Adresse

Chioggia

GPS

45.217420383076, 12.28377699852

Chioggia Altstadt

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Adresse

Chioggia

GPS

45.217420383076, 12.28377699852

Anspruch 2 |  Einkehr 3 |  Länge 3,7 km |  Dauer 60 – 80 Minuten

Chioggias Innenstadt bietet ein wahrlich ungewöhnliches Paddelerlebnis. Romantische Kanäle, tolle Lokale und niedliche Hausfassaden laden überall zu gemütlichen Zwischenstopps ein.

Allgemeine Infos

Befahrungsregeln

Chioggias Wasserwege sind voller Fischereifahrzeuge, denen natürlich immer auszuweichen ist. Da auch von den Kais aus geangelt wird, ist vorausschauendes Paddeln mit ausreichend Abstand zu den Ufern angesagt – so gut es in der Innenstadt eben geht.

Außerdem verkehren um die künstliche Insel, die den Stadtkern bildet, regelmäßig Passagierschiffe und Taxiboote, denen auch großflächig auszuweichen ist.

Das SUP bitte nicht an den Bootsanlegestellen ankern, sondern nach dem Anlegen immer mit an Land nehmen!

Gefahren

Wer entlang der Hauptstraße parkt, muss achtgeben, weder den Straßenverkehr noch die Passanten während der Tourvorbereitung oder beim Gehen zu behindern. Hier ziehen auch die Rad- und Mopedfahrer sehr schnell vorbei – oft gruppenweise und nebeneinander.

Die Wasserzugänge an den Bootsanlegern beim Parkplatz an der Isola dell’Unione sind mit Vorsicht zu genießen. Man steigt vom Kai etwa einen halben Meter zu winzigen Holzstegen runter, die nur aus einer Latte bestehen und mitunter recht wackelig sein können. Nichts überstürzen und am besten zu zweit Board und Paddler auf das Wasser bringen!

An allen Ein- und Ausstiegsstellen ist höchste Aufmerksamkeit geboten, um die Muscheln an Kais und Bootsanlegern nicht zu berühren. Für iSUPs können diese tödlich sein, wenn sie das Board aufschneiden.

Um die Ein- und Ausstiegshöhe am Kai möglichst gering zu halten, und damit für mehr Sicherheit und Bequemlichkeit bei Tourstart und Tourende zu sorgen, ist es sinnvoll, die Tour zum Höhepunkt der Flut zu planen.

Die Slipanlage der Isola dell’Unione gilt es zu meiden, denn es ist einfach zu glitschig, um sich sicher darauf fortzubewegen!

Um den Stadtkern herum herrscht reger Wasserverkehr mit entsprechendem Wellengang. In den Kanälen selbst ist es hingegen recht ruhig, vor allem weil in der Innenstadt nur 5 km/h gefahren werden dürfen.

Um die Kirche Chiesa di San Domenico am nördlichen Wendepunkt und in der Lagune am südlichen Wendepunkt kann das Wasser je nach Tide relativ niedrig sein. Ausreichend Abstand zu jeglichen Bauten halten und die Wassertiefe beobachten!

Bei starken Kielwellen besonders achtgeben, dass man nicht an Kais oder Wasserfahrzeuge gedrückt wird. Zwischen der Isola dell’Unione und der langgezogenen Isola dei Cantieri können Motorboote durchaus schnell unterwegs sein, und im Norden der Stadt sind die Ankerplätze der Passagierschiffe. Dort mit dementsprechender Verkehrslage rechnen!

Viele Brücken sind so niedrig, dass man entweder hocken oder knien muss, um darunter durchzupaddeln.

Außerhalb der Innenstadt können Fischerboote mit ausgeworfenen Leinen oder Netzen stehen. Also Blicke schärfen und weit genug umpaddeln!

Es können immer wieder stärkere Winde bis zu 4 Bf auftreten, die einer Tourenplanung entgegenstehen oder die Tour erschweren.

Anfahrt

Die Anreise nach Chioggia ist mit jedem erdenklichen Verkehrsmittel möglich. Mit dem Auto fährt man aus dem Süden beispielsweise über die A 13 und die SS 309 bis Chioggia. Aus Venedig im Norden reist man ebenfalls über die SS 309 an und erreicht das kleine Venedig in einer knappen Stunde.

