Japodski Otoci
Adresse
Japodski Otoci
GPS
44.747556182845, 15.937213897705
Anspruch 1 | Gastronomie 2 | Distanz 1,4 km | Dauer 30 Minuten

Kleine Flussinseln bilden gemeinsam mit dem Festland an der Una eine herzförmige Bucht, die zum Freizeitparadies Japodski Otoci ausgebaut wurde. Hier paddelt man in entspannter Atmosphäre zum sanften Soul des Gebirgsflusses.
Allgemeine Infos


Befahrungsregeln
Das Freizeitzentrum bietet auch Unterkünfte und ist eine beliebte Destination für Tagestouristen. Dank Verleihstation und Ausflugsbooten gibt es hier nicht nur Schwimmer. Allen daher frühzeitig ausweichen.
Lärm und Müll bitte vermeiden, denn es wird hier viel dafür getan, dass Besucher einen unvergesslichen und entspannten Aufenthalt erleben. Vom respektvollen Verhalten profitieren auch die Enten und Gänse, denen man im und um das Areal begegnet.
Gefahren
Knapp nach dem Haupteingang gibt es unter dem zweiten Holzsteg eine kleine Stromschnelle hin zum herzförmigen Hauptbecken. Man kann hier stehend drüberpaddeln, wenn man Erfahrung darin hat. Andernfalls könnte man leicht vom Board abgeworfen werden.
Am Hauptstrom, im Prinzip entlang der Hinterseite der Anlage, gibt es eine natürliche, leichte Sohlschwelle. Erfahrene Paddler können auch diese leicht stehend bewältigen, alle anderen eher kniend oder sitzend. Man kann sogar das SUP am rechten Flussufer daran vorbeitragen – in und gegen die Fließrichtung.
Nach starken Regenfällen und während der Schneeschmelze sollte man den Fluss jedoch aufgrund des Hochwassers und der damit einhergehenden Fließgeschwindigkeit meiden.
Kleine Elektoboote verkehren hier ständig mit Besuchern auf dem Wasser, und auch die Kajaks sind heiß begehrte Mietobjekte. Zur Sicherheit genügend Abstand halten.
Die Wasserzugänge im gesamten Areal sind extrem steil, teilweise so, dass man kaum festen Stand hat. Entsprechend vorsichtig zum SUPen und zum Schwimmen ins Wasser gehen.
Manche Leute springen von den erhöhten Ufern gerne im Bereich des Una-Herzens ins Wasser. Daher das Ufer beobachten und im Zweifel nicht zu nah heranpaddeln.
Es ist ratsam, Neoprenschuhe zu tragen, da sie das Einsetzen und Anlanden sicherer machen und weil es beim Flussaufwärtstragen des Boards neben der Stromschnelle einiges erleichtert.


Anfahrt
Das Dorf Račić ist vorwiegend mit dem Auto erreichbar, wobei vor allem die Anreise aus Kroatien von Norden her verhältnismäßig zügig erfolgt. Aufgrund der gebirgigen Topographie und dem damit verbundenen Fehlen schneller Straßen, kann die Anreise aus allen anderen Himmelsrichtungen länger dauern – auch aus Bosnien selbst.
Von Norden oder von Süden kommend zweigt man in Ripač von der Hauptstraße M5 auf eine kleine Nebenstraße in Richtung Westen ab. Die Straßenbeschriftung ist jedoch leicht zu übersehen und man kann bei zu hohem Tempo an der unscheinbaren Abzweigung vorbeifahren. Ab der Abzweigung schlängelt sich der Weg noch etwa 4 km bis zum großen Parkplatz von Japodski Otoci. Auf dem Weg dorthin fallen immer noch kriegsgebeutelte Ruinen von Privathäusern auf, aber man genießt auch die Aussicht auf die umgebenden Berge.
Busse fahren zwar täglich aus Sarajevo, Zagreb und Split nach Bihać, allerdings ist die Weiterreise per Öffis zum Freizeitzentrum nur per Taxi möglich, zumal andere öffentliche Verbindungen hierher fehlen. Überregionale Busverbindungen findet man über die Vergleichsportale Omio und Busbud, wobei alle überregionalen Busse und Fernbusse an der zentralen Haltestelle in Bihać halten.
Bei Zugverbindungen gestaltet sich die Sache noch schwieriger, da es lediglich regionale Zugverbindungen gibt, die am Bahnhof Bihać Halt machen. Es gibt unter anderem keine Züge aus Zagreb oder Sarajevo in die Kleinstadt und ihre Umgebung.
Die nächsten Flughäfen befinden sich in Zagreb, Zadar oder Banja Luka. Von dort gelangt man dann am besten mit privatem PKW, Bus oder Mietwagen weiter nach Bihać.
Parken
Direkt vor der Freizeitanlage Japodski Otoci gibt es einen großen und kostenlosen Parkplatz.
Baden
Die Una ist ein Gebirgsfluss, und als solcher ohnehin recht frisch. Da die Becken um die Inseln auch von unterirdischen Quellen gespeist werden, ist das Wasser hier sogar kühler als beispielsweise flussabwärts in der Stadt Bihać.
Sogar an heißen Sommertagen mit bis zu 40 °C beträgt die Wassertemperatur kaum über 20 °C. Dennoch kommen viele Leute hierher, um dieses kühle, unglaublich klare Wasser zu genießen.
Wer hier badet, kann auch die einzigartige Wasserschaukel in der seichten Mitte des herzförmigen Beckens nutzen. Außerdem gibt es eine Bar und ein nettes Restaurant, einen Kinderspielplatz und Sanitäranlagen. Liegeflächen stehen jedoch nur Hotelgästen in den entsprechenden, für Tagesgäste unzugänglichen Arealen zur Verfügung.

