Adresse

Freibacher Stausee

GPS

46.519616701366, 14.451999664307

Freibacher Stausee

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Freibacher Stausee

GPS

46.519616701366, 14.451999664307

Anspruch 1 |  Einkehr 1 |  Länge 3,8 km |  Dauer 1 Stunde

Unter Kärntens höchstem Bergmassiv versteckt sich ein beinahe uneinsichtiges Paddelparadies. Glasklares Wasser mit tiefer Bodensicht, magisch anziehende Bergflanken und absolute Ruhelage zählen zu seinen Features.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Im Bereich der Zuflüsse (Freibach) bzw. um den ehemaligen Stauseewirt im Süden wird besonders gerne gefischt. Wenn dem so ist, bitte nicht bis zum Freibach paddeln und das Areal den Fischern und den Fischen überlassen, so schön es auch ist.

Hier sowie im Bereich der öffentlichen Liegewiese an der sogenannten Stausee Hütte findet man die meisten Schwimmer vor. Entsprechend aufmerksam paddeln und auch Tretbooten den Vortritt geben!

Badegäste und Fischer findet man vereinzelt auch entlang des restlichen Ostufers, also frühzeitig ausweichen!

Lärm und Müll bitte vermeiden!

Gefahren

Im Süden, aber auch entlang des Ostufers können sich Fischer und Badegäste aufhalten, weshalb genügend Abstand zum Ufer sinnvoll ist, um nicht an Fischerleinen hängen zu bleiben.

Bei vollem Wasserstand ragen an etlichen Stellen Purpur-Weiden, die normalerweise an Land wachsen, aus dem Wasser. An ihren Zweigen kann man leicht hängenbleiben, wenn man quer über solch einen Pflanzenteppich paddelt. Besonders betroffen sind Bereiche vor den Zuflüssen sowie nahe der Liegewiese.

Ausreichend Abstand zur Staumauer halten! Es gibt hier zwar keine steil abfallende Schlucht hinter der Mauer und somit weder Schleusen noch entsprechende Beschilderung. Dennoch ist jeder Paddler angehalten, früh genug umzukehren.

Winde können aufgrund der Ausrichtung des Tals und seines Stausees entsprechend vor allem aus Norden und Süden stärker ausfallen und für erhöhten Krafteinsatz sorgen.

An vielen Stellen ist es schwierig anzulanden, weil der Grund recht steil bergab fällt und man dadurch schlechten bis gar keinen Stand unter den Füßen hat.

Wer an der Liegewiese am Straßenrand parkt, muss auf den Straßenverkehr achten. Zwar fahren nicht besonders viele KFZ vorbei, diese teilweise dennoch sehr rasant.

Anfahrt

Der Freibacher Stausee ist aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar. Mit dem Auto gelangt man über die B 85 beispielsweise aus Richtung der Landeshauptstadt Klagenfurt oder von Slowenien an das Ostufer, wo es Parkmöglichkeiten beim öffentlichen Strand und beim Zufluss gibt.

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man per Bahn nach Ferlach oder Klagenfurt und steigt dort auf den Bus um. Die Buslinie 5338 führt bis zur Haltestelle Freibach im Rosental Abzw Homölisch. Diese ist zu Fuß allerdings etwa 30 min vom See entfernt, weshalb die öffentliche Anreise nicht zu empfehlen ist. 

Überregionale Bus-, Bahn- und Flugverbindungen findet man über die Vergleichsportale Omio, Busbud sowie RailEurope. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet entweder am Flughafen Klagenfurt oder am Flughafen Ljubljana.

Parken

Die einzigen Parkmöglichkeiten ergeben sich entlang des Ostufers. Am meisten Parkplätze befinden sich an der Liegewiese um die Stausee Hütte. Am südlichen Ende des Gewässers darf man um das Gebäude des ehemaligen Stauseewirts ebenfalls kostenlos parken, sofern man die Ein- und Ausfahrten nicht blockiert. Hinzu kommen noch vereinzelte Stellen entlang der Straße L 103, wo man sehr knapp am Straßenrand in Blickrichtung Norden parken kann.
 

Baden

Der Stausee ist umgeben von ruhiger Natur und bietet klares Wasser zum Schwimmen, Tauchen, Paddeln und Entspannen. Es gibt mehrere Badebuchten, einen gepflegten Strand mit Liegewiese und ein Strandbuffet. Wer ans Westufer schwimmt oder paddelt, findet auch schwer zugängliche, einsame Spots im Wald. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet, was für einen ansehnlichen Fischbestand sorgt. Das Wasser kommt aus den angrenzenden Bergen und ist entsprechend kühl, wobei man im Hochsommer mit durchschnittlichen Temperaturen um die 18 °C rechnen kann.

Wenn das nicht überzeugt, dann kann man auf eine Menge toller Badeseen nördlich des Stausees ausweichen. Der Klopeinersee zählt beispielsweise zu den wärmsten Badeseen des Landes und ist im Sommer ein wahres Urlaubsparadies. Um ihn herum befinden sich auch noch der Turnersee, der Sonnegger See und der Gösselsdorfer See.