Wer mit dem Zug kommt, nimmt beispielsweise eine Verbindung nach Rovigo oder Padua, von dort weiter mit der Regionalbahn nach Chioggia (Sottomarina). Alternativ verkehren Fernbusse von Städten wie Venedig, Padua oder Bologna – oft mit Umstieg in Piove di Sacco oder Adria.

Von Venedig aus sind auch reizvolle private Bootsverbindungen und öffentliche Fährverbindung per Vaporetto (lokaler Wasserbus) über die Lagune möglich (Linie 11 via Lido und Pellestrina).

Der nächstgelegene Flughafen ist Venedig Marco Polo (VCE), vom Flughafen Treviso (TSF) ist Chioggia in ca. 1,5 Stunden per Zug oder Bus erreichbar.

Parken

Auf der Insel Isola dell’Unione gibt es kostenpflichtige Parkplätze mit Stundensätzen zu 1,5 € bzw. Tagessätzen zu 8 € (Stand 2025). Der Parkplatz an der Ponte dell’Unione ist optimal, da man hier schattenspendende Bäume sowie ausreichend Platz zum Aufpumpen hat und gleich am Kai die Tour beginnen kann. Zu gleichem Preis parkt man auch entlang der Hauptstraße, allerdings mit weniger Platz zur Tourvorbereitung (Gehsteig) und viel Straßenverkehr.

An der Brücke Ponte Translagunare befindet sich das Parkhaus Park Unione, wobei ein Teil der Stellplätze im Freien ist und die Preise etwas höher ausfallen als an den oben genannten Parkplätzen.

Weitere kostenpflichtige Parkplätze findet man im Westen auf der Isola dei Saloni und im Osten im Ortskern von Sottomarina. Sie sind aber für diese Routenführung nicht optimal gelegen. Kostenfreie Parkplätze (weiß markiert) sind meist auf eine Parkdauer von 60 Minuten beschränkt.

Baden

Baden kann man entlang dieser SUP-Route nicht, sondern nur am Strand von Sottomarina. Es ist sozusagen Chioggias eigener Badeort und bietet lange, gut gepflegte Sandstrände an der Adria, die besonders in den Sommermonaten sehr beliebt sind. In Sottomarina gibt es zahlreiche Strandbäder (bagni) mit Liegen, Sonnenschirmen, Duschen, Bars und Spielplätzen. Der Zugang zum Meer ist hier flach und kinderfreundlich, das Wasser ist meist sauber und ruhig.

Die Wassertemperatur steigt ab Mai auf etwa 18–20 °C und erreicht im Juli und August an die 27 °C. Öffentliche und private Strandabschnitte wechseln sich ab, wobei viele Hotels über eigene Strandzugänge verfügen. Rettungsschwimmer sorgen in der Hochsaison für Sicherheit, zudem gibt es genügend Möglichkeiten zum Windsurfen, Tretbootfahren oder Stand-up-Paddeln. Eine offizielle Kitesurf-Zone befindet sich am nördlichen Ende des Strandes. Die kilometerlange Strandpromenade (Lungomare Adriatico) lädt zum Spazierengehen und Radfahren ein und ist gerade am Abend ein lebhafter Treffpunkt.

Zusätzlich bietet das südlich gelegene Isamar Holiday Village über einen großen Wasserpark mit acht Swimmingpools und drei kleinen Rutschen. Allerdings ist dieser Wasserpark leider nur für Übernachtungsgäste zugänglich und es gibt keine Tageskarten für externe Besucher.

Tour

Vom Kai an der Isola dell’Unione südlich zum Canale San Domenico, diesen im Norden verlassen und links in den Canale Vena nach Süden zurück zum Startpunkt.

Länge

3,7 km

Dauer

60 – 80 Minuten

Ein- und Ausstieg

Bootsanleger an der Brücke Ponte Translagunare.

SUP-Verleih

Noleggio pedalò, canoe e sub da luca
Bagni clodia, 30015 Chioggia
Tel. +39 (0)33 91948 700

Centro Astoria
Lungomare Adriatico 29, 30019 Sottomarina
Tel. +39 (0)41 5540 576

Decathlon Rent Chioggia
Strada Statale Romea 309, int. 508
Parco Commerciale Clodì, 30015 Chioggia
Tel. +39 (0)41 490256

Zusätzlich gibt es an den Stränden auch SUP-Verleiher ohne Internetauftritt.

Kleinstadtpaddeln vor lebhafter Kulisse

Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich mal hierher nach Chioggia zum SUPen kommen würde, nachdem ich diese Stadt mit künstlich aufgeschütteter Insel vor etwa zwei Jahren auf der Landkarte entdeckt hatte. Bei bestem Sommerwetter erwartet mich heute ein gemütlicher Kleinstadttörn mit hohem Sympathiewert.

