Auronzosee
Adresse
Auronzosee
GPS
46.548241284996, 12.439871445763
Anspruch 2 | Einkehr 2 | Länge 4 km | Dauer 60 – 80 Minuten

Als SUP-Revier recht unbekannt, entpuppt sich der türkis gefärbte Alpensee als farbenprächtiges Naturschauspiel vor toller Bergkulisse. Weil der Hinterkopf permanent im Nacken liegt, wird schnell aufs Paddeln vergessen, während man sanft vom Wind über das Wasser getragen wird.
Allgemeine Infos
- Dolomiti Gift Card
- Dolomiti Guest Card
- Auronzosee Touristeninfo
- Auronzosee Wikipedia
- Tour Video
- Klima
- Wind, Wellen, Wetter
Befahrungsregeln
Viele sind zwar nicht anzutreffen, aber Badegäste und andere Wassersportler haben auf dem Wasser Vorrang.
Auch Fischer können gelegentlich am Ufer stehen. Daher vorausschauend paddeln und früh genug ausweichen!
Die letzten 150 m vor dem Wehr sind absolute Verbotszone und entsprechend markiert. Rechtzeitig vor dem Wehr wenden!
Gefahren
Die Ufer an der Flussmündung sind gemauert und etwa einen Meter hoch, nicht optimal zum Hinuntersteigen. Direkt an der angrenzenden Brücke geht man weitaus angenehmer über die Wiese zum Wasser hinunter, allerdings auch mit einem steilen Höhenunterschied von bis zu drei Metern.
Im Mündungsdelta des Fiume Ansiei trifft man auf untiefen Schotterboden, sodass nur einige Rinnen gut flussabwärts befahren werden können. Selbst wenn Finnen oder Paddelblätter nicht auf Stein aufschlagen, kann man möglicherweise im Lehmboden nahe der Brücke stecken bleiben.
Die Staumauer im Osten meiden und rechtzeitig spätestens an den Markierungen wenden! Diese befinden sich etwa 150 m vor der Staumauer.
Es können durchaus starke Winde auftreten, die das Zurückpaddeln dramatisch erschweren können. Windcheck vorab erforderlich!
Der Stausee ist nicht immer voll, wobei man vor allem im Sommer hohe/maximale Wasserstände vorfindet. Sogar dann kann es an manchen Stellen entlang des Südufers sehr seicht sein, weshalb ausreichend Abstand zum Festland eingehalten werden sollte.
Wer die letzten Meter des Flusses Ansiei runter paddeln möchte, sollte achtgeben, nicht auf dem Steinboden aufzusitzen und vom Board geworfen zu werden. Das Terrain ist steinig.


Anfahrt
Der Auronzosee ist per Auto, Zug und Bus gut erreichbar. Mit dem Auto gelangt man aus allen Himmelsrichtungen über gut ausgebauten Staatsstraßen (SS51, SS52, SR48) dorthin. Egal aus welcher Richtung man kommt, man sollte zwischen den Bergen nicht zu schnell unterwegs sein und vorausschauend fahren, denn die vielen Kurven in Kombination mit teils steilen Straßenabschnitten beanspruchen die Bremsen stark.
Vom Süden (z. B. Venedig) führt die Route über die SS52, vom Norden (z. B. Brixen oder Toblach) über die SS51 via Misurina, vom Osten über die SS52. Wer öffentlich reist, nimmt den Zug bis Calalzo-Pieve di Cadore und dann den Bus (Linie 31) bis zur Haltestelle Auronzo Piazza Vigo.
In der Hochsaison fahren regelmäßig Busse hierher, wobei die Linien 31 und 50 von DolomitiBus in Auronzo di Cadore stehen bleiben. Mit der Guest Card kann man die Öffis sogar äußerst günstig nutzen (z. B. 3 Tage für 14,2 €/ Stand 2025). Von der Haltestelle Auronzo Piazza Vigo im Ortszentrum sind es nur ca. neun Minuten zu Fuß bis zum See.
Überregionale Bus-, Bahn- und Flugverbindungen findet man über die Vergleichsportale Omio, Busbud sowie RailEurope. Wer mit dem Flugzeug anreist, hat mehrere Optionen, denn die nächsten Flughäfen befinden sich in Venedig, Treviso, Bozen und Innsbruck.
Parken
Viele Parkplätze in Auronzo di Cadore sind kostenlos. Während im Ort die Parkdauer auf eine Stunde begrenzt ist, kann man am See bis zu zwei Stunden gebührenfrei parken. Dabei bitte unbedingt die Parkscheibe gut sichtbar einlegen und damit rechnen, dass man eine Weile suchen muss, bis ein Stellplatz frei wird. Direkt am See stehen zwei Parkplätze zur Verfügung, einer vor der Brücke am Nordufer, der andere nach der Brücke am Südufer.
Wer weiter oben im Ort parkt, muss schon etliche Minuten zu Fuß gehen, um zum See zu gelangen.

