Adresse

Selkach

GPS

46.539292323311, 14.096789473653

Feistritzer Stausee Hauptbecken

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Adresse

Selkach

GPS

46.539292323311, 14.096789473653

Anspruch 2 |  Einkehr 1 |  Länge 11,6 km |  Dauer 2 – 3 Stunden

Der ruhige Stausee zeigt sich auch im Winter von seiner romantischen Seite. Eisschollen, Schwäne und eine tolle Fernsicht belohnen allfällige Strapazen.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Der Stausee ist Lebensraum seltener Vögel und Amphibien und sollte daher mit Respekt befahren werden. Bitte das Schilf meiden, Wasserpflanzen nicht zerstören sowie vor Fischerbooten und Fischern am Ufer großflächig ausweichen!

Die Slipanlage links neben der Staumauer scheint zwar ein geeigneter Ausstiegspunkt zu sein, wenn man nur die halbe Distanz paddeln möchte, allerdings landet man dann am abgesperrten und eingezäunten Areal des Kraftwerks. Zum Absteigen eignet sich daher nur der Uferabschnitt rechts neben der Staumauer.

Gefahren

Je nach Wasserstand kann man auch 10–20 m vom Ufer entfernt immer noch auf Lehmbänke treffen, an welchen man leicht mit Paddel und Finnen hängenbleiben kann. Daher genügend Abstand zum Ufer halten!

Ab und zu begegnet man kleinen Booten und Treibholzteppichen, denen jedoch gut ausgewichen werden kann.

Die Ufer am Startpunkt (Zikkurat-Drauwelle) sind teilweise rutschig und es geht von der Wiese meist senkrecht zum Wasser hinunter. Zwar sind das nur wenige Zentimeter, aber dies erschwert das sichere Aufsteigen auf das Board, weil auch das Wasser nicht ganz untief ist. Das gilt insbesondere im Winter, wenn man zusätzlich versuchen muss, das Kaltwasser bzw. die Eisdecke zu meiden.

Auch das potenzielle Tourende beim Kraftwerk Feistritz ist mit Tücken verbunden, zumal das Ufer an den meisten Stellen ein bis zwei Meter steil nach oben ragt. Im Sommer kann die Böschung stark bewachsen sein, im Winter muss man Acht geben, nicht auf dem Eis ins kalte Wasser zu brechen. Am sichersten steigt man zu zweit an Land und hilft sich beim Tragen der SUPs gegenseitig.

Winterpaddler begegnen immer wieder Eisschollen. Je nach Witterung und Board können sie durchaus leicht überfahren und gebrochen werden, aber bei Überraschungsmomenten auch abrupte Abbremsungen und Stürze verursachen. iSUPs könnten von Eisschollen beschädigt werden, wenn man ihnen nicht ausweichen kann.

Anfahrt

Mit dem Auto von Klagenfurt kommend, die Rosentaler Straße B91 nach Süden Richtung Lambichl und von dort weiter nach Ludmannsdorf nehmen. Dem Straßenverlauf weiter nach Franzendorf und schließlich nach Selkach folgen. Die Drauwelle befindet sich an der Flusskrümmung südöstlich vom Ortskern.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es hingegen langwierig, diesen Standort zu erreichen, zumal längere Fußwege eingeplant werden müssen.

Parken

An der Weggabelung zur Zikkurat-Drauwelle liegt ein kleiner, kostenfreier Parkplatz mit Platz für einige Kfz. An der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt bereits der kleine Hafen mit ausreichend Freiflächen zur Tourvorbereitung.

Baden

Im Hochsommer, wenn die Luft an die 30 °C warm ist, kann man an der Drau in ungestauten Bereichen mit etwa 15 °C Wassertemperatur rechnen. Also herrlich für eine Abkühlung. Allerdings gibt es auf dieser Strecke keine speziellen Badespots entlang des Ufers. Paddler können aber jederzeit vom SUP ins Wasser springen, wenn die sanfte Fließgeschwindigkeit es erlaubt. Aber wir geben keine generelle Empfehlung dazu ab, zumal das Schwimmen in Flüssen immer mit Gefahren verbunden ist.