Tour
Vom SUP-Verleih links weg auf den Hauptstrom bis zur ersten Flusswindung. Von dort in entgegengesetzte Richtung zur Stromschnelle und über den Seitenarm wieder zum herzförmigen Fluss-Becken.
Länge
1,4 km
Dauer
30–45 Minuten
Ein- und Ausstieg
An der Bootsanlegestelle im Bereich der River Bar.
SUP-Verleih
Japodski otoci
Račić bb, 77000 Račić
Tel. +387 (0)63 141 414


Sanfte Paddelschläge im Paradies
Die Una, einer der letzten wilden Flüsse Europas, spielt entlang ihrer fast 220 km langen Strecke durch Bosnien und Kroatien alle Stücke der Abenteuerklaviatur. Wildwasseraction und tiefe Wasserfälle sind genauso ihr Metier, wie stille Buchten und gemütliche Flusswanderabschnitte. Von letzterem kann man sich besonders gut im Freizeitzentrum Japodski Otoci in der Ortschaft Racić überzeugen lassen.
Der Name Japodski Otoci bedeutet „Inseln der Japodi“ und geht auf die Japoden zurück, einen antiken Stamm, der einst die Region um die Una und das heutige Bihać besiedelte. Das Freizeitzentrum erinnert mit seinem Namen an dieses historische Erbe und die enge Verbindung der Japoden zur Una.
Und da es hier einen SUP‑Verleih gibt, bleibt mein Board heute zu Hause und ich lasse mich zunächst von der einzigartigen Fauna auf den Japod-Inseln und deren Umgebung verzaubern. Man gelangt vom Festland über Holzstege auf die Inseln und kommt als Naturliebhaber gleich mal ins Staunen. Wunderschöne Bäume spenden Schatten, kleine Kanäle und eine Stromschnelle verteilen das glasklare Wasser, um die Inseln gekonnt zu umspülen und den dichten Unterwasserpflanzen genug Nährstoffe zu liefern.
Auf dem Weg zur River Bar kommen einem unerschrockene Gänse entgegen, und während ich den SUP- und Kajakverleih suche, fällt mein Blick unweigerlich auf das Herzstück dieser kleinen Wunderwelt: Das herzförmige Becken, welches die Insel mit dem Festland ausbildet und auf dem Satellitenbild besonders gut als Herz erkennbar ist.
Während die Sonnenstrahlen auf dem hellen, smaragdgrünen Wasser ihre Reflexionen tanzen lassen, sticht mir die riesige weiße Schaukel mitten im seichten Wasser ins Auge. Sie wird die erste Anlaufstelle meiner heutigen SUP Tour sein, nachdem ich das Board an der River Bar beim Verleiher abgeholt habe.
Hier ist ständig Betrieb, da laufend jemand auf das Wasser gehen möchte. Wer nicht selbst SUPen oder Kajakfahren will, lässt sich per Elektroboot eine nette halbe Stunde über das Wasser treiben. Ich lasse mir eines der zwei verfügbaren SUPs aushändigen und lege es an der kleinen Naturslipstelle in das steil abfallende Wasser. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Holzplanken am Übergang zum Wasser könnten rutschig sein und man hat wenig Stand, sobald man das Ufer verlässt.
Unverständlich ist mir jedoch, wieso die SUPs ohne Finnen ausgegeben werden und warum es auch auf Nachfrage keine gibt. Anscheinend bin ich wohl der Erste, der hier danach fragt oder sich so gut auskennt, dass man eine Finne benötigt, um sorglos zu SUPen. Der Verleiher meint, ich könne doch einfach so SUPen gehen – also finnenfrei. Also zur Sicherheit Drybag und US‑Box-Finne selbst mitbringen.


