Adresse

Vuzenica

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46.598494951065, 15.160473363991

Drau – Von Vuzencia nach Ožbalt

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Adresse

Vuzenica

GPS

46.598494951065, 15.160473363991

Anspruch 2 |  Einkehr 1 |  Länge 22,4 km |  Dauer 5 – 6 Stunden

Mit geringem Tempo schlängelt sich die Drau zwischen dicht bewachsenen Steilhängen und niedlichen kleinen Ortschaften durch verträumte nordslowenische Kulturlandschaften. Abgeschiedenheit ist hier harte Währung.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Die gesamte Tour verläuft durch Natura 2000-Schutzgebiet, weshalb Paddler aufgefordert sind, sich nur auf dem Wasser und ufernah aufzuhalten. Lärm und Müll sind zu vermeiden!

Entlang der Tour können andere Wasserfahrzeuge wie Kajaks, Kanus, Fischerboote und Ausflugsflöße am Wasser sein. Bitte rechtzeitig ausweichen!

Vorsicht vor Fischern, denn entlang der gesamten Strecke befinden sich Fischerhütten und Sitzgelegenheiten für Fischer. Je nach Saison und Wetter kann man auf starken Fischereibetrieb treffen und sollte dann die Ufer der Drau meiden.

Gefahren

Als fließendes Gewässer ist die Drau natürlich immer mit einem kalkulierbaren Risiko verbunden. Das Tragen einer Schwimmweste wird empfohlen. Wer jedoch gut schwimmen kann und stabil am SUP navigiert, hat entlang dieser Route bei normalen Wasserverhältnissen keine Probleme.

Gelegentlich kann man Fischern begegnen. Wenn man sie sieht, bitte deren Fischerleinen früh genug ausweichen. Ebenso begegnet man manchmal auch Kajaks, Kanus sowie Flößen und Fischerbooten, es ist aber immer genug Platz zum Ausweichen vorhanden.

An Brückenpfeilern mit ausreichend Abstand vorbei paddeln.

Der Ausstieg auf das linke Flussufer direkt vor dem Kraftwerk Vuhred ist etwas verwachsen und recht steil. Dennoch befindet sich hier ein ansatzweiser Trampelpfad, der das kurze Stück hinauf zum Radweg führt. Auf jeden Fall vorsichtig Schritt für Schritt am Boden herantasten und darauf achten, dass man nicht wieder nach unten abrutscht. Die SUPs am besten zu zweit hochtragen.

Deutlich ungemütlicher ist hingegen der Wiedereinstieg an der ersten möglichen Stelle am linken Drauufer nach dem Kraftwerk. Ein kleiner Weg führt zu einer gemauerten Uferverbauung von etwa 1,5 m Höhe. Diese nach unten zu überwinden erfordert schon mal Vorsicht. Am besten nutzt man eine geeignete Stelle etwa 15 m links neben dem Häuschen.

Nach der Mauer geht es aber noch die Felsblöcke nach unten zum Wasser, wobei dornige Brombeersträucher das Unterfangen nicht leichter machen. In Summe sind es wohl an die vier steile Höhenmeter, die man bis zum Wasser absteigen muss. Dieser Teil ist nur für Paddler mit ausreichend Körpergefühl, Gleichgewicht und Beweglichkeit sicher zu meistern. Unbedingt mit Fußbekleidung hinuntersteigen und SUPs zu zweit hinunterreichen!

Das Tourende unter der Kirche in Ožbalt erfolgt am Schwemmkegel von einem linken Zufluss der Drau. Der Untergrund ist seicht, steinig, unregelmäßig und mitunter mit morschen Ästen übersät. Bei lehmigem und undurchsichtigem Wasser erkennt man das aber nicht und kann leicht stolpern. Auch hier ist Barfußgehen keine gute Idee.

Beim Aufstieg über die kleine, steile Wiese zur Straße muss man sich am Ufer wieder langsam vorantasten, damit man nicht durch lockere und bewachsene Äste wieder bergab rutscht und evtl. zu Fall kommt. Boards sollte man zu zweit aus dem Wasser holen.

Anfahrt

Vuzenica und Ožbalt sind beide gut mit dem Auto aus allen Himmelsrichtungen erreichbar, denn das Straßennetz ist modern und gut ausgebaut. Aus dem benachbarten Österreich gelangt man einwandfrei an beide Orte.

Wer mit den Öffis reist, findet innerhalb Sloweniens Bus- und Zugverbindungen nach und ab Vuzenica. Der Bahnhof sowie die nächste Bushaltestelle sind jedoch fast einen Kilometer vom Startpunkt der Tour entfernt.

In Ožbalt gibt es hingegen nur eine Bushaltestelle direkt im Ort, unweit des Tourziels. Zugverbindungen gibt es keine, da es keine Brücke über die Drau gibt und die Zugstrecke an der anderen Seite der Drau liegt.

Überregionale Bus-, Bahn- und Flugverbindungen findet man über die Vergleichsportale Omio, Busbud sowie RailEurope. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet entweder in Klagenfurt oder in Ljubljana – das sind die zwei nächsten Flughäfen in der Region.

Parken

Direkt beim Startpunkt der Tour gibt es einen optimal gelegenen kostenlosen Parkplatz am rechten Drauufer. Wenn genug Platz ist, macht man sich gleich hier betriebsbereit, wenn nicht, geht man dazu einfach runter zum Wasser.

Sollte dieser Parkplatz wider Erwarten komplett vollgeparkt sein, ergibt sich eine weitere kostenlose Parkmöglichkeit beim Bahnhof. Allerdings geht man von dort ca. 700 m bis zum Startpunkt.

Das Shuttleauto stellt man am besten beim Friedhof in Ožbalt ab. Der ist zwar etwa 600 m vom Ziel der Paddeltour entfernt, dafür jedoch ebenfalls kostenlos und öffentlich.

Baden

Die Drau kann entlang der Route entweder absolut stillstehen oder aber eine leichte Strömung aufweisen. Wer im Sommer auf eigenes Risiko eine Abkühlung unter 20° C Wassertemperatur wagt, sollte sich immer mittels Leash mit dem Board verbinden, um eine Rettungsinsel zu haben. Bei Hochwasser nach starken Regenfällen oder nach der Schneeschmelze sollte man den Fluss auf jeden Fall meiden.

Flussaufwärts findet man als Alternative bei Dravograd das Schwimmbad Ravne na Koroškem sowie das Schwimmbad Aqualatio Slovenj Gradec mit In- und Outdoor-Pools. Entlang der Paddelroute befindet sich auf Höhe des Seitenarms der Wasserpark Radlje ob Dravi. Er bietet das erste öffentliche Bioschwimmbad in Slowenien an, in dem Mikroorganismen statt Chemikalien das Wasser sauber halten.

Tour

Vom Cerkvenica-Bach in Vuzenica bis zur Kirche in Ožbalt.

Länge

22,4 km

Dauer

5–6 Stunden

Ein- und Ausstieg

Einstieg beim Cerkvenica-Bach in Vuzenica.

Ausstieg unter der Kirche in Ožbalt.

SUP-Verleih

Keiner

Durch abwechslungsreiche Landschaften

Wie durch das österreichische Bundesland Kärnten, durchfließt die Drau auch die slowenische Region Koroška von West nach Ost. Da beide Regionen zumindest diese Eigenschaft gemeinsam haben und auch aneinandergrenzen, ist es kein Wunder, dass Koroška nichts anderes ist, als die slowenische Bezeichnung für Kärnten – Sloweniens Kärnten also.

So vielfältig diese recht kleine Region ist, so vielfältig zeigt sich hier auch die hiesige Lebensader und ihre Umgebung. Da wir den Abschnitt zwischen Dravograd und Vuzenica bereits kennen, wissen wir schon, dass uns auch heute wieder dicht bewaldete Steilhänge und eine sehr hügelige Landschaft begegnen werden.

Bevor es aber so weit ist, müssen wir noch unsere Autos abstellen, denn ohne zu shutteln oder Abholservice wird es nicht funktionieren. Am Tourende stellen wir daher ein Auto beim Friedhof in Ozbald kostenlos ab, während wir für den Tourstart einen idealen Parkplatz direkt am Wasser im kleinen Ort Vuzenica finden.

Hier fließt der Cerkvenica-Bach von rechts in die Drau und bildet einen seichten Schwemmkegel aus, der einen leichten Tourstart garantiert. Für eine kleine Erfrischung kann man sich bei Bedarf noch an der Bar Huta stärken, bevor es losgeht. Übrigens könnte man auch an anderen Stellen im Ort gut zum Wasser gelangen, aber die Kombination mit einem kostenlosen und fußläufigen öffentlichen Parkplatz scheint wohl nur hier zu bestehen.

Leider hat es wochenlang keinen Niederschlag mehr gegeben, weshalb der Drau heute locker ein halber Meter an Wasserstand fehlt und das Wasser sogar direkt nach dem Kraftwerk Vuzenica stillsteht wie ein See. Wir stellen uns also schon mal mental auf strömungslose Verhältnisse und hohen Muskeleinsatz ein. Bei diesem traumhaften Frühlingswetter ist das jedoch nur eine Randnotiz für uns.

Der Fluss ist heute besonders klar und sedimentfrei, weshalb wir vielerorts durch das Grün zum Boden hinuntersehen können. Bereits nach den ersten leichten Meanderwindungen erblicken wir linker Hand die Bar Mitnica Muta am Ufer. Bedauerlicherweise zu früh für uns, um einen Pausenstopp in Erwägung zu ziehen. Es wird bis Ožbalt die letzte Einkehrmöglichkeit direkt am Wasser sein.

Nach vier Kilometern übersehen wir beinahe den kleinen Seitenarm, der durch eine dicht bewachsene Insel links vor uns ausgebildet wird. Natürlich gleiten wir dort hinein und bis auf das Vogelgezwitscher ist hier nichts zu hören. Leider gibt es aber einiges an Abfall zu sehen, was für ein Naturschutzgebiet bedauerlich ist. Neben ein paar Autoreifen liegt auch ein alter Wasserboiler im seichten Lehmboden. Wäre interessant zu wissen, ob uns nachfolgende Paddler, diesen weiterhin vorfinden werden.

Gleich hinter dem bewachsenen Ufer befindet sich das Green Resort Glamping, wo man auch als Tagesgast Zugang zum Wasserpark Radlje ob Dravi hat. Er wirbt als erste biologische Badeanstalt des Landes, weil dort ausschließlich natürliche Prozesse für reines Wasser der Naturbecken sorgen, keine Chemikalien. Fischer können nebenan mit Genehmigung am Teich Reš ihre Angelruten auswerfen.

Ein paar Kilometer weiter, kann man gegenüber dem Örtchen Vuhred ebenso links eine kleine Schilflandschaft in absoluter Abgeschiedenheit erkunden, bevor es unter der Autobrücke durchgeht.

Wer auf dem Satellitenbild vorab danach sucht, wird noch etliche kleine Seitenarme und Schilfeinschlüsse finden, viele davon kann man befahren, um dort eine Pause in Abgeschiedenheit einzulegen. Diese sind auch optimal zum Abkühlen und Planschen, denn das Wasser steht und wärmt sich darum auch besser auf, als am Hauptstrom.

Wir nähern uns der Stauzone des Kraftwerkes Vuhred und müssen uns plötzlich gegen den Wind behaupten, der uns mit zwei bis drei Beaufort zu bremsen versucht. Das Schilf neigt sich und der Fluss drückt uns kleine Wellen entgegen, während wir langsam in eine Wasserlandschaft zwischen Steilhängen eintreten. Ich hatte bei der Anfahrt schon die sich annähernden Wolken gesehen, welche mit der Wetterprognose überhaupt nicht übereinstimmten.

Als wir mit viel Paddeleinsatz das Kraftwerk von Vuhred nach halber Tourdistanz erreichen, haben die Wolken sich vollständig vor die Sonne geschoben. Dies verdeutlicht wieder, dass kein Wetterbericht zu 100 % verlässlich ist und Wind und Wetter sich immer ändern können. Gerade Outdoorsportler müssen das immer bei der Planung berücksichtigen.

Gut geplant ist allerdings unser Ausstieg links direkt vor der Staumauer, wo sich ein kleiner Trampelpfad auftut, der hinauf zur Straße führt. Hier ist wegen des erdigen Anstiegs und der Verwachsungen (auch Brennnessel) Vorsicht geboten und man sollte das SUP zu zweit hinaufbefördern. Der Weg über den Radweg entlang der Straße zieht sich über 700 m, bis wir auf das gemauerte Plateau der Uferverbauung gelangen.

Nun müssen wir nur noch die etwa 1,5 m hohe Wand und die Felsaufschüttung hinunter zum Wasser gelangen. Dazwischen ist vielerorts Gebüsch mit stacheligen Brombeerstauden im Weg. Rechts neben dem Pfahlhäuschen finden wir jedoch die besten Bedingungen für einen halbwegs gesicherten Abstieg vor, reichen uns vorsichtig unser Equipment von oben nach unten und können zumindest heute das SUP strömungslos wieder besteigen.

Bei höherem Wasserstand ist hier mit mehr Fließgeschwindigkeit zu rechnen. Dieser Teil der Umtragung ist nur für körperlich gesunde Leute möglich, denn der Höhenunterschied bis zum Wasser beträgt in Summe ca. vier steile, steinige Meter, die nur gut überlegte Schritte zulassen.

Das Wetter wird leider nicht besser und leichter Regen setzt ein, als wir im Ort Brezno an einer Bachmündung eine Pause am seichten Ufer einlegen. Hier gibt es einen kleinen Sportplatz und es riecht gerade herrlich nach Gegrilltem. Außerdem kann man das Auto kostenlos parken, was diesen Spot zu einem optimalen vorgezogenen Endpunkt dieser Tour machen würde. Es gäbe auch andere leichte Ausstiegsstellen entlang der Strecken, aber die Möglichkeiten, das KFZ öffentlich abzustellen, sind sehr begrenzt.

Wir checken die Karte und das Wetter und entscheiden einfach mal, weiterzupaddeln. Das Regenwetter würde voraussichtlich südlich von uns vorbeiziehen. Bevor es das aber tut, schenkt es uns nochmals recht starke Schauer herunter, die uns sogar veranlassen, uns kurz nach Podvelka im Dickicht am rechten Ufer Unterschlupf zu nehmen. Nach ein paar Minuten unter dem schützenden Laubdach klingt der Regen tatsächlich ab und wir schlüpfen langsam wieder aus unserem Versteck.

Durch dicht bewaldetes Gebiet zieht es uns Windung für Windung weiter, während die Sonne sich Stück für Stück zurück in unser Sichtfeld arbeitet. Nach diesem herbstlichen Intermezzo kommt der Frühling zurück und bläst auch die letzten Beaufort in die Ferne. Das Wasser wird wieder glatt wie geschliffener Marmor und ein sehr selten zu hörender Wiedehopf trällert sein Lied.

Er läutet damit symbolisch die letzte Etappe unserer Halbtagestour ein, denn bis nach Ožbalt sind es kaum mehr als zwei Kilometer. Viele Wasserzugänge säumen das linke Ufer, und an einer Stelle könnte man recht flach vom Board absteigen, um über ein Feld zur Straße zu gelangen. Wer dieses Tourende wählt, hätte jedoch schätzungsweise 800 m bis zum abgestellten Auto am Friedhof in Ozbald. Außerdem ist unklar, ob man hier über privaten oder öffentlichen Boden geht.

Wir halten an unserem Gameplan fest und paddeln das folglich dicht bewaldete Ufer geradeaus ins Ungewisse, denn das Satellitenbild ließ uns vorab nicht klar feststellen, wie gut wir im Bereich von Kirche und Bachmündung tatsächlich anlanden können. Wer an der Kirche hochgehen möchte, würde das über ein privates Grundstück machen, das halbwegs gut zugänglich steil vom Wasser hinauf zum Ortskern reicht. Nicht optimal.

Direkt am Schwemmkegel, an der anderen Seite des Bachs, geht ebenfalls eine Wiese steil nach oben. Diese ist viel kürzer und ebensowenig abgezäunt. Wir wissen also nicht, ob es Privatterrain ist, aber mangels besserer Alternativen gehen wir das Risiko ein. Man muss die letzten Meter zum Ufer waten und das SUP über die Untiefen ziehen. Das aufgewirbelte Sediment färbt das Wasser braun ein und man sieht nicht, wohin man steigt.

Aufgrund der Unebenheiten unter der Wasseroberfläche sind wir gezwungen, jeden Schritt sehr vorsichtig zu setzen, um dann auf die Wiese zu klettern. Heute ist das Gras frisch gemäht und bietet uns einen angenehmen Tourabschluss mit der wärmenden Nachmittagssonne im Nacken.

Nun noch 600 m hinauf bis zum Friedhof gehen, Auto holen und hier herunten alles aufladen. So schnell geht Koroška, denn mit unserer zweiten Drauetappe hier haben wir diese schöne Region bereits vollständig per SUP erkundet. Die Belohnung wartet wieder mal in der Pizzeria Monini in Vuzenica – eine tolle Fischplatte und herzhafte Ćevapčići mit Fladenbrot.

Alternativen: Von hier geht es in 24 weiteren, charakteristisch ähnlichen Flusskilometern bis nach Maribor, aber das liegt dann in der statistischen Region Podravska. Eine verkürzte Tour konnte man nach 15,5 km bereits im Ort Brezno beenden. An der Mündung eines Zuflusses in die Drau befindet sich ein kleiner Park inklusive Sportanlagen und einem kostenlosen Parkplatz.