Baden
Der Auronzosee liegt auf etwa 830 m Höhe und zeichnet sich durch smaragdgrünes Wasser und eine gute Infrastruktur aus. Am südlichen Ufer befinden sich Liegewiesen, ein Badebereich mit direktem Wasserzugang und eine Verleihstation für Boote. Am nördlichen Ufer gibt es Bars, einen Beachvolleyballplatz und gemauerte Seezugänge.
Der Wasserzugang an der Brücke Ponte di Villapiccola und dem Kinderspielplatz am nördlichen Ende ist ebenfalls sehr beliebt. Die Schotterbänke des Mündungsdeltas sind ebenfalls ein Anziehungspunkt, bieten jedoch wenig Schatten. Abseits dieser Zonen ist der Zugang zum Wasser schwierig, vor allem am bewachsenen Nordufer und am steilen Südostufer. Die Wassertemperatur liegt im Hochsommer zwischen 18 und 22 °C, ideal für eine erfrischende Abkühlung.
Zu den größeren Badeseen der Umgebung zählen außerdem der Misurinasee und der Lago di Cadore, die mit ähnlichen Bedingungen locken.
Tour
Vom Bootsverleih ausgehend einmal das Ufer entlang und rund um den See.
Länge
4 km
Dauer
60 – 80 Minuten
Ein- und Ausstieg
Beim Bootsverleih nahe der Brücke am Südufer des Sees.
SUP-Verleih
Keiner

Solopaddeln unter Bergmassiven
Die Anfahrt könnte nicht pittoresker sein, mit all den gewundenen Straßen zwischen den imposanten Bergen der Belluneser Dolomiten. Ruckartig werde ich aus meinem romantischen Entspannungszustand hinter dem Steuer entrissen, sobald ich mich im Ort Auronzo di Cadore den kostenfreien Parkplätzen am Mündungsdelta des Flusses Ansiei im Westen des Sees nähere. Hier ist es dann kurz vorbei mit alpiner Seligkeit, denn freie Parkplätze sind rar gesät und ungeduldig autofahrende Touristen verfallen schnell wieder in den alltäglichen Cortisolrausch.
Ich finde dennoch recht schnell eine schmale Parklücke und schaffe mein SUP ganz entspannt über die Brücke (Ponte Transaqua) zum südlichen Ufer, von wo aus ich plane in See zu stechen. Im Bereich von Spielplatz, Tretbootverleih und Bar gibt es optimale Bedingungen, um recht flach einzusetzen. Wer ungeduldig ist und gleich links nach der Brücke mit der SUP Tour beginnen möchte, trägt sein Board halt das recht steile, grasige Ufer etwa drei Höhenmeter hinunter.
Man könnte auch an der Slipanlage am nördlichen Ende der Brücke auf das Wasser gehen, hier sammelt sich aber gerne Treibholz und versperrt manchmal den Weg. Wer geduldig ist und ein paar hundert Meter weiter gehen möchte, trägt sein SUP ein Stück die Flußmündung hinauf und beginnt gleich mit Schwung durch das Mündungsdelta und gleitet von dort auf den See hinaus.
Dieser schimmert in den unglaublichsten Farben und in allen möglichen Kombinationen von weiß, azurblau bis hin zu türkis. So etwas assoziiert man in der Regel eher mit dem Meer, umso skurriler wirkt dann die harzige Waldluft, die dem Auronzo-Ambiente zu einem ganz individuellen Touch verhilft. Da wundert es mich schon, dass der See quasi leer ist und ich nur einem anderen Stand-up-Paddler begegne. Na ja, in den Dolomiten überwiegt dann doch der Alpinismus, weshalb dieser See sicher noch lange ein Geheimtipp für Paddler bleiben wird.
Entlang des gut ausgebauten Spazierweges, der durchwegs im Schatten verläuft, finden Kinder große Dinosauriermodelle vor, während Paddler bei maximalem Wasserstand mit dem SUP beinahe nahtlos auf die Picknickwiese gleiten können. Andererseits sind die meisten Süduferabschnitte gemauert, und es geht unter der Wasseroberfläche recht steil hinunter in den bis zu 49 m tiefen Stausee, der 1932 fertiggestellt wurde.