Egal ob Paddler vom Norden oder vom Süden mit dem KFZ anreisen, man fährt beispielsweise über Sottomarina und parkt sein Auto auf der kleinen Isola dell’Unione. Optimalerweise sieht man sich erst am Parkplatz an der Brücke Ponte dell’Unione um. Wenn dort nichts frei ist, führt der Weg erst bis zum nächsten Kreisverkehr, um nach Sottomarina zu fahren und von dort an die andere Seite der Kleininsel zum Parkhaus oder zu den Parkplätzen entlang der Straße zu gelangen. Das Parkhaus kostet halt ein wenig mehr, bietet dafür aber mitunter mehr Sicherheit.

Ich wähle meinen Wasserzugang an den Anlegestellen bei der Brücke Ponte Translagunare und muss dabei extrem vorsichtig vorgehen, um nicht die scharfen Muscheln zu berühren. Am besten fixiert einer das SUP, während der andere es belädt. Aber es ist auch solo zu schaffen. Auch der Wellengang von vorbeifahrenden Booten kann den Tourstart erschweren, allerdings müssen sie an der niedrigen Brücke sowieso stark abbremsen, um zwischen den engen Pfeilern durchzukommen.

Meine Chioggia-Tour beginnt nach links und führt mich außen um den Stadtkern nach Süden, wobei es hier zwar auch schon ur-italienisch aussieht, aber noch nicht wirklich malerisch im Ansichtskartenstil. Angelegte Fischerboote und Schiffe werde ich ab jetzt hunderte passieren, denn sie prägen das Stadtbild entlang des Wassers maßgeblich und können teils mehr Raum einnehmen, als Platz zur Durchfahrt bleibt. Ich fühle mich hier gleich wohl und achte darauf, nicht zu nah an den Kaimauern zu paddeln.

Beim ersten südlichen Wendepunkt steigt die Spannung, denn nun geht es in den ersten Kanal – den Canale di San Domenico. Dieser ist verhältnismäßig breit und wie alle anderen Kanäle der Kleinstadt an die 900 m lang. Ich erblicke geradeaus bereits seinen Ausgang und rechter Hand die Kirche Chiesa di San Domenico, die ich gleich noch umpaddeln werde. Zunächst gleite ich aber durch typisches Hafenambiente, wo an den Werften Boote mittels Kränen aus dem oder in das Wasser transferiert werden und sich das Touristenaufkommen in Grenzen hält. Die Massen wollen ja das kleine Venedig sehen, nicht die generischen Außenbezirke.

Ich habe den späten Nachmittag für diese Tour gewählt, in der Hoffnung, dass es aufgrund der italienischen Nachmittagsruhe (ca. 14 – 18h) etwas ruhiger auf dem Wasser zugeht. Schließlich wusste ich nicht genau, was mich hier bezüglich des Verkehrsaufkommens erwartet, aber ich gehe davon aus, dass man hier auch toll am Vormittag paddeln kann. Bei den Temperaturen macht es heute aber keinen Unterschied, ob man früh oder spät paddelt, die über dreißig Grad sind seit den Morgenstunden ungebremst.

Nach Norden hin wird der Kanal wegen der teilweise in Zweierreihe parkenden Hochseetrawler recht eng, die hier auf ihren nächtlichen Fischereieinsatz warten. Ich genieße den Anblick der teils schon stark rostenden, aber immer noch einsatztauglichen Kähne und schwenke nach rechts, um die kleine Insel San Domenico mit ihrer gleichnamigen Kirche zu umrunden. Hier befindet sich übrigens auch eine Niederlassung der hiesigen Finanzverwaltung sowie die hydrobiologische Forschungsstation Umberto D’Ancona der Universität Padua.

Mein Forschergeist beschert mir einen Blick nach unten und zeigt mir, dass das Wasser nicht sonderlich tief ist, der Ebbe sei Dank. Besser ist es, mindestens zehn Meter Abstand zur Insel zu halten, bevor man den recht welligen nördlichen Wendepunkt der Tour angeht.