Da es heute ohnehin nur eine entspannte Kleinstrunde werden wird, nehme ich den Finnenmangel gelassen hin und fahre mit meinem SUP-Kreisel zur Riesenschaukel. Mitten im Herzbecken auf dem Wasser zu stehen, lässt mich die Finnensituation und das permanente Drehen des SUPs schnell vergessen, denn ich darf gerade einen einzigartigen Spot erleben.
Zur Schaukel wird das Wasser immer seichter und heller, denn sie scheint wie auf einem Kegel zu stehen. Im metertiefen Wasser rings um die Schaukel liegen mystische, bewachsene Baumstämme, die die Schatten der darüber schwimmenden Enten geduldig aufnehmen. Wenn ich bereits jetzt nach ein paar gepaddelten Metern absteige und innehalte, wird es wohl eine lange Tourdauer auf dieser kurzen Distanz werden.
Von der Schaukel geht es dann aus dem Wasserherzen hinaus auf die langsam fließende Una. Auch hier bereiten mir die Wasserpflanzen unendlich lange Teppiche unter dem SUP und bilden somit mein Leitsystem bis zur 400 m vor mir liegenden Flusswindung. Bis dorthin paddle ich und halte mein Board so gut es geht mit J-Schlägen auf Kurs. Gleichzeitig beneide ich die Eigentümer der Grundstücke direkt am Ufer, denn wer hier wohnt, dürfte schon allein aufgrund von Stressmangel steinalt werden.
An der Flusswindung kehre ich um und paddle folglich am linken Flussufer gegen die sanfte Strömung in Richtung Sohlschwelle, denn ich will unbedingt die kleine Stromschnelle beim Haupteingang durchgleiten. Bisher weiß ich aber nicht, ob und wie ich an der Schwelle vorbeikomme.



Dank des derzeit geringen Wasserstandes an der Messstation Hs Ripač von etwa 50 cm lässt sich dieses natürliche Hindernis aber gut linker Hand, also über das rechte Flussufer, umtragen. Diese Stelle ist auch der entscheidende Pitch für das Tragen von Neoprenschuhen auf dieser Relax-Tour.
Nach der Umtragung geht es weiter flussaufwärts, was dank der heute geringen Fließgeschwindigkeit wunderbar funktioniert – auch ohne Finne. Ich blicke ins tiefe Flussbett hinunter, stellenweise sicherlich vier Meter oder mehr. Der Boden ist voll gespickt mit Wasserpflanzen und komischen Gesteinsformationen, die ich aufgrund ihrer Form kaum von den Spiegelungen der Wasseroberfläche unterscheiden kann.
Auch am gegenüberliegenden Flussufer gibt es einige Ferienunterkünfte, aber die wenigen Gebäude am Wasser sind hier so dezent platziert und gebaut, dass sie nicht wie Störobjekte wirken. Gar nicht stören würde es mich, mal im Tree House auf der Japod-Insel zu übernachten, denn als ich daran vorbeigleite, entdecke ich eine Stiege vom Baumhaus hinunter bis zum Wasser. Mit dem Rauschen der Una einschlafen und wieder aufwachen – welch traumhafter Gedanke.
Nach dem kurzen Tagtraum beim Tree House ziehe ich links weg in einen Seitenarm, der ja durch die Existenz der Inseln gebildet wird, und tauche bereits in den letzten Tourabschnitt in dieser paradiesischen Landschaft ein. Die Wasserfarben flashen mich immer noch, obwohl ich bereits einige Zeit hier auf den Inseln und auch auf dem SUP bin. Man kann sich auch von den verschnörkelten Baumstämmen kaum sattsehen.





Dennoch steht noch ein Höhepunkt an: Die Fahrt über die kleine Stromschnelle unter der Holzbrücke. Bevor es aber soweit ist, stehe ich einfach davor und beobachte, wie sich das perfekt durchsichtige Wasser glatt und trichterförmig hin zum Durchgang in das Herzbecken verdichtet. Es werden wohl kaum mehr als zehn Meter der Wildwasserstufe 1 sein, und nachdem ich finnenlos unterwegs bin, gönne ich mir diese im Kniestand.
Ich richte mich optimal aus und lasse das Wasser seinen Job erledigen. Im Nu werde ich eingesaugt und in der herzförmigen Wasserlichtung wieder ausgespuckt. Der kurze Actionritt geht aber genauso entspannt über die Bühne, wie die bisherige Tour, die hier bereits wieder ihre Vollendung findet. Zur Slipanlage sind es leider nur noch ein paar Dutzend Meter.
Ich werde noch eine Weile hierbleiben und versuchen, mich an diesem Ort sattzusehen, denn wahrscheinlich werde ich ihn frühestens nächsten Sommer wieder besuchen können. Am besten gelingt diese Entspannung übrigens im Outdoor-Restaurant nebenan, wenn man einen Tisch direkt über dem Wasser mit Blick auf den Hauptstrom der Una ergattert – eine schwimmende Terrasse sozusagen. Bosnischer als das gute Essen und die Aussicht auf den Fluss kann es hier kaum mehr werden.

Alternativen: Die Una kann auch an den Inseln Japodski Otoci vorbei erobert werden, indem man beispielsweise 2 km flussaufwärts bei Lohovo startet und spätestens vor den Wasserfällen im Ort Ripač das Wasser wieder verlässt. Auch danach kann man noch zwischen den kleinen Wasserfällen in Richtung Bihać SUPen. Innerhalb der Stadt bietet sich dann vorrangig eine entspannte Stadtrunde durch das Zentrum an.










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