Mir bläst heute ein leichter Ostwind mit gefühlt 1-2 Bf entgegen und wirbelt das Wasser etwas auf. Dennoch erreiche ich recht schnell die Brücke über die Mitte des Sees (Ponte di Villapiccola), wo sich mir der weite Blick auf die Felsenmassive des Monte Tudaio (2140 m) und der Cima del Purgatorio (2247 m) eröffnet. Da fällt mir wieder ein, wie abwechslungsreich dieses Land doch ist, denn Italien hat nicht nur für Bergsteiger, sondern auch für Paddler Reviere mit jedem erdenklichen Charakter zu bieten. Wo sonst findet man schroffe, teils unwirtliche Berge, aber auch verspielte Lagunenlandschaften, tropische Meeresabschnitte und fruchtbare Tiefebenen in einem Land?
Der Auronzosee, der auch Santa-Caterina-See genannt wird, verkörpert gekonnt diese teils widersprüchlichen Lebensräume und sticht wie ein Smaragd zwischen den Felsmassiven hervor. Die 55 m hohe Staumauer bildet sodann den unnatürlichen Abschluss dieses Sees, und ich wende an den Markierungen etwa 150 m vor dem Betonbau. Zurück geht es entlang des Nordufers, wo mir zunächst die Kuppel und der Campanile der Chiesa Parrocchiale di San Lucano Vescovo auffallen.
Im Bereich der Brücke gibt es für Kinder einen kleinen Spielplatz und man kann hier gut ans Wasser gelangen. Ich paddle daran vorbei und arbeite mich am bewachsenen und großteils unzugänglichen Nordufer mit Blick auf den Ort in Richtung Flussmündung zurück. Sogar die Drei Zinnen spiegeln sich vor mir im Wasser, denn dieses Dolomitenmekka für Bergsteiger liegt nur 14 km entfernt westlich des Sees.

Ein einziger Stehpaddler kreuzt hier meine Blicke, auch Schwimmer sind Ausnahmeerscheinungen. Bis auf ein paar an den Ufern plantschenden Leuten scheint die Wasserfläche weitestgehend leer zu bleiben. Der Auronzosee ist vor allem für spaziergehende und bergsteigende Besucher eine beliebte Destination, denn der beschilderte Rundweg zweigt auch zu Wanderrouten zum Colle di Villagrande (1673 m) und anderen Gipfeln ab.
Meine letzte Abzweigung, bevor ich wieder an der Brücke Ponte Transaqua anlande, ist das Mündungsdelta des Flusses. Ich paddle das glasklare Wasser so lange es geht bergauf, bis ich absteigen muss. Dann trage ich mein SUP auf den Steinen weiter stromaufwärts, um noch eine kleine Strecke Fließwasser zu genießen.
Barfuß sollte man dabei nicht unbedingt unterwegs sein, das ist zwar machbar, aber mühsam. Zum Abschluss dieser Tour lasse ich mich nochmals etwa 200 m vom flotten Fluss zur Brücke drücken, während ich ein letztes Mal die herrliche Aussicht über den See genieße. Auch so kann man einen sportlichen Tag in den Bergen beenden.












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