und auch für SUP-Einsteiger gut zu bewältigen.
Wir lassen uns ab hier wieder in Fließrichtung hinunter nach Weinzödl treiben, wobei wir uns nun aber mehr am Südufer (rechtes Murufer) orientieren. Die spätsommerliche Sonne wirft bereits ihre ersten Schatten auf das Wasser, und wir haben nun einen tollen Blick auf die Burgruine Gösting, die etwa 200 Höhenmeter über uns thront. Ganz ohne paddeln geht es aber nicht, denn die ohnehin geringe Strömung schwächt schnell wieder ab und wir müssen uns den Rückweg auch ein wenig erarbeiten.
Nach ungefähr anderthalb Stunden erreichen wir wieder die Slipanlage, die auch vom Wasser aus problemlos zu bewältigen ist. Bei höherem Wasserstand bzw. feuchten Wetterbedingungen könnte es aber auch hier etwas rutschiger sein. Diese kleine Tour war definitiv kein Ausrutscher, denn das durch die zwei Kraftwerke neu geschaffene Revier wertet den SUP-Spot Graz nochmal ordentlich auf.



Alternativen: Theoretisch könnte man auch auf der anderen Seite des Kraftwerkes Weinzödl die Mur bis nach Graz SUPen. Allerdings besteht hier seit 2017 das Vogelschutzgebiet Weinzödl, welches ca. 2,5 km weit bis zum Pongratz-Moore-Steg reicht. Erst ab diesem Steg ist es Wassersportlern also gestattet, die Mur zu befahren und somit durchgehend vom Norden der Stadt bis zu den südlichen Bezirken zu paddeln.














Schreibe einen Kommentar