Tour

Von der Drauwelle Zikkurat links weg bis zum Kraftwerk Feistritz und von dort wieder zurück zum Einstieg.

Länge

11,6 km

Dauer

2–3 Stunden

Ein- und Ausstieg

In Selkach an der Drauwelle Zikkurat.

SUP-Verleih

Drau Paddelweg
Dahlienweg 14, 9161 Maria Rain
Tel. +43 (0)463 2032 30100

SUP & Smile
Gregorweg 15, 9536 St. Egyden
Tel. +43 (0)650 6733945

Fels & Wasser
Flurweg 20, 9524 Villach
Tel. +43 650 6161327

Eisschollentango auf dem Kristallwasser

Als erster von vielen aufeinanderfolgenden Stauseen entlang der Drau in Kärnten ist der Feistritzer Stausee vor allem eine entspannte Sommerdestination. Kurz nach dem Jahreswechsel reizt es mich jedoch, diesen mir bereits bestens bekannten See auch bei Schnee und Eis zu erleben, wobei ich schon vorab vermute, dass der Wasserzugang an der Zikkurat-Drauwelle höchstwahrscheinlich vereist sein wird.

Meine Vermutung bestätigt sich, als ich kurz vor dem verschlafenen Örtchen Selkach mit dem Auto über die Brücke fahre: Unter mir breitet sich die gemächlich fließende Drau aus und zeigt mir bereits die ersten sanft fließenden Eisteppiche. Dieses Bild bestätigt sich dann auch am kleinen Hafen, an dem ich abzulegen plane.

Der Parkplatz ist in der Regel ausreichend für die wenigen Besucher, die sich hierher verirren. Wie zu erwarten war, ist das kleine Hafenareal vereist und ich muss mir einen guten Spot draußen am Flussufer suchen. Während sich eine Familie an der Feuerstelle ihre winterlichen Mittagswürstchen brät, werde ich direkt am Zufahrtskanal fündig und teste das Eis mit meinem Paddel. Es lässt sich leicht brechen und ich kann mein SUP darauf ablegen.

Im Winter ist an dieser Stelle aufgrund der abrupt endenden und abfallenden Wiese Vorsicht geboten, denn ein Ausrutscher garantiert bei dünnem Eis sofort einen nasskalten Fuß. Bedacht steige ich auf mein Hardboard und nutze dieses kniend als Eisbrecher, indem ich mich die ersten Meter vom Ufer weg Stück für Stück durch das dicker werdende Eis arbeite.

Rings um mich kracht es und ich drücke mit meiner Nose die Eisplatte vor mir ins Wasser, bis sie bricht und mir einen Wasserweg zur Drau freigibt. Nun geht es links weg und zur Mitte des 200 m breiten Wassers. Der Vormittag war noch wolkenlos und sonnig, aber nun beginnt sich eine wolkig-düstere Nachmittagsstimmung breit zu machen.

Leider ist die Lagunenlandschaft rechter Hand vollständig vereist, der geplante Abstecher dorthin ist somit leider gestrichen. Dafür blasen mir ein bis zwei Beaufort aus Osten entgegen und bescheren mir einen spürbaren Gegenwind. Die Füße schlummern noch warm und trocken in meinen Neoprenschuhen, aber die Fingerspitzen sind schnell kalt.

Um voranzukommen, bedarf es jetzt ohnehin starker Paddelschläge und ich öffne in jeder Recovery-Phase meine Hände, um Blut in die Finger zu bekommen. In spätestens 15 min sollte ich ausreichend warmgepaddelt sein, um auch das rostbraune Schilf und die angezuckerte Landschaft ringsum genießen zu können.

Das Wasser ist im Winter klarer als im Sommer und zeigt mir, dass es bis zum Nadelöhr am Beginn des Hauptbeckens kaum tiefer als 2–3 m ist. Was gleich ist wie im Sommer, sind die fliegenden Schwäne und ihr Glucksen. Immer wieder ziehen sie an mir vorbei oder queren vor mir den Stausee.

Als ich nach fast drei Kilometern das kleine Feriendorf steuerbord erreiche, weiß ich, dass es nochmals gleich lange bis zur Staumauer ist. Ab hier breitet sich die Karolina-Haarnixe unter der Wasseroberfläche aus und liegt wie voluminöse Pflanzenteppiche unter meinem SUP. Auch wenn das Zeug wie Unkraut wächst, ist es ratsam, diese Pflanzen nicht mit den Finnen zu beschädigen.

