Die Drauschleife kann wieder aufatmen

Die Drauschleife kann wieder aufatmen

Umwelt- und Gewässerschutz liegt uns bei SUP Atlas bekanntermaßen am Herzen, weshalb wir regelmäßig zu Reinigungsaktionen ausschwärmen. Einer unserer Lieblingsspots in Kärnten, die Wernberger Drauschleife, war schon länger auf unserer To-do-Liste, da sich inmitten dieses beinahe unberührten Altarmes der Drau etliche Autoreifen im Wasser befinden. Weil dieser alte Flussabschnitt keine direkte Verbindung mehr zum Hauptstrom hat, ist es wohl auszuschließen, dass der Müll über starke Strömung hierhergeschwemmt wurde und sich im seichten Wasser ablagern konnte.

Vielmehr wird sich wohl jemand seiner alten Autoreifen mitten in dieser Ruhe- und Fischereioase entledigt haben, ohne an die Folgen für die Umwelt zu denken. Leider gibt es immer noch solche Menschen, denen der eigene Lebensraum egal zu sein scheint. Daher rücken wir heute aus, um wieder für saubere Bedingungen zu sorgen und dabei gleichzeitig auch diesen wunderschönen Ort zu genießen.

Wer weiß, wie viele Reifen und andere Gegenstände hier in tieferen, uneinsichtigen Lagern liegen, aber zumindest können wir alles im Seichten Sichtbare gut bergen. Autoreifen neigen ja auch dazu, dass sich an ihrer Innenseite Schlamm und Lehm anlegt und sie dadurch regelrecht in den Boden gepresst werden. Da kann es schon mal recht viel Kraft benötigen, diese wieder aus dem Lehm herauszuziehen. Ihr Gewicht und das darin gesammelte Wasser tun dann ihr Übriges, um den Sog nach unten zu verstärken.

Außerdem sind die Reifen in der Zwischenzeit Heimat kleiner Muscheln geworden, die mit bloßen Händen beim Herausheben und Hantieren durchaus Schnittverletzungen verursachen können. Wir versuchen die kleinen Krustentiere abzustreifen, aber natürlich bleiben etliche auf dem Gummi haften – sie werden es wohl nicht überleben. Es ist ein kleiner Preis für Dutzende Kilos weniger Müll.

Mit Arbeitshandschuhen und Badeschuhen lässt sich das jedoch gut bewältigen, und wir ziehen in Summe 11 Autoreifen und einen mit Lehm vollgesaugten Benzinkanister aus dem Drauwasser. Aus Sicherheitsgründen packen wir nicht allzu viele Reifen auf jedes SUP, denn es sollte immer noch stabil navigierbar sein. Unser SUP-Reifen-Shuttle zum Ufer sollte stabil genug sein, dass kein Reifen während der Fahrt zur Ablegestelle vom SUP fällt und im tiefen Wasser wieder unwiderruflich untergeht – damit wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen.

Glücklicherweise liegt hier aber nicht mehr Müll herum, und so schaffen wir es mit recht wenig Aufwand, die Drauschleife zu reinigen und den Müll der Gemeinde Wernberg entlang des Slow Trails zu überlassen. Sie wird die Abholung und sachgerechte Entsorgung in die Wege leiten.

Wir bedanken uns in diesem Sinne bei der Gemeinde Wernberg für die Kooperation und Organisation der Entsorgung. Ein großer Dank geht auch an 5 Minuten Villach sowie an die Kleine Zeitung Villach für ihre Berichterstattung, in der Hoffnung, dass mehr Leute damit Inspiration finden, proaktiv für den Umweltschutz etwas beizutragen.

Checkliste für deine eigens ins Leben gerufene Clean-Up-Aktion

  • Hole dir Sponsoren (Gemeinde, Abfallverbände, (Wasser-)Rettung)
  • Belohne die Teilnehmer mit Goodies, kleinen Gewinnspielen oder einem gemeinsamen Essen danach
  • Falls erforderlich, Genehmigungen einholen
  • Mache im Vorfeld und nach der Aktion Werbung (Zeitung, TV, Social Media, Homepage, Blog)
  • Stelle die Logistik sicher (Transport, Entsorgung, Arbeitsmaterial)
  • Vorab das Gewässer inspizieren, damit es keine ungeplanten Schwierigkeiten gibt
  • Die Paddler nach Leistungsfähigkeit und Reviercharakter zu Suchtrupps einteilen
  • Stelle den Teilnehmern Auftriebshilfen zur Verfügung
  • Am besten mit großen Allround Boards auf Suche gehen (Platz, Stabilität, Wendefähigkeit)
  • Während der Aktion zu allen Beteiligten laufend Kontakt halten, um schnell bei Notfällen reagieren zu können oder Sperrgut schnell und sicher zu versorgen
  • Wetter- und Wasserbedingungen laufend beobachten
  • Jahreszeiten beachten: je nachdem, wo man die Aktion durchführen möchte, am besten zwischen Frühjahr und Spätsommer, bzw. außerhalb der Regensaison und natürlich nicht während der Taifunsaison

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