Wer auch während der kalten Jahreszeit in der Region baden möchte, genießt das hochwertige Angebot im Badehaus Klopeinersee. Es hat ganzjährig geöffnet und bietet neben einem Infinity-Pool auch vier Saunen, einen FKK-Bereich sowie Masseure.

Tour

Vom Zufluss im Süden das Ostufer entlang nach Norden und am Westufer wieder zurück. 

Länge

3,8 km

Dauer

1 Stunde

Ein- und Ausstieg

An der Wiese im Mündungsgebiet der Zuflüsse im Süden.

SUP-Verleih

Igi’s Stauseehütte
Waidischer Landesstraße, Stausee Ostufer
9173 Zell-Homölisch

Purpur-Weiden unter Wasser und Echos in der Luft

Das Freibachtal war einst ein industrielles Gebiet, denn das am Obir gewonnene Eisenerz wurde lange Zeit hier verarbeitet. Ende des 19. Jahrhunderts trieb der Freibach die Wasserräder von drei Eisenhämmern sowie mehreren Sägewerken und Mühlen an. Die umliegenden Wälder wurden bis in die Felsregionen für die Holzkohleproduktion zur Eisenerzverhüttung abgeholzt, und noch heute sind hier alte Kohlmeiler, aber auch Überreste von Wehren und Gerinnen zu finden. Sie zeugen von früheren Zeiten, bevor der Wald die heutigen Ruinen überwuchert und der Freibach sein Bett zurückerobert hat.

Aber ganz frei darf er seinen Lauf nicht wählen, denn seit 1957 stößt er hier unter dem höchsten Berg Kärntens – dem Hochobir – sanft gegen eine Staumauer und bildet damit den Freibacher Stausee aus. Dieses von stellenweise unberührter Natur umgebene Gewässer strotzt nur so vor klarem Bergwasser und zeigt sich auch Stand-up-Paddlern in allen möglichen Grünschattierungen. Diese darf ich bereits während der Anreise an Land genießen, denn mein kurviger Weg führt über saftig-satte Wiesen und an kräftigen Mischwäldern vorbei, während ich durch niedliche Dörfer im slowenischsprachigen Teil Unterkärntens zum Stausee hinauffahre.

Die einzige Zufahrtsstraße zum See verläuft an seinem Ostufer, wobei ich die erste Parkmöglichkeit an der zentral gelegenen Liegewiese auslasse, um ganz runter zu den Zuflüssen zu fahren. Am Südzipfel des Stausees darf man nämlich um das Gebäude des ehemaligen Stauseewirts (2023 geschlossen) ebenso parken, wenn man dem einzigen Anrainer dort, nicht den Weg versperrt. Der etwas ältere Herr ist auf meine Parkanfrage hin sehr freundlich und gibt mir gleich ein paar Wandertipps mit auf den Weg. Schließlich kann man hier auch angenehm mit Kindern durch das Tal bis knapp an die slowenische Grenze wandern.

Das mit dem Wandern ist eventuell für später, jetzt zieht es mich mal über die Wiese runter zum Ufer des randvoll gefüllten Stausees. Es stehen schon einige Fischer hier, teilweise auch knietief im Wasser. Aber es bleibt noch genügend Platz, um mit ausreichendem Sicherheitsabstand in See zu stechen.

Mein Blick ist 1,5 km nördlich zur Staumauer gerichtet, und ich setze meine ersten Paddelschläge in das angenehm kühle Wasser. Zum Glück ist der Stausee randvoll gefüllt, denn anders würde er nicht diese smaragdgrüne Schönheit ausstrahlen und ich könnte auf der dezimierten Wasserfläche deutlich weniger Distanz machen.

Rechts ober mir führt ein Trampelpfad neben der Straße am Seeufer entlang. Wer hingegen den See zu Fuß großflächig umrunden möchte, muss hingegen abseits des Westufers durch den Wald bergauf und bergab wandern. Das klare Wasser ist einzigartig und gewährt mir schon hier, nahe am Ufer, tiefe Einblicke in die Welt unter meinem Board. An manchen Stellen beträgt die Blicktiefe etliche Meter, und das bei einer Sichtschärfe und Detailgenauigkeit, die es nur selten zu erleben gibt.

Nach kurzer Paddelei breitet sich vor mir ein Kuriosum aus: Purpur-Weiden stehen büschelweise aus dem Wasser und erwecken den Anblick einer kleinen Mangrovenlandschaft. Es beweist wohl, dass der Stausee eine beträchtliche Zeit des Jahres etliche Meter weniger Wasserstand hat und sich in der tiefen Mulde diese Büsche gut ausbreiten können. Ich blicke meterweit durch das Wasser bis zu ihren Wurzeln hinunter und bin fasziniert von dieser hybriden Unterwasserwelt mit Landpflanzen.

Ein Stück weiter breitet sich eine nette und sauber gehaltene Liegewiese inkl. Infrastruktur aus. So langsam füllt sich das Areal um Igi‘s Stausee Hütte und auch die ersten SUPs werden bereits betriebsfertig gemacht. Auch hier könnte man die Tour super starten und nur wenige Meter bergauf an der Straße parken. Optimalerweise bietet die Hütte auch einen kleinen SUP-Verleih an, und für die Fischer gibt es hier Fischereikarten zu erwerben.

Nach einem Viertel der Tour wird es für mich mal Zeit mich umzudrehen und das umliegende Bergland zu inspizieren, denn die steilen Hänge sind genauso starke Blickfänger wie die Unterwasserwelten des Sees. Direkt hinter der Stausee Hütte erhebt sich der Gipfel des Kleinobir, der von den steilen Felswänden des Hochobir ein Stück weiter dahinter gestützt wird. Vor allem, wenn man weiter draußen auf dem See paddelt, eröffnet sich ein Blick, an dem man sich kaum sattsehen kann. Aber auch gegenüber, über dem Westufer des Stausees geht es 1000 m hoch hinauf zum Schwarzen Gupf, dessen bewaldete Flanken direkt in den See fließen.

Südlich fährt der namensgebende Freiberg seinen 1923 m hohen Sichtschutz hoch, während das über 2000 m hohe Koschutagebirge etwas weiter hinten den Blick nach Slowenien endgültig abriegelt. Die Gegend ist also auch ein Hochgenuss für Bergfreunde und bietet von Familienwanderungen über Kletterpfade für jeden Geschmack etwas.

Diese alpine Einkesselung des Stausees bewirkt auch ein unglaubliches Echo, das es ermöglicht, klar und deutlich über den See zu kommunizieren. Wer vom Ostufer jemandem gen Westen etwas zuruft, und das gar nicht sonderlich laut, kann sich sichergehen, dass er auf der anderen Seite gehört wird.

Ich arbeite mich gegen den leichten Nordwind noch von Bucht zu Bucht weiter Richtung Staumauer und quere dann etwa 150 m davor auf die andere Seite des Sees. Hinter dem Stausee verbirgt sich jedoch keine schleusenregulierte und tief abfallende Staustufe, was das Gefahrenpotenzial hier stark einschränkt. Mich zieht daher die scheinbar unberührte Uferbewaldung gegenüber mehr an, als die fad wirkende Staumauer. Der Wind drückt mich nun nach Süden und führt mich auch an einigen Felsen vorbei.

Hier tauchen auch Ruinen des versunkenen Dorfs Homölisch auf, denn als der Freibach 1957 aufgestaut wurde, wurden auch sieben Gebäude unter Wasser gesetzt. Das klare Wasser ist hier also nicht nur für die Taucher ein Segen, sondern auch für Paddler mit investigativen Absichten.

Ein deutsches Ehepaar ist per SUP hierhergekommen und sonnt sich gerade auf einem Felsen. Beim Plaudern empfehlen sie mir, unbedingt zum Zufluss des Stausees zu paddeln, um dort die Fische zu beobachten. Das mache ich sogleich und genieße unterwegs weiterhin die herrlichen Wasserfarben und den hellblauen Sommerhimmel, dessen Sonnenstrahlen die Ansicht auf die umgebende Bergwelt sympathisch überbelichten.

Kurz vor der Einmündung des Freibachs stoße ich aber noch auf einen weit ausgebreiteten Purpur-Weiden-Teppich, der mir sogar eine kleine Wasserstraße bis tief in sein Innerstes gewährt. Ich gebe acht, nirgends mit den Finnen hängen zu bleiben und beobachte das Unterwasserspiel der Fische zwischen den besenförmigen Sträuchern. Das Echo der weiter entfernt spielenden Kinder hallt bis zu mir und es hört sich an, als wäre ich direkt bei ihnen.

Ich habe Glück, dass mittlerweile keine Fischer mehr beim ehemaligen Stauseewirt stehen und ich mich ungehindert bis zum Freibach treiben lassen kann. Der nette deutsche Herr hatte vorhin Recht, denn hier tummeln sich etliche Fischarten.

Es gibt hier beispielsweise Störe, Forellen und Hechte zu sehen, und keiner scheint von meinem SUP erschrocken zu sein. Vogelgezwitscher und Wasserplätschern bilden nun das akustische Outro dieser harmonischen Paddeltour und nach ein paar meditativen Minuten gleite ich sanften Paddelschlages wieder zurück an die Wiese vor dem Stauseewirt.

Um sicherzugehen, dass man dieses Revier in seiner vollen Pracht erlebt, empfehlen wir, sich vorab über den Wasserstand des Stausees zu informieren. Die Gemeinde Zell oder die direkt am See befindliche Gastro-Hütte sind geeignete Anlaufstellen dazu. Und dann ab ins Paradies!


Anspruch

1

Einkehr

1

Länge

3,8

Dauer

1

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