Hier befinden sich heute auch eine Menge Eisschollen im Wasser, darum gebe ich mir den Spaß, manche von ihnen zu überfahren und zu brechen. Mit einem genügsamen Krachen geht es danach immer wieder weiter auf das spiegelglatte Wasser des Hauptbeckens.

Mittlerweile ist es beinahe windstill. Ich kann immer wieder innehalten und den Blick voraus auf die Kleinstadt Feistritz im Rosental und die dahinter emporsteigenden Gipfel der Karawanken wenden. Es ist ein ganz spezielles Erlebnis, auch an so düsteren Tagen mit dem SUP mutterseelenalleine mitten am Wasser zu stehen und in die Stille einzutauchen. Der Hochstuhl ist von Wolken umhüllt, während rückenwärts die Sonne langsam am Horizont hinter dem 30 km entfernten Dobratsch untergeht.

Noch mehr Winterromantik erwartet mich nun aber geradeaus auf dem Weg zum Kraftwerk, denn erwartungsgemäß ist der letzte Kilometer der Stauzone komplett strömungsarm und eine gefundene Unterlage für Väterchen Frost. Hier lässt er das Wasser zu einem löchrigen Eisteppich erstarren, der von hauchdünn bis fingerdick reicht.

Die ersten Eisschollen liegen wie eine zerbrechliche Glasur auf dem Wasser und lassen sich herrlich befahren. Zwischendurch immer wieder eisfreie Wasserwege, die sich zwischen den Schollen zur Staumauer schlängeln. Je näher ich dem Ufer komme, desto dicker und großflächiger wird das Eis.

Die letzten paar hundert Meter zum Ende des Stausees kann man mich bis weit übers Ufer hinaus hören, schließlich verfolgen etliche Spaziergänger wie gebannt mein ungewöhnliches Treiben auf Eis und Wasser. Wer hier anlanden möchte, hat es im Sommer relativ leicht, denn abseits der Staumauer gibt es rechtsseitig genügend Möglichkeiten.

Im Winter gestaltet sich dieses Unterfangen schwieriger, denn das Eis gibt vor, welche Uferstellen überhaupt erreicht werden können. Und dann geht es auch noch ein bis zwei Meter steil bergauf zum Schotterweg, der entlang des Südufers verläuft. Der Untergrund gibt meist keinen stabilen Stand her und man ist auf gut liegende Felsblöcke angewiesen. Außerdem ist es äußerst schwierig, ein Hardboard alleine und ohne Hilfe zum Weg hinaufzuheben.

Dennoch wage ich es, hier anzulanden und eine kurze Pause einzulegen, bevor ich den Weg durch die kleine Eiswüste zurück antrete. Schließlich ist das Eis ja schon gebrochen und mein Board schlägelt sich im Eisschollentango wieder zurück auf das Hauptbecken der untergehenden Sonne entgegen. Ohne Wind und Wellen erreiche ich gerade rechtzeitig den Ausgangspunkt dieser Tour, denn viel länger würden es die kalten Fußspitzen auch nicht mehr aushalten.

Solche kleinen Unannehmlichkeiten können das Winterpaddelerlebnis auf dem Feistritzer Stausee jedoch nicht schmälern; sie sind sogar Teil der Faszination. Auch der Ausstieg am Startpunkt meiner Tour erfolgt vorsichtig und bedacht, wobei ich mit Zufriedenheit feststelle, dass mein Hardboard ohne Kratzer geblieben ist.

Alternativen: Die verkürzte Tour könnte entweder schon beim Feriendorf (3 km) oder beim Kraftwerk (6 km) enden. In der warmen Jahreszeit bietet es sich auch an, vom Kraftwerk Feistritz gleich weiter in den Ferlacher Stausee oder noch weiter zu paddeln.

Diese und noch viele andere SUP-Touren auf Kärntner Seen findest du im SUP Guide Kärnten.

Anspruch

2

Einkehr

1

Länge

11,6

Dauer

2 – 3

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