An dieser Stelle fahren viele Passagierschiffe und Motorboote in die Fischerstadt ein bzw. verlassen diese, weshalb ich mich eng an die Bootsanlegestellen schmiege, um geschmeidig in die Hauptattraktion der Tour zu gleiten – dem Canale Vena. Die malerische Brücke Ponte di Vigo ist die erste von neun Brücken über den Kanal und gleichzeitig meine Eintrittspforte in die Altstadt. Ab hier kann ich mich beinahe vollkommen alleine am stillen Wasser des Kanals treiben lassen.

Ich plane, auf ein tolles Frozen Yoghurt ins Gelatiamo einzukehren und suche nach einer idealen Anlegestelle. Nahe der Ponte Caneva möchte ich direkt an den ins Wasser ragenden Stufen des Palazzo Lisatti-Mascheroni Halt machen. Es ist eines der bedeutendsten Gebäude der Stadt aus dem späten 16. Jahrhundert, aber die dort an den Mauern haftenden Muscheln schrecken mich ebenso ab, wie die vermeintlich sehr rutschigen untersten Stufen.

Ein paar Meter weiter finde ich neben dem historisch wertvollen Gebäude einen geeigneten Holzsteg mit deutlich weniger Aufschlitzpotential und steige da vorsichtig an Land. Hier sollte man dennoch behutsam das Board einparken und aus dem Wasser heben, denn ganz ohne scharfer Muscheln gibt es hier in Chioggia sowieso keine Anlegestellen.

Dann geht’s zu Fuß über die Brücke rüber zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hauptstraße der Altstadt. Und genau hier, am Corso del Poppolo – also der Straße des Volkes – befindet sich meine Lieblingseisdiele Chioggias. Im Gelatiamo bestelle ich mir ein herrliches Frozen Yoghurt mit Früchten und Nüssen, aber auch die klassischen Eissorten sind empfehlenswert, zumal sie frei von Gluten, Laktose und Zucker sind.

Nach dieser erfrischenden Stärkung marschiere ich am Rückweg zum Wasser an singenden Kellnern vorbei, die gerade die Tische für das Abendgeschäft decken, lege mein SUP-Board wieder in den Kanal und paddle nach Süden weiter. Die vielen kleinen Details sind es, die diese Stadt ausmachen. Man findet sie nicht nur an den historischen Gebäuden, sondern auch in den Kanälen, wo man immer wieder kleine Schreine oder kunstvolle Heiligenbilder an den Kopfenden von Holzpfählen entdecken kann. Religion ist ja in Italien das höchste Gut neben der eigenen Familie und dem Fußball.

Immer wieder ducke ich mich unter den Steinbrücken und komme leider viel zu schnell an das südliche Ende des Kanals. Dort übersehe dabei völlig die Porta Santa Maria Assunta, das ehemalige Stadttor aus dem Jahr 1520. Hier könnte man noch kurz in einen kleinen Seitenkanal abschweifen, der jedoch eng und nur 200 m lang ist. Danach müsste man sowieso wieder retour paddeln.

Als ich den Canale Vena dann nach links verlasse, komme ich in kürzester Zeit nochmal am Canale San Domenico sowie an den Anlegestellen der Insola dei Cantieri vorbei. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis zu den Anlegestellen auf der Isola dell’Unione. Auch wenn es verlockend aussieht, sollte man nicht versuchen, an der Slipanlage die Tour zu beenden. Zwar ist der Boden muschelfrei, aber es können ein paar Krebse darauf sein. Obwohl es recht flach hinauf zum Parkplatz geht, wird man am glitschigen Boden stehend wieder zum Wasser runterrutschen. Das kann mit dem SUP in der Hand zu gefährlichen Stürzen führen.

Der Slogan der Stadt lautet ja: Chioggia – che storia! Zu gut Deutsch – Chioggia – was für eine Geschichte! Nach dieser Stadtrundfahrt kann ich das nur bestätigen, denn durch Chioggia zu SUPen ist wahrlich eine tolle Sache. Genauso wie ein anschließendes Essen im Restaurant Vecio Foghereo direkt in einer Seitengasse des Corso del Poppolo.

Alternativen: Man kann natürlich auch an anderen Stellen entlang der Isola dell’Unione oder sogar an den Anlegestellen Sottomarinas diese Roundtour starten und beenden. Bei etwas veränderter Tourführung kann man auch noch den Canale Lombardo ansteuern, welcher jedoch deutlich weniger interessant ist. Außerdem bietet sich auch die vollständige Umrundung des alten Stadtkerns an, eine Tour von etwa 4,5 km Länge.

Anspruch

2

Einkehr

3

Länge

3,7 km

Dauer

60 – 80 